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Ati13

Einen Partner finden trotz MS. Unmöglich??

48 posts in this topic

Hallo Ihr Lieben, 

vor zwei Wochen habe ich mich von meinem Freund getrennt. Es ist so viel schiefgelaufen in unserer Beziehung. Erst sollte ich (47J.) mit meinem Sohn (18J. )bei ihm einziehen. Er, alleinerziehend, 2Töchter (16+18J). Hat nicht geklappt mit Patchwork, nach 3 Monaten sollte ich wieder ausziehen. Er hat beim Umziehen, Möbel zusammen bauen usw. sehr geholfen, wollte auch mit mir zusammen bleiben. Nur halt die Haushaltstrennung da unsere Kinder sich nicht verstanden. Mir ging es nach dem Umzug immer schlechter, habe nur noch geheult, fing im Februar mit  Antidepressiva an. Letztendlich ging es nicht mehr. Jetzt die Trennung. Er hat noch ein paarmal versucht mich umzustimmen und sagte zum Schluss zu mir ob ich denn meine noch jemanden zu finden mit meiner Krankheit?!

Das hat mir glatt den Boden unter den Beinen weggerissen. Wie kann man so etwas sagen?

Mir geht es mit kleinen Einschränkungen noch gut, ich arbeite Vollzeit und hässlich bin ich auch nicht. 

Was habt ihr für Erfahrungen? Wenden sich wirklich alle ab wenn sie von der Krankheit erfahren, oder ist das wirklich so dass man jemanden auch mit Krankheit nimmt wenn die Liebe da ist.

Nicht dass ihr denkt ich suche jetzt auf die Schnelle einen Mann, ich wollte nur wissen was vielleicht in der Zukunft auf mich zukommt. 

Ich würde mich freuen von euch zu hören.

Seid alle ganz lieb gegrüsst und habt einen sonnigen Tag.

Astrid

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hallo!

ich bin 40 jahre geworden.....

was auf dich zukommt weiß ich auch nicht! der gewisse grad an ungewissheit bleibt immer

im leben.

niemand kann sagen was in der zukunft geschehen wird....

ich kann von daher nur sagen, ich hatte noch nie eine beziehung..., jojo....

mit dem gedanken, das mich aufgrund des verwesungsgestankes mal irgendjemand findet, damit hab ich mich schon fast arrangiert.

ich hätte dir gerne etwas positives geschrieben!

denke positiv und deine ausstrahlung und dein selbstbewußtsein wird dir eine neue "perspektive"

eröffnen!

du arbeitest vollzeit!

wird sich schon was ergeben! die gelegenheit wird kommen.

ich glaub an dich!

"jedes ende beinhaltet auch einen neustart!"

ich wünsch dir was astrid!

mfg

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Ich bin 65 und muss draußen einen E-Rollstuhl benutzen. In der Wohnung geht es noch so bzw. ab und zu mit Stock. Vor zwei Jahren habe ich noch mal einen Partner kennen gelernt der ebenfalls draußen einen E-Rollstuhl benutzen muss. Und rollen wir gemeinsam durchs Leben.

Unser Kennenlernen geschah auf die ganz altmodische Art und Weise. Er saß draußen unter einem Baum in seinem E-Teil und ich kam vorbeigerollert. Er hat mich angesprochen und über das Wetter geplaudert. Vom Sehen kannten wir uns ja schon.

Ich wohne die meiste Zeit bei meinem Partner habe aber meine eigene Wohnung behalten(ist in unserem Alter ganz wichtig) die in der Nähe von seiner ist.

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"@Bremensie:"Unser Kennenlernen geschah auf die ganz altmodische Art und Weise. Er saß draußen unter einem Baum in seinem E-Teil und ich kam vorbeigerollert." Das ist echt klasse und macht Mut! Super!!! :-D

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Hallo ATI13,

Gegenfrage: Hast du es geschafft ohne die Diagnose einen Mann zu haben und zu halten? Offensichtlich nicht! Es gibt so viele Dinge, die eine Beziehung beeinflussen und unmöglich machen... die MS ist da vermutlich der kleinste "Störfaktor".

Bye the way ich hätte ein echtes Problem, wenn man mit MS keinen Freund mehr finden würde... ich hab die nämlich schon mit 14 diagnostiziert bekommen und damals waren Jungs noch garnicht interessant... oO alte Jungfer?! Neee ich hab dennoch immer mal wieder Partner gehabt, auch wenn bisher noch nicht der Richtige dabei war, zähle ich das nicht als Gegenbeweis an.

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Hallo,

ich bin 39 und ich habe seit gut 1,5 Jahren wieder einen Freund! Er hat mich mit leichten Gehproblemen kennengelernt, doch bevor wir richtig zusammen gekommen sind, habe ich ihm von meiner Krankheit berichtet. Ich habe auch zu ihm gesagt, jetzt kannst Du noch gehen, ich würde schnell wegrennen, doch er blieb! Er wusste wohl auch nicht viel von der Krankheit. Er ist aber immer noch bei mir, und er hilft und unterstützt mich immer! Also, mit der Krankheit oder auch ohne, es ist nie leicht einen richtig NETTEN zu finden! Da hatte ich Glück und das wünsche ich jedem!

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Liebe Astrid!

Ich war 10 Jahre mit einem Mann verheiratet, der mich zwar geliebt hat, aber mit meiner Krankheit nicht zurecht kam. Ich bekam 3 Monate nach der Hochzeit einen Gehirntumor. Bei Familienfeiern bin ich nur zum Essen neben ihm gesessen, er hat aber getan, wie wenn er mich nicht kennen würde. Er konnte nicht umgehen mit der Situation. Welcher 20-jähriger kann das schon. Nach 6 Jahren hat sich mein "Zustand" (wie er es genannt hat) gebessert. Wir bekamen ein Mädchen und das war auch zuviel für ihn: Scheidung.

Ich war dann mit meiner Tochter 3 Jahr lang allein. Das hab ich auch gebraucht um alles in meinem Kopf zu ordnen und mit meiner Tochter eine stabile Beziehung auf zu bauen.

Jedenfalls wollte ich eigentlich keine Beziehung mehr. Meine Tochter (damals 6) suchte mit meiner Mama in einer "Mann-finde-Seite) nach etwas passendem.

Meine Tochter fand den perfekten Schatz für mich: "Schlanke, sportlicher Mann mit 2 Kindern sucht jemanden fürs Leben".

Beim 1. Treffen hab ich ihm als erstes erzählt, das ich eine Tochter habe und MS. Bei m 2. Treffen hat er verschiedene Prospekte von MS mitgenommen und wir haben seit diesem Tag eine harmonische Beziehung.

Für mich ist das wie ein Märchen mit Happy End. Gibt es nicht nur im Fernsehen!!!

Ich wünsch dir das du auch den Richtigen Mann an deiner Seite findest. Denn alleine wird es schwierig unsere Krankheit auszuhalten!!

Liebe Grüße

Karin

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Bestimmt kannst Du wieder einen Mann kennenlernen. Wenn er sich wirklich in Dich verliebt hat dann bin ich sicher, dass ihm die MS egal sein wird! Wenn es ihm nicht egal ist, dann ist es eh nicht der Richtige!

Ich hatte die Situation noch nicht, weil ich meine Diagnose erst letzten Oktober bekommen habe. Und ich bin seit 6 Jahren in einer Beziehung. (Bin 44 Jahre alt) Mein Lebensgefährte hat sich aber verändert seit der Diagnose und manchmal denke ich, er packt es nicht mehr lange. Ich frage mich dann auch manchmal, ob ich überhaupt wieder einen kennenlernen würde? Wer will eine Frau mit MS? Das kann einem schon Angst machen!

Andererseits hätte ich kein Problem mit einem Mann, der nicht perfekt ist! Bestimmt gibt es auch solche Männer! Nur wo findet man die?

Ich wäre in Deinem Fall wahrscheinlich mit ihm zusammengeblieben. Vorausgesetzt es war noch Liebe da! Wenn er Dich aber mehrfach versucht hat zu überreden, wollte er Dich bestimmt nicht verlieren.

Patchwork mit Jugendlichen ist schwer. 16 und 18 ist einfach auch ein schwieriges Alter. Ich würde in getrennen Wohnungen bleiben und später nochmal versuchen zusammenzuziehen, wenn die Kinder älter oder evtl. auch ausgezogen sind.

Getrennte Wohnungen sind nicht so schlecht. Ich lebe auch so und wir sehen uns nur von FR bis SO. Unter der Woche hat jeder Zeit für seine eigenen Interessen. Das hat durchaus Vorteile!

Liebe Grüße und Kopf hoch!

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Hallo alle zusammen,

vielen, vielen Dank für eure Mut machenden Antworten!!!

Ja, ich glaube ich muss mich erst wieder neu sortieren. Alles andere zeigt sich dann mit der Zeit. Wie heisst es immer so schön: Zähne zusammen beissen und durch!!

Mal sehen was die Zukunft bringt!?

Euch allen alles alles Gute und uns allen schon mal einen schönen Sommer, mit oder auch ohne Partner.

Ganz liebe Grüsse und danke an alle.

Astrid :) 

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Hallo

also ich glaube auch nicht dass es sooo einfach ist, mit der Diagonse MS einen Freund oder Partner zu finden, hab ich selbst erlebt :-)

Ich war mal in dem Forum feierabend.de "unterwegs". Da hat mich jemand angeschrieben, wir haben dann die private e-mail-adresse getauscht. Irgendwann hat er gemeint, wir könnten uns ja mal an einem Wochenende hier am See treffen und bla, bla...!  In einer e-mail habe ich ihm dann mal mitgeteilt dass ich neuerdings MS habe.

Dann kamen noch paar mails und peng! hab ich nichts mehr gelesen von dem "netten" Herrn. Obwohl er - nach eigenen Angaben - auch nicht der Gesündeste ist.

Soviel mal zu den Männern.....da muß wohl alles tip-top sein. Nur wenn sie selber was haben....das ist natürlich was ganz anderes :)

Ich wünsch dir, dass du den Richtigen findest.

LG hanne

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Hallo Ihr,

es ist gut, dass wir hier im Forum über alle Themen sprechen können.

FAMOUS hat genau die Frage gestellt, die mich auch berührt.

"Hast du es geschafft ohne die Diagnose einen Mann zu haben und zu halten? "

Das ist auch bereits mein ganzes Leben lang die entscheidende Frage. 

Da ich mein halbes Leben (25 Jahre von 51 Jahren) an Multiple Sklerose erkrankt und ich in dieser Zeit keine Frau fürs Leben gefunden habe, habe ich irgendwann angefangen, die MS als Ausrede zu gebrauchen.

Ich bin ja unheilbar krank und behindert. Also habe ich ja sowieso kein Anspruch auf Lebensglück.

  

Aber genau das hat mich nicht nur traurig, sondern auch bitter werden lassen.

Selbst meinen geliebten Dreiklang habe ich hierfür zweckentfremdet.

Gesundheitlich, beruflich und privat

hatte ich ja keine Chance, was quatsch ist. 

Es hat vielleicht aufgrund dieser negativen Ausstrahlung nicht geklappt.

Außerdem gibt es auch mit MS ein glückliches Leben.

Versucht die vielen Glücksmomente im Alltag mit zunehmen !

Diese beiden Gedanken finden ich nachdenkenswert. 

 

"Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet"

 (j. Campbell)

"Alles steht zum besten mit dir, auch wenn schier alles zu misslingen scheint, solange du nur mit dir selber im reinen bist.

Umgekehrt stimmt nichts mit dir, selbst wenn es äußerlich gut zu gehen scheint, solange du nicht mit dir selber im reinen bist." 

(Mahatma Gandhi)

Viele Grüße

Hans-Jörg 

  

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Hallo ATI 13,

in sich selbst ruhen und auch mal warten können - ist auch mein Rezept.

Behalte die MS beim 1.Date ruhig für dich. Du hast sicher so viele interessante und liebenswerte Seiten, die dich begehrenswert machen. Über MS könnt ihr reden, wenn es tatsächlich eine Beziehung werden will. Wenn er dann wegrennt, hat er dich nicht verdient. Dann war´s noch nicht der Richtige.

LIebe Grüße

Carmen

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hallo!

ich für meinen fall suche nicht mehr den menschen in dem, oder mit dem

ich das glück finde!

ich kann das glück so oder so nicht in einem menschen finden!

nur in mir selbst trage ich frieden und gelassenheit!

"ich bin, weil wir sind!" nö las mal....

mit ms ist das nix!

na freilich! "ich konnte nie eine frau halten!?

"es bleibt auch niemand jungfrau, weil jeden das leben f..."!

(hoppla wieder nicht politisch korrekt!)

mfg

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Muss man denn gleich beim kennenlernen das erzählen?

Persönlich wäre es mir egal ob mein Partner MS hat oder nicht. Ich verliebe mich ja in den Charakter und nicht in sein ZNS

Nobody is Perfect!

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Hallo Pamplelune,

da hast du ein wahres Wort von dir gegeben. Aber heutzutage sind die Menschen, egal ob Frau oder Mann, anders "gestrickt" - leider!  Da muß alles toll und super sein ....aber krank  - egal welche Krankheit - geht gar nicht :rolleyes:

Alles ist nur auf Trallaftiti ausgerichtet. Man kann ja lesen, was Astrid in ihrem Anfangstread schreibt, ist doch das beste Beispiel.

Evtl. kommt es auch auf's Alter an....keine Ahnung. Wir leben halt in einer komischen Zeit. Da kann man nur sagen :durchhalten:  irgendwas wird irgendwann passieren.

lg Hanne

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Hanne

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft die mittlerweile auch diese Handhabe am Menschen auslebt. Traurig aber wahr. Lebe auch alleine und weiß wie es ist. Dennoch würde ich von der Krankheit nichts sagen. Sehe mich dazu nicht verpflichtet. Ich lebe trotzdem normal weiter und das ist auch gut so. Depressionen habe ich eh schon aber lass mich durch diese Krankheit nicht weiter nach unten ziehen. Es geht mir gut. Es gibt immer schlimmeres.

Männer an sich in meiner Altersgruppe haben auch schon "gelebt". Haben Kinder, sind geschieden oder wollen das nachholen was sie verpasst haben weil sie ja unbedingt früh heiraten mussten.

Gruß pamplelune

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Hallo Ihr,

ich bin froh, dass wir hier zu dem  Stichwort Partnerschaft und Familie unsere Gedanken austauschen können.

Bei Mitmenschen, egal wie nett und empfindsam sie sind, ist es schwer auf Verständnis, im Sinne von Verstehen, zu stoßen.

Meine Ärztin hat mir einmal gesagt, dass nach ihrer Erfahrung aus den letzten 40 Jahren überwiegend sehr empfindsame Menschen an MS erkranken.

Und wenn ich meine eigenen Eindrücke nehme, habe ich auch viele sympathische und empfindsame Menschen auf meiner Wegstrecke mit der MS in den letzten 25 Jahren kennengelernt.

Es ist manchmal leider so schade, dass sich gesellschaftliche Normen, besonders in den Medien, als belastend zeigen.

Es gab beispielsweise in 2011 eine Diskussion im Bundestag darüber, dass  „Kinderlose hätten nie in das Rentensystem aufgenommen werden dürfen“.

Nach der zum Teil sehr emotional und mit einem zunehmend schärfer gewordenen Ton, geführten Diskussion in den Medien, werden kinderlose Mitbürger als unverantwortliche Egoisten dargestellt.

 

Dies betrifft aber auch behinderte Menschen, die entweder keine Kinder mehr bekommen können oder aber in Respekt vor der großen Verantwortung auf eine Familiengründung verzichten.

Meine sehr schwer getroffene Entscheidung gegen eigene Kinder ist u.a. darin begründet, dass ich zu viel Respekt vor der Verantwortung für ein schutzbedürftiges Kind habe, da ich nicht weis, wie lange ich noch ein selbst bestimmtes Leben führen werde.

Es kann nicht sein, dass die gesellschaftlichen Normen die persönliche Betroffenheit noch mehr verstärken.

Da ich selbst aus einem kinderreichen Familienkreis komme, kann ich die Zusammenhänge durchaus nachvollziehen.

Meine Mutter hat(te) acht Geschwister und mein Vater fünf Brüder.

Insoweit weis ich mit meiner Schwester die Freuden, aber auch die Belastungen eines größeren Familienkreises einzuschätzen.

Das ich selbst alleine durch das Leben gehe, ist nun mal so.

Ich möchte mich allerdings mit meinen vielen "kleinen" Ritualen (ich hole mir jetzt einen Kaffee und schreibe gemütlich weiter) weiterhin meine Alltagsfreuden bewahren.

Und nicht ständig darüber nachdenken müssen, dass ich mir mein Leben auch anders vorgestellt habe.

Nochmals vielen Dank für eure nachdenkenswerten Beiträge.

Durch das Forum habe ich immer das Gefühl nicht alleine zu sein und das ist ein sehr schönes Gefühl.

Viele Grüße

Hans-Jörg

l

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Ihr Lieben

Ich habe sicher nicht alle eure Beiträge gelesen aber habe trotzdem den Wunsch euch von meiner Erfolgsstory zu berichten. Bittere Erfahrungen musste ich natürlich auch machen, aber ob das immer an meiner MS lag oder in meiner Person begründet war, darüber ließe sich sicher vortrefflich streiten. Tatsache ist aber, dass ich vor nunmehr 10 Jahren meinen Menschen gefunden habe aber nicht weil ich gesucht hätte. Wir haben uns im Rahmen einer Reha kennen und lieben gelernt obwohl, oder gerade weil ich in einer Beziehung mit unzähligen Kompromissen mit einer vermeindlich "gesunden" Frau war, wir nicht gesucht hatten und eigendlich gar keinen Bock auf Reha hatten. Heute sind wir etwas länger als 8 Jahre glücklich verheiratet. Wir haben beide MS mit einem GdB von 80 mit G bzw. aG und wuppen unser gemeinsames Leben in unserem frisch barrierefrei umgebauten kleinen Häuschen. Ich habe meine MS jetzt seit 23 Jahren und gehe weiterhin vollzeit arbeiten.

Anders als in meinen zwar schönen aber nicht glücklich weil nicht gleichberechtigten Beziehungen, lebt unsere Ehe nicht davon das der eine die Mankos des anderen auszubügeln versucht sondern dadürch das wir zususammen und miteinander eine vielzahl neuer Fähigkeiten erlernen - und das macht uns bei aller kraft und Zeit die es kostet immer wieder Freude.

Die Zeit und Kraft die wir zur verfügung haben schenken wir aber auch immer uns gegenseitig oder Menschen die uns lieb und teuer sind.

Wir haben keinen Fernseher mehr besitzen beide kein Smartfon und das absolut wichtigste "soziale Netzwerk" welches wir fast täglich nutzen, ist eine festmontierte Gartenbank vor unserem Haus an der Strasse. Anfangs sehr zum Erstaunen unserer Nachbarschaft.

So, jetzt muss oder darf ich noch etwas arbeiten und werde mich aber noch einmal schreibend zurückmelden.

Lieben Gruß- Volker

So, da bin ich wieder.

Ich denke was es uns auch schwerer macht einen Partner zu finden, ist der Umstand, dass wir uns ab der Diagnosestellung "einfach" viel mehr Gedanken zu uns, unserem Lebenswandel, zur Umwelt und zu unserer Zukunft machen müssen. Das einfach in den Tag hinein leben ist dann auf jeden Fall vorbei und ich kann von mir behaupten, dass nicht nur die Ansprüche die ich an mich stelle gewachsen sind, sondern auch die, die ich an meine Partnerin und die Menschen in meinem näheren Umfeld stelle. Das ist natürlich weit davon entfernt das Leben einfacher zu machen aber es wird auch überschaubarer wenn man den Mut findet auch alte Freundschaften und Beziehungen als überholt zu erkennen und sie dann auch beendet.

Auf der Habenseite gibt es aber auch einen stetig wachsende Pool an Fähigkeiten und Ressourcen die uns dazu befähigen mit den verschiedensten Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten besser umzugehen, und da können wir sicherlich unserer Umwelt auch immer wieder ein Beispiel sein.

Wir müssen uns sicher nicht unter Wert verkaufen sondern haben wirklich auch eine Menge zu bieten.

Ich wünsche Euch ganz viele Möglichkeiten zu lachen, zu staunen, zu lernen und zu lieben!

Lieben Gruß- Volker

Edited by Öcher Jong

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cool cool, hallo!

wer macht die wäsche?

in der früh das bett?

euer text klingt wie werbung für ein hospiz!

idyllisch mit der bank ( egal was die leute reden!)

schöne bilder!

nix für ungut!

habe mich nur schlau gemacht....

blöd nicht wahr?!

solche lebensbedingungen im geschützten rahmen gibt es

leider nur selten und unter dem rahmen der "sterbehilfe/ oithanasie"...

wo es eigentlich zum bestandteil des LEBENS ernannt werden könnte.

:( :)

http://www.hospizimpark.ch/fotogalerie/

alles gute für eure LIEBE !

peace

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heeeeeeee!......

ich mach nur meinen spruch! (senf abgeben.....!

dann bin ich weg.....

"können wir das mit dem knallharten sex weglassen und einfach nur schmusen?"

^_^

mfg

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So, hatte bislang immer eher "fatale" männergeschichten. die letzte dauerte bis vor einem jahr (s. meinen ausheulthread!), dabei dachte ich, das wär was für immer. Beide schon im etwas gesetzteren alter, beide waren wir uns der probleme einer fernbeziehung bewusst, ms war kein problem, er war ja gesundheitlich auch schon etwas angeschlagen ... aber es hatte nicht sein sollen.

ich habe schon damals nichts gesucht, und trotzdem gefunden. jetzt such ich auch nicht, und rechne aber damit, nichts zu finden. ist eigentlich auch nicht wichtig. man kann auch "solo" gut leben.

ich definiere mich nicht über einen partner, das hab ich auch noch nie.

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Hallo zusammen,

jetzt muss ich mich doch auch mal wieder zurückmelden. Ihr habt alle so tolle Antworten auf meine Frage geschrieben. Claudia hat Recht, man kann auch solo gut leben. Ich bestimme selbst mein Fernsehprogramm, keinen Tatort und kein Fußball !! HIHI. Man kann machen was man möchte ohne Rechenschaft ablegen zu müssen. Das ist viel wert. Was aber fehlt ist die Zweisamkeit. Abends alleine auf dem Sofa, nicht nur Tatort-und Fußball-los. Mein 18jähriger Sohn ist zwar wirklich lieb, merkt wenn es mir schlecht geht, nimmt mich in den Arm und drückt mich. Das ist aber eben nicht dasselbe als wenn man sich beim Partner "ausheulen" kann. 

Um noch auf die Frage zu antworten ob ich auch ohne MS einen Partner halten konnte:

Nein, das konnte ich nicht. Ich könnte es mir jetzt leicht machen und sagen: Die Männer hatten Schuld. Mein Exmann hat mich nicht nur einmal betrogen, es ging über einige Jahre. Mein Sohn war damals sehr klein, ich wollte ihn nicht aus seiner Umgebung herausreißen. Habe mir immer eingeredet, was willst du denn, uns geht es doch gut, gesundes Kind, schönes Haus, Finanzen ok. Bis meine Freundin mit 33Jahren starb und ich über mein Leben nachgedacht habe und festgestellt habe dass ich mich trennen muss. Mein zweiter Lebensgefährte danach entpuppte sich als Alkoholiker, der meinem Sohn und mir das Leben schwer machte, uns betrunken beschimpfte und beleidigte. Aber ich gebe nicht nur ihnen die Schuld, es gehören immer zwei dazu. Einen der macht und einen der machen lässt. Als ich meinen letzten Freund kennenlernte dachte ich wirklich, der ist es. Treu, trinkt nur mal ein Bier oder Wein. Habe ihn kurz nach meiner Diagnose kennen gelernt. Er ging so toll mit meiner MS um, kümmerte sich, wenn auch vielleicht überfürsorglich. Aber leider hat er mich so eingeengt, wusste stets alles besser, und das Schlimmste: seine Mutter!! Kaum dass ich bei ihm wohnte ging es los: vor versammelter Familie ist sie auf mich losgegangen. hat meine Erziehung kritisiert, überhaupt alles. Sagte ich wäre doch nicht normal, sollte doch mal zum Psychiater, usw. Mein Freund ( 48 Jahre alt und Mutti sucht Tapeten für Ihn aus!!) saß daneben und hat nichts gesagt. Was soll ich sagen, ich war so geschockt, kriegte keinen Ton heraus, die Tränen liefen und zwei Wochen später hatte ich einen üblen Schub. Ob daher oder nicht, keine Ahnung. Jedenfalls ging es danach mit unserer Beziehung bergab. 

Deshalb muss ich ganz ehrlich sagen, bevor ich mir so etwas wieder antue, bleibe ich wirklich lieber alleine. 

So, jetzt habe ich hier meine ganze Lebensgeschichte erzählt. Das wollte ich eigentlich gar nicht. Aber es ist schön dass es dieses Forum gibt, wo man sich mal alles von der Seele schreiben kann. 

Ich danke euch allen ganz herzlich,

Astrid

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Hallo Astrid,

es tut mir sehr leid, was du in deinem Leben alles erlebt hast und ich kann die Resignation verstehen und ja, man sollte sich zu allererst selbst lieben und mit sich selbst Leben lernen. Denn das ist es, was mir zu denken gibt. "Was aber fehlt ist die Zweisamkeit." Vielleicht hattest du wirklich in deinem Leben nie das Glück wirklich tief und innig geliebt zu werden, vielleicht bin ich auch zu voll mit Liebe und zu sehr von den positiven Seiten meiner vergangenen Partner (trotz allem negativen, was passiert ist) überzeugt... aber eine Beziehung zu einem Menschen den man liebt und der einen liebt, ist viel mehr als Zweisamkeit.

Ich wünsche dir für die Zukunft nur das Beste!

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Darf ich kurz was sagen?

Bin fast 40 und das 2. Mal verheiratet. Mein erster Mann ist 10 Jahre mit mir verheiratet geblieben, weil seine Mutter gesagt hat, er kann sich nicht scheiden lassen, weil ich einen Gehirntumor hatte (4 Monate nach der Hochzeit). 2 Jahre später wurde unsere Tochter geboren (da konnte er sich auch nicht von mir trennen). Dann vergingen wieder 3 Jahre, da wurde mir MS als neue Krankheit erklärt.

Jedenfalls war ich 10 Jahre mit einem Mann verheiratet, der eine Bilderbuchgeschichte wollte, aber eine kranke Frau bekam, mit der er nicht zurecht kam. Er war nicht da für meine Tochter und mich. Wenn es ein Problem gab hiess es immer, i solle meine Mutter anrufen, er ist mit dem Motorrad unterwegs. Wir haben dann einen Schlussstrich gezogen und die Ehe nach 10 Jahren beendet.

Was haben diese 10 Jahre für einen Sinn gehabt? Ich war genervt weil er sich nicht um uns gekümmert hat (was unsere Tochter betrifft ist es immer noch so, obwohl sie schon 17 ist). Er war sauer, weil er Frau und Kind hatte, mit denen er nix anfangen konnte oder wollte.

Jetzt ist es anders: ich hab einen extrem lieben Mann kennen gelernt, der nach dem ersten Kennenlernen Infos über MS eingeholt hat und mit mir beim 2. Treffen lange über die Krankheit gesprochen hat. Wir sind jetzt 5 Jahre verheiratet und immer noch verliebt wie am 1. Tag.

Was mich besonders freut ist, das wir es geschafft haben, die Kinder (er hat bei seinen Ex-Frauen einen Jungen und ein Mädchen, ich habe eine Tochter) wie eine  echte Familie zusammenwachsen zu lassen. Darauf bin ich stolz!

Lange Rede kurzer Sinn: Es bringt nix für Kinder zusammenzubleiben, denn die kriegen das mit und es schadet ihnen nur. Da ist es besser, neue Ufer aufzusuchen!

Lg Karin

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Hallo Ihr Lieben,

ich war seit längerer Zeit nicht hier aus dem gleichen Grund der hier gerade besprochen wird.

Und ich habe schon wieder enorm viele sehr tolle Beiträge lesen dürfen.

Vielleicht ist wirklich etwas daran, dass es mehr empfindsame Menschen mit hohem Maß an Empathie trifft bei MS. Auf jeden Fall möchte ich euch an dieser Stelle schon einmal wieder danken für eure offenen und helfenden Worte.

Ich persönlich habe mich mit 49 Jahren komplett verändern müssen um wieder in ein gutes Lebensumfeld zu kommen. Meine Freundin und viele Freunde kamen mit meiner Krankheit nicht klar. Nach dem vierten Schub in einem halben Jahr war Schluss mit lustig... :-)

Meine Familie stand mir zu Seite, holte mich aus der Lebenssituationen heraus nach Hause und ich lernte aus dem Nichts eine wunderbare Frau kennen, die sich in mich verliebt hat mit dem Wissen um meine Krankheit.

Das Beste ist, dass ich seither in einem absolut positiven Umfeld bin und mein Krankheitsverlauf eindeutig besser wird. Ich laufe wesentlich besser, kann viel klarer denken und bin wesentlich positiver unterwegs. Ich glaube wieder ernsthaft an eine positive Zukunft und bereue keine Minute meiner Krankheit durch die sich mein ganzes Leben ins positive gewendet hat. Wahrscheinlich hätte ich es nie registriert und erfahren, wie einige Menschen in meinem direkten Umfeld ticken.

Also liebe Astrid, alles hat seine zwei Seiten. Verlier aber niemals deine Zuversicht und dein positives Denken. Dann werden sich Dinge eröffnen, von denen du niemals geahnt hättest, dass sie existieren. Man muss es nur zulassen und so positiv und stringent wie möglich agieren. Lass Menschen aus deinem Umfeld gehen, wenn sie sich in deiner Nähe nicht mehr wohl fühlen. Du wirst Menschen finden und erfahren, die sich dir zuwenden nur aus einem Grund: weil du du bist.

Let's Go!

Dirk

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