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Ati13

Einen Partner finden trotz MS. Unmöglich??

48 posts in this topic

Ihr Lieben,

ich danke euch allen so sehr für eure aufmunternden Antworten. 

Es hat mir wirklich gut getan diese zu lesen. 

Vor allem die letzte von Nervous, da musste ich echt weinen. So schön war die, ging mir echt zu Herzen.

Also nochmal: Herzlichen Dank an euch alle und habt ein schönes, sonniges Wochenende.

Ganz liebe Grüsse,

Astrid 

:) 

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Wer will ein noch haben ?

Ich bin 48 j alt.Habe so viel Liebe zu geben,aber niemand will sie seit ich ms habe .Ich habe vor 3 Jahren einen Mann kennen gelernt ,er hat in einem Kaffee gearbeitet.

Wir haben zusammen gelacht ,dann haben wir Telefoniert  ,wochenlang ,ich hatte Schmetterlinge im Bauch,er war Gesund ,er wusste von meiner ms .Er sagte er liebe mich so wie ich bin. Ich war so Glücklich ,ich konnte es kaum glauben .

Er wohnte aber sehr weit weg.Alle 2 Wochen war ich bei ihm am Wochenende,und dann er bei mir,es war wunderschön .

Dann hatte er keine Arbeit mehr .Dann habe ich bei mir in der Nähe für ihn eine neue Arbeit gefunden. Dann, ist er in meine Stadt gezogen aber ich musste sein Umzugs Wagen bezahlen, aber das habe ich gerne gemacht,

Aber ab jetzt musste ich ihm den Bus jeden Tag bezahlen ,damit er zur Arbeit kommt,noch hatte er ja nichts verdient .So ging es weiter ich habe ihm die Telefonrechnungen,Stromrechnungen noch einen Umzug usw bezahlt.

Das ging 3J so.Er hat mir immer in den Jahren klar gemacht ,das ich nicht über mich reden darf ,ich sollte nicht Jammern wenn ich müde war.Die Leute die wir trafen, waren Stolz auf ihn das er mit einer ms Kranken zusammen ist.

Er hat dann per sms Schluss gemacht ohne Worte.Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen dann habe ich auch noch erfahren, das er sich eine Frau genommen hat die 2 gesunde Arme hat, die Arbeit hat und ein Auto und das ich sein Leben nicht mehr bereichern konnte .

Ich konnte immer noch am Stock gehen .Fuhr mit dem Bus in die Stadt .

Seit dem Tag als er Schluss gemacht hat,Laufe ich mit dem Rollator ,habe Angst draußen zu laufen.fahre nicht mehr Bus .Fahre einmal im Monat mit Taxi zum Arzt und Einkaufen manchmal fährt mein Sohn mich wenn er Zeit hat.Sonnst bin ich nur noch zu hause und mache sauber .

Ich habe keine KRAFT mehr für eine neue Beziehung .wie auch die Kraft reicht gerade für mich.Nur mit keinem Menschen zu reden das fehlt mir sehr.

Meine Kinder reden nur das nötigste mit mir .Ich rede mit meinen Katzen meinen Vögeln mit dem Fernseher mit dem Staubsauger usw.Das ist mir nicht genug.

TRULLALA

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HEY

Ich hatte vor meiner ms 5 J einen Freund ,dann waren noch 2 J zusammen bis ich mein Dreirad bekam ,dann hat er Schluss gemacht,hat sich eine neue genommen und warum ,weil er nicht mit 32 J neben einer Frau mit Dreirad fahren wollte.Er kann das nicht .

Mit ms bekommt mann jeden Mann den man  haben will,solange mann Körperlich nichts sieht ,oder fast nichts sieht. 

Aber sobald Gliedmassen betroffen sind die mann eindeutig sehen kann ,da kommt es gar nicht erst zum kennen lernen .

Das finde ich schade ,wie sollen sie dann meine inneren werte kennen lernen.

Wie oft musste ich mir schon das Getuschel an hören,was willst du mit so ei ner Frau ,die ist doch jetzt schon ein Pflegefall ,ich will noch etwas erleben,aber mit so einer bestimmt nicht da bin ich noch zu Junk zu so etwas binde mir doch nicht ans Bein. 

Aber sie haben ja recht.

TRULLALA

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Hallo Trullala,

nein, sie haben nicht recht. Auch wenn viele in Deiner Umgebung sehr großen Wert auf Funktionalität Deinerseits zu legen scheinen...

Laß Dich von niemandem, auch von Dir selber nicht, auf Deine Defizite beschränken. Du bist viel mehr - Du hast Freude an bestimmten Dingen, mach Dir selber bewußt wer Du bist, wann Du Dich wohl fühlst.

GlG KarU

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Hallo Trullala,

bist du dir sicher, dass die Menschen in deiner Umgebung diese Aussagen machen und nicht du selbst?! Vielleicht hat auch der ein oder andere mal sowas gesagt, aber das war dann einer von vielen. Ich vermute vieles von den Dingen ist nur in deinem Kopf existent. Ein Mensch, der einen liebt, liebt einen so wie man ist und ich sage das als MSlerin, die mit Anfang 20 schon von ihren Freunden die Treppe hoch getragen werden musste, weil sie sonst nicht zur Party im 8ten Stock hätte kommen können ;).

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Hallo Trullala,

Mensch, das hört sich ja reichlich deprimiert an. Aber ist ja auch kein Wunder, das Leben ist manchmal eben nicht einfach.

Ich möchte mich da Famous anschließen. Hast du dich schon einmal gefragt, ob es nicht du bist, die den Funktionseinschränkungen einen viel größeren Hinderungsgrund beimisst als dein Umfeld? Für mich hört es sich so an, als ob du dich selbst als wertlos empfindest und denkst, was sollen denn dann erst andere denken. (Spreche da aus Erfahrung)

Außerdem hört es sich für mich so an, als ob du da dein Herz an eine Trantüte verloren hattest. Der lässt sich Bus und so bezahlen? Hallo? Viel hat der bestimmt nicht auf sich gehalten, sonst hätte er das doch nicht gefordert. Also bitte ....

Abstriche in der Attraktivität für andere Personen gibt es immer. Bei den einen sind es die Kinder, beim anderen der dicke Hintern, der kleine Busen, zu schlau, zu dumm, nicht selbstbewusst genug, falscher Beruf und weiß der Geier was noch. Andererseits gibt es dann auch diejenigen, die es nicht stört oder die gerne helfen. Nur wenn man nicht rausgeht, trifft man die auch nicht.

Und was deine Kinder angeht, die merken doch bestimmt auch, dass du deprimiert bist und es vielleicht kein günstiger Zeitpunkt ist dich anzusprechen. Worüber sollen sie denn auch reden?

Ich wünsche dir, dass du den Mut fassen kannst, wieder aktiver zu werden und auf Menschen zuzugehen. Schaffe Gelegenheiten ... Sportgruppen, Museum, irgendwo unter Menschen. Motto: Schneckenhaus abwerfen

Grüße,

weltoffen

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Auf KEINEN Fall die Hoffnung aufgeben!! :)

Es gibt meistens irgendwo Jemanden .. und MS ist zwar manchmal ein Hindernis, aber nicht, wenn man der richtigen Person gegenübersteht! :)

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man steht sich viel zu oft auch selbst im weg. Mit der eigenen Vergangenheit, den eigenen Vorstellungen usw.

in den vergangenen zwei Jahren hate ich mehrere mnner kennengelernt und allen sofort von der ms erzählt. Deswegen die flucht ergriffen hat keiner. Es lag eher an mir, dass es nicht weiterging. Wegen meiner altlast. Finde ich sch..., kann es aber ncht ändern.

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... 41 jahre habe ich gehofft!... vllt. hat CLAUDIA19 recht?! man steht sich selbst im weg??!

oder es geht doch nur um die "kohle" ?...

jetzt geht wieder ein jahr vorbei...

ich bin ein besch.. krüppel der emotional einfach nur ein wrack ist.

.... ich habe noch ca. 40 std. in meiner gesprächstherapie....

ich bin ein exot aber kein abartiger perverser!

der is macht krieg wie diverse andere geschichte machen...

ist wohl doch nicht so romantisch wie meine träume von einem autarkem leben auf einer

berghütte.

das wollte ich nur loswerden!

schönes restwochenende!

GRUß

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Hallo zusammen!

Schöne und schaurige Geschichten, die hier zu lesen sind!

Vor meiner Diagnose vor 3 Jahren war ich selber unglücklich Single und irgendwann hab ich die Partnerinsuche aufgegeben.  Ziemlich schnell hab ich unverhofft meine jetzige Partnerin kennengelernt.

Diagnose war dann ein Jahr später (also vor 2 Jahren) und sie steht zu mir - 100%. Bestimmt habe ich Glück mit meiner Partnerin.

Allerdings vorher auch relativ schlechte Erfahrungen gemacht und daraus gelernt. Denn: Mist ist der Dünger für Neues. Selbst wenn sie mich verlassen hätte oder noch verlassen wird weiß ich, dass ich stark genug sein werde. Das  kann auch indirekt mit der Krankheit zu tun haben, denn hier lerne ich stark zu sein.

Einige Dinge (z.B. Lebenseinstellung) können bestimmt von einem selbst beeinflusst werden. Andere (bisherige Erfahrungen) leider nicht.  Wichtig ist nach meiner Erfahrung loslassen, das kann man auch üben!

Wünsche euch - egal was passiert - oder nicht passiert - alles Liebe und Gute!

Das wir alle unseren Weg finden und gehen/rollen. Egal ob mit oder ohne "Anhang"

Ann

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Hallo zusammen,

Bin neu hier,und froh das hier gefunden zu haben,ich befinde mich gerade in einer Situation,für die ich nicht die richtigen Worte finde.Ich bin traurig,wütend,verlassen und alleine.Tja ich glaube ich bemitleide mich schon selbst?! Seit 34j habe ich MS ,kurz nach der Geburt meiner Tochter,die Diagnose wurde ich von meinem Mann verlassen. Ich hatte Verständnis für ihn,er hatte nicht die Kraft ,und er hatte Angst!!!Also war ich eine alleinerziehende mit MS,das habe ich 11j super gemeistert.Dann lernte ich einen Mann kennen und lieben ,er wußte von Anfang an von meiner Krankheit .Alles war gut,dachte ich und heute bemerke,dass ich garnicht wusste wie wertvoll,das alles war!Wir sind/ waren 22j zusammen und haben vor 6j geheiratet .Vor zirka einem Jahr fing es an ,mein Mann bekam einen Burnout und Depressionen,nach schrecklichen Monaten ,und der Frage wie wir da wieder raus kommen,ist er dann ausgezogen ! Bin ich schuldig an seinem Zustand ?Jetzt kämpfen wir beide,jeder für sich,wir sind beide unglücklich und alleine.Er sagt er muss sein Leben neu aufstellen ! Und ich?

Sorry,dass ich euch so zutexte und das war nur die Kurzform ! Extrem liebe Grüße greeny

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Hallo,

bin zum zweiten Mal verheiratet. Mein Ex-Mann konnte so gar nicht mit der MS umgehen und hat Angst gehabt, mit mir weiterzuleben. Aber das war nicht das einzige Problem. Durch die MS hab ich erst erkannt, das in dieser Ehe so vieles im Argen liegt (will euch damit aber nicht zutexten).

Ich hab mich dann von ihm getrennt und nach einem Jahr einen neuen Partner gefunden. Letztes Jahr haben wir geheiratet und das war der absolute Glücksgriff. Ich habe einen Mann gefunden, der mich so akzeptiert wie ich bin, mich unterstützt wo er nur kann und den ich über alles liebe.

Ich sag mir deshalb, dass ich zwar Pech gehabt hab mit der MS, aber auf der anderen Seite mein Glück gefunden habe. Und dass kann sich für die Krankheit nur positiv auswirken.

Ich weiß aber auch, dass ich großes Glück gehabt habe und dafür bin ich dankbar. Dachte damals nämlich auch, dass ich nie wieder jemanden finde. Es ist nämlich gar nicht einfach.

Das soll euch allen Mut machen - steht euch nicht selbst im Weg - wie Millikesse schreibt: Es gibt immer jemanden!

@Greeny: Tut mir leid, dass von dir zu hören und ich wünsche dir viel viel Kraft und alles Gute!

Liebe Grüße

Diana

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Hallo Diana, hallo Greeny,

ich weiß nicht, ob es sich so verhält, wie von Millikesse geschildert (Es gibt immer jemanden!), aber was ich wohl sagen kann, ist folgendes. Nicht nur, dass wir für das Gro der denkbaren Partnerinnen und Partner mit unserer Erkrankung an Attraktivität verloren haben, aber, und so ist es jedenfalls bei mir, die Ansprüche an unsere Partner steigen auch. Da ich mir, auch gezwungenermaßen, viel mehr Gedanken zu mir, meinem Leben und meiner Umwelt und zu dem, was ich von alledem erwarte, machen muss, fallen viele Menschen auch durch mein Suchraster. Ich persönlich musste 38 Jahre alt werden, bis ich meinen Menschen gefunden habe. Das wir Beide mit MS "gesegnet" sind, ist unserer Partnerschaft mehr als zuträglich. Und auch ich kann, wie du liebe Diana, unserer MS etwas positives abgewinnen, denn ohne unsere MS hätte ich meine Frau und damit meinen Menschen, wahrscheinlich nie gefunden auch wenn wir auch ohne MS sehr gut mit einander funktionieren würden. Heute bin ich fünfzig und seit fast 10 Jahren glücklich mit Bettina verheiratet.

Ich denke aber auch, dass für uns, wie für jeden anderen Menschen mit einer chronischen Erkrankung, eine tragfähige und von gegenseitiger Liebe und Achtung geprägte Beziehung auf Augenhöhe, wichtiger ist als jedes Medikament und jede andere Form der Behandlung.

Ganz lieben Gruß - Volker

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Hallo Volker,

das hast du echt schön gesagt und man merkt dir an, wie glücklich du in deiner Beziehung bist.

Wünsche dir alle Gute!

Liebe Grüße

Diana

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So ganz aus der Reihe, um auch mal was Positives beizusteuern:

Bei meiner Freundin wars so, als sie ihre Diagnose anläßlich des ersten richtig heftigen Schubs hatte.. hat er sie gebeten, ihn zu heiraten, weil er wollte, dass sie nicht denkt, er verlässt sie womöglich wegen der Krankheit.

So kanns auch gehen  :-)

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Hallo zusammen, mein erster Beitrag hier im Forum aber ich möchte in diesem Thema unbedingt etwas schreiben.

Einmal zurück zu der eigentlichen Fragestellung des  Themas: Natürlich ist es nicht unmöglich einen Partner zu finden.

Wir haben uns vor beinahe einem Jahr kennengelernt und unsere Beziehung ist getragen von Liebe, Respekt, Verständnis für einander, Achtsamkeit, Nähe, Wärme und Geborgenheit.

Sie (41) mit MS, ich (34) mit Muskeldystrophie.

Versucht nicht aufzugeben, optimistisch zu bleiben und vielleicht nicht den körperlich makellosen Partner zu suchen, denn es sollte nicht nicht an erster Stelle wichtig wie ein Mensch äußerlich aussieht oder welche Krankheit er hat, sondern wie er innerlich aussieht.

Versucht euch auf die Reise zu begeben, die inneren Werte zu erforschen und zu entdecken. Vieles wundervolle liegt im ersten Blick oftmals verborgen.

Ich bin allerdings ziemlich erschütternd, dass neu diagnostizierte MS oder ein neuer Schub offenbar nicht selten zur Trennung einer Partnerschaft führt.

Eine wirkliche und tiefgehende Liebe sollte eigentlich eine Krankheit aushalten können.

Versteht diesen Beitrag bitte nicht als besserwisserisch, sondern eher als Mutmacher, dass es Menschen gibt, die die MS nicht als Last und Hindernis sehen.

Alles Gute für euch!

 

 

 

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Vor ein paar Jahren hatte eine Betroffene den Mut gefasst und das Thema aufgeworfen: Einen Partner finden trotz MS - unmöglich? Dafür gebührt ihr großer Dank.

Es ist wenig verwunderlich, dass diese Frage immensen Zuspruch gefunden und >11.000 Aufrufe erfahren hat. Zu sehr sehnen sich alle Menschen nach einer geborgenen Zweisamkeit.  Ich sah dieses Thema schon sehr lange und irgendetwas störte mich an dem Titel (nur an diesem, nicht an dem Inhalt, den zu beurteilen mir nicht zusteht!). Es war das Wort "trotz". Dieses kleine Wort suggeriert, dass die MS der große Hemmschuh bei der Partnersuche ist. Aber stimmt das?

Gut, MS ist -salopp formuliert- nicht gerade sexy. Wer lässt sich gerne auf einen anderen (m/w) ein, der -gleich einer Wundertüte-morgen in Lähmung und Siechtum verfallen kann. Und dennoch blieb mein Unbehagen gegen das Wort "trotz". Es erzeugte einen großen Widerstand in mir und ich spürte, dass ich es gerne gegen das Wort "mit" ersetzt hätte, bzw., dass ich die Frage lieber gegen eine positive Aussage ersetzt hätte: Partnersuche mit MS ist möglich!

Na klar, der geneigte Leser wird nun an rührende Geschichten denken, die die Liebe zweier MS-Betroffener schildern, die sich beim Aufenthalt in einer MS-Klinik kennen gelernt haben. Ich will/darf es gar nicht ins Lächerliche ziehen- ja, diese Lebensgeschichten gibt es und das ist gut so. Ich möchte mit meinem Beitrag allerdings woanders hin:

Lassen wir die MS doch mal für einen Augenblick weg. Ja genau: wir wären schubfrei, bzw. wüssten gar nicht, was Progredienz bedeutet. Wir wären das, was man "landläufig" gesund nennt. Wie würde die Fragestellung dann lauten? Wäre sie wirklich positiver?

Alle elf Minuten verliebt sich (angeblich) ein (vermutlich nur MS-freier) Single über eine hier nicht näher zu nennende Online-Partnerbörse. Um wem diese Werbebotschaft zu flach ist, mag sich zu einer Elite zählen und wird vielleicht dort fündig- egal, das Netz ist voll von derartigen friendscouts, die uns versprechen, Menschen im Minutentakt ins Glück zu matchen. Dieser kleine Ausflug mag verdeutlichen, dass unheilbare Krankheiten die Chancen bei der Partnerwahl nicht erhöhen mögen, dass das Kernthema m.E. für alle Menschen aber ein anderes, viel grundsätzlicheres ist.

Da ist einmal der für mich bis heute nicht ansatzweise gelöste Rollenkonflikt zwischen den Geschlechtern.

In den 80´gern sang, vielmehr schrie ein deutscher Künstler: Wann ist ein Mann ein Mann? Diese Frage ist auch im 21. Jahrhundert offen. Die Männer, na ja, sagen wir mal viele Männer spüren schon lange, dass es weit mehr gibt, als der tolle Hecht zu sein, der sich zu Tode arbeitet, der Macher ist, zwei Häuser baut usf. Männer dürfen inzwischen weinen, ohne sofort soft zu sein, sie dürfen Elternzeit nehmen, ohne in Unternehmen als Weicheier dazustehen.

Und die Frauen? Mir als Mann scheint es, dass die Frauen ihre Rolle auch nicht finden. Wenn ich in Führungsetagen blicke, sehe ich vermännlichte Frauen, die das einstige Rollenverhalten der Männer kopieren. Sie bekommen genauso Herzinfarkte, gönnen sich den Mittagspausen-Belohnungs-Fi.. und sind im Sozialverhalten nicht besser als Männer (Frauen behaupten, Frauen seien in dieser Hinsicht sogar schlimmer als Männer).

Und Männer und Frauen?

Puh, jetzt wird´s ganz schwierig. Wo stehen wir im 21. Jahrhundert? Pauschalurteile verbieten sich, aber zuletzt zeigte mir die sog. #MeToo-Debatte, dass zwischen den Geschlechtern nicht wirklich viel Fortschritt zu sehen ist und wir meilenweit weg sind von einem gleichberechtigten Miteinander auf Augenhöhe. Wie dürfen und wollen wir uns annähern? Wie kommen wir wirklich miteinandern in Berührung, so dass wir uns berührt und nicht angemacht, missbraucht fühlen? Ein weites Feld und zugleich weit weg von meinem Ursprungsthema, Verzeihung!

Warum hat eine Betroffene 2015 zurecht diese Frage mit negativen Unterton (unmöglich) aufgeworfen?

Ich sehe bei alledem ein Grundthema, das Männer wie Frauen gleichermaßen betrifft und welches sie -völlig unabhängig von Krankheiten- an der Möglichkeit erfüllender Beziehungen hindert:

das Zauberwort heißt für mich SELBSTLIEBE!

Ich durfte es am eigenen Leib verspüren als ich vor vielen Jahren die wohl beste Entscheidung meines Lebens traf und ein wunderbares Selbsterfahrungsseminar machte. Mein Ziel war es, unbedingt herauszufinden, was meine exakte Berufung ist und wohin es mich nach dieser Erkenntnis beruflich ziehen würde- ganz Mann eben...

Es sollte anders kommen: das Seminar brachte mich mir selbst nahe und ich spürte schmerzlich, dass mein Thema mangelnde Selbstliebe war. Ich suchte immer im außen nach meiner Berufung. Ich hatte übersehen, dass ich erst einmal meine innere Berufung, sprich mich finden durfte, um dann geradezu spielerisch "mein berufliches Ding" zu finden. Und dieser Aspekt ist m.E. auf die Partnersuche eins zu eins spiegelbar.

Wer sich selbst liebt, sich selbst so annehmen kann, wie er ist, hat geradezu eine unwiderstehliche Aura. Diese Ausstrahlung verfehlt ihre Wirkung nicht.

Gut, um nicht auf das Niveau von Kalendersprüchen zu verfallen, will ich einräumen, dass in Zeiten gepflegter Oberflächlichkeit eine Partnersuche mit MS deutlich schwieriger ist als ohne.  Ich hoffe aber, dass ich deutlich machen konnte, warum mir die Fragestellung zu negativ war. Ein Mensch, der sich seiner selbst bewusst ist, der selbstbewusst ist, findet sich, ist bei sich und wird von anderen fast zwangsläufig gefunden-mit, oder ohne MS, versprochen!

Ob die Mitbetroffene, die das Thema postete inzwischen wieder glücklich ist? Wir wissen es nicht. Wünschen dürfen wir es ihr!

Ach ja, einen Wunsch hab auch ich: es ist wie immer und überall im Leben: viele konsumieren, wenige "produzieren". Es wäre sehr schön, wenn es im Forum mehr Austausch gibt! Wem die Themen zu persönlich sind, kann private Nachrichten senden. Wenn man das Verhältnis von Aufrufen zu Antworten sieht, ist es schade, dass der Mut und die Mühe der Verfasser nicht mehr Widerhall finden. Wer natürlich gerade mitten in einer Krise steckt, nen Schub hat etc., möge sich nicht angesprochen fühlen! Das versteht sich von selbst....

Anbei noch ein Text, der meine Aussagen vielleicht noch besser verdeutlicht.

Nachtrag am 28.06.18: ich habe mir meinen Text noch einmal durchgelesen und ich finde es unfair, von Selbstliebe zu sprechen und die (mögliche) Quelle dafür unbenannt zu lassen. Nun weiß ich nicht, ob ich die Quelle nennen darf, aber es ist ja kein Wettbewerber von TEVA und ich bekomme weiß Gott keine Provision: https://neuewege.de/

Ach ja, herzlichen Dank für die vielen Aufrufe! Das Thema scheint in der Tat ganz viele umzutreiben....

Christian

 

charlie-chaplin-selbstliebe.pdf

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Herzlichen Dank für die Zusammenfassung Christian, ich stimme dir voll zu.

Und zum Thema Austausch:

Ich finde es ähnlich schade, aber man muss auch mal schauen, wie viele Leute hier wirklich dauerhaft aktiv sind. Viele kommen hier her, wegen der Diagnose am verzweifeln, treiben sich ein paar Wochen und Monate hier rum, bis es ihnen besser geht und sie das tun, was eigentlich sinnvoll ist... LEBEN. Selbsthilfe ist gut, aber oft genug sind gerade die User, welche die Communities regelmäßiger nutzen, eher dazu geneigt in Selbstmitleid zu verfallen.

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Hallo Famous,

herzlichen Dank für Deine Rückmeldung im Forum!

Ich bin bei Dir: viele Neubetroffene finden u.a. auf dieser Plattform einen ersten Halt, Ratschläge und Tipps. Es ist sehr nachvollziehbar, ein MS-Forum im Fall der Besserung wieder zu verlassen und sich dem "normalen" Leben zu widmen (was immer normal ist).

Mir bleibt durch die Fatigue ein Zeitfenster, um das Forum generell für Austausch zu nutzen. Das gänzliche Symptomabklingen gönne ich jedem, ist aber nicht mein Fall. 

Dass viele hier sich teilweise eher negativ nach "unten pushen" ist bedauerlich.  Gut nur, dass man/frau die Freiheit hat, diese Teilnehmer zu meiden.

Ich versuche immer eigene Erfahrungen zu offenbaren, die andere inspirieren, abwägen und ebenso auch ablehnen können.  Es sind immer nur (subjektive) Impulse zumeist auf ganz wunderbare und mutige Themen, die teilweise vor Jahren angestossen wurden und die es Wert sind, auch 2018 diskutiert zu werden.

Hab´eine gute und stabile Zeit!

Alles Liebe

Christian

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Hallo Allerseits,

hier einmal ein Artikel zum aufbauen.

Auch im Rolli muss nicht das Ende  sein.

 Warum auch immer DU ein Handicap hast, es gibt ein Weiter mit Allem und Scharf !!!

Ein Blick von der anderen Seite .

https://www.behindert-barrierefrei.de/rollstuhl-fahrerin-laura-ueber-ihr-liebesleben-weg-durch-den-beziehungsdschungel/

 

 

 

LG

Pete

 

 

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