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PINK1984

Partner möchte mich nicht mehr sehen

5 posts in this topic

Hallo alle zusammen,

Ich habe mich hier angemeldet weil ich ziemlich verzweifelt bin und nicht weiß an wen ich mich wenden könnte. Hier kurz einige Infos zu meinem Problem:

Mein Freund, mit dem ich seit 8 Monaten eine Fernbeziehung führe (330km) bekam vor zwei Monaten die Diagnose MS. Es fing an mit wochenlang anhaltenden Kopfschmerzen und Sehstörungen und die Diagnose wurde relativ zügig gestellt, nachdem MRT (2x), EEG, Lumbalpunktion etc gelaufen ist. Ich muss dazu sagen, ich bin Krankenschwester und mit der Krankheit "vertraut".

Auf jeden Fall war die Diagnose ein Schlag ins Gesicht für ihn, was absolut nachvollziehbar ist und für mich war sofort klar, dass diese Krankheit nichts für mich ändern wird. Auch wenn wir erst kurz zusammen sind, wir hatten bis dahin schon Zukunftspläne geschmiedet und ich wollte eigentlich nach meinem Examen nächstes Jahr zu ihm ziehen.

Also, wie gesagt, nach der Diagnose haben wir uns noch einige Male darüber unterhalten aber ich hab schnell gemerkt, dass er noch nicht soweit ist, er redet generell ungern über "Gefühle" und für mich war das immer ok. Klar ist es für mich schwer, aber ich habe es immer akzeptiert und ihm signalisiert, er kann jederzeit mit mir reden, egal wann, ich bin für ihn da. Wenn er dies nicht möchte, nehme ich das auch hin.

Wir sehen uns meistens alle zwei Wochen, da wir beide auch am Wochenende arbeiten, haben aber sonst täglich telefoniert und geschrieben.

Er wirkte ziemlich bedrückt die letzte Zeit aber versuchte dies immer zu überspielen. (Wobei ich natürlich genau spüre, wie es ihm geht).

Auf jeden Fall wollte ich ihn vor zwei Wochen besuchen, er hat mir dann aber geschrieben dass er massive Kopfschmerzen hat und erbricht, und dass er Angst hat. Ich hätte so gerne etwas für ihn getan, ich hätt sofort mit dem Dienst aufgehört und wäre zu ihm gefahren, aber das wollte er nicht.

Seitdem ist er wie ausgewechselt. Er schreibt kaum noch, geht nicht mehr ans Telefon und ruft mich auch nicht mehr an.

er möchte einfach seine Ruhe und braucht Zeit für sich, das war so das letzte was er geschrieben hat.

Ich bin völlig ratlos. Ich liebe ihn über alles, ich würd einfach nur gern das "richtige" tun. Für mich ist es auch deswegen schwierig, weil ich einfach nichts weiß, er blockt dieses Thema vollkommen ab, von Anfang an. Und durch die Entfernung erlebe ich ihn auch nicht persönlich, was die Situation nicht leichter macht.

Es tut mir leid dass ich so weit ausgeholt habe. Ich möchte ihn auf keinen Fall verlieren aber ich habe das Gefühl dass genau das gerade passiert. Ich würde so gerne mit ihm reden, einfach von ihm wissen, was ich tun kann oder tun soll...

Hat jemand Ähnliches erlebt?

Ich sitze hier, 300 km weiter und werde bald verrückt, diese Unwissenheit, ob er einfach nur abstand braucht um alles zu verdauen und die Angst, ihn zu verlieren ... Ich akzeptiere natürlich seinen Wunsch nach Ruhe, auf der anderen Seite ist bei uns ein klärendes Gespräch lange überfällig. Ich weiß einfach nicht weiter....

Erschwerend dazu kommen private Probleme (Scheidung läuft noch, sein Sohn ist krank und wird wohl leider auch nicht mehr gesund... Sein Job verlangt ihm auch alles ab)

Ich hoffe, es weiß vielleicht jmd einen Rat. Mir ist klar, es gibt kein patentrezept....

Danke schon mal im Voraus ...

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Hallo Pink,

bin vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner für Eure Beziehung (bin 52J. und verheiratet),

aber dieses ständige erbrechen war bei mir Anfangs auch der Fall, (lt. Arzt war durch Liäsion der gleichgew. Sinn gestört, dadurch oft erbrechen) und bin auch schnell in eine Depression geschlittert, habe zwar nach aussen noch funktioniert aber die Angst, es hat mal jemand gesagt kriecht in jeden Winkel des Gehirn, ich hatte ca. 10 Monate gebraucht bis ich damit klargekommen bin (habe davon aber niem. erzählt) und die Depress. mit Medikamenten verging, hatte auch einen stat. Aufenthalt was mir half über das Tief zu kommen,  heute geht es mir gut bis sehr gut.

Das Thema Rückzug kenne ich auch. Hilfreich waren auch Termine beim Psychotherapeuten, auch wenn es gedauert hat.

Gruß

Martin

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Hallo Pink,

ich bin mänl., Jahrgang 83 und habe seit 2013 MS.

Als erster Punkt, du bist nicht Schuld am Verhalten von deinem Freund - das bitte nicht vergessen.

Mir ging es ähnlich wie ihm und ich bin auch erst mal in ein sehr tiefes Loch gefallen. Um da wieder rauszukommen habe ich auf jeden Fall mehrere Monate Zeit gebraucht um mich an die neue Situation zu gewöhnen. Meine Ehefrau steht auch immer an meiner Seite, was mich dann auch sehr beruhigt hat. Was kann dir also helfen: Zeit lassen, Informationen zusammentragen um gelassener zu reagieren und nach Möglichkeit viel reden.

Auch ein geregelter Tagesablauf kann helfen, z.B. morgens Vitamin D nehmen, abends spritzen, danach reden/essen o.ä.

Für dich ist es vielleicht angenehm einen Brief zu schreiben. Nur für dich oder für deinen Freund. Schreiben kann jedenfalls auch helfen (beiden).

Ich hoffe das beruhigt etwas, viele Grüße.

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Männer bewältigen ihre Probleme und Sorgen anders als wir Frauen. Während wir Frauen uns mitteilen möchten, müssen Männer in sich gehen und selbst damit klar kommen. Er braucht einfach ein bisschen Zeit für sich alleine.

Gib ihm das Gefühl für ihn da zu sein. Ansonsten reskeptiere, dass er es erst mal selbst verarbeiten muss.

LG Summersun

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Guten Abend, ich habe meine Diagnose ende April zum ersten mal gehört. Ich habe einen Lebensgefährten der erst im Februar zu uns gezogen ist und 3 Kinder. Für 3 Wochen habe ich mich komplett in mich selbst und meine Ängste verkrochen, immer mit der Hoffnung das es eine falsche Diagnose ist. Nach 3 Wochen wurde es Schritt für Schritt besser, aber bis ich darüber reden konnte, mir Infos besorgen konnte, mich hier Im Forum umsehen konnte hat 4 Monate gedauert. Ich glaube was dein Freund braucht ist Zeit. Er muss es wahrscheinlich erst mit sich ausmachen. Mein Lebensgefährte hat mir neulich gesagt er hatte plötzlich jemand fremdes vor sich, aber er wusste irgendwo da drin, also in meinem Kopf da sei ich noch und er würde warten bis ich wieder herauskomme. Er meinte es hätte sich gelohnt. Also das warten ohne Druck seinerseits.

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