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Beobachter

Kämpfen um allen Preis?

12 posts in this topic

Hallo,

ich weiß, ein sehr heikles Thema, ich traue mich dennoch es anzusprechen, wenn es nicht gewünscht wird oder zu heftig ist, kann es sicher ein Moderator löschen. :)

Ich habe meine Diagnose noch nicht, doch da ich verschiedene Symptome habe und viele Zeichen für MS sprechen (einige allerdings auch für ALS) habe ich die Befürchtung eine aggressive MS oder noch schlimmer ALS ausgefasst zu haben. 

Den genauen Krankheitsverlauf poste ich hier jetzt nicht, ich kann es aber in meinen Willkommensthread gerne etwas ausschmücken. 

Natürlich drehen sich die Gedanken immer über den schlimmst möglichen Fall und da habe ich noch keine endgültige Entscheidung getroffen, entweder ich entscheide mich für den Kampf bis zum letzten Abendzug oder für den Freitod. Momentan tendiere ich sehr stark zum Freitod, sowohl bei ALS als auch bei MS wenn ich eine bestimmte Behindertenstufe erreiche. Meine Angst, dass ich dann nicht mehr dazu in der Lage bin und somit hilflos meiner Pflege ausgeliefert bin. Daher möchte ich Vorkehrungen treffen. 

Noch einige Worte zum "Freitod". 

Warum sich dafür entscheiden, ist nicht jedes Leben heilig? Ich habe lange darüber nachgedacht und bin bei Epikur gelandet. Epikur meint, das Leben ist solange Lebenswert, solange die Lust den Schmerz übersteigt, der Schmerz an sich ist allerdings subjektiv und durch die Wahrnehmung bestimmt. Soweit klingt das für mich logisch, nur gibt es meiner Ansicht nach einen Punkt, an dem Die Wahrnehmung nicht mehr Lebenslust erzeugen kann, wie der Schmerz nimmt. Dadurch wäre der einzige Lebensgrund, dass wir Angst vor dem Bewusstseinsverlust haben, den Angst vor dem Tod an sich, wäre unlogisch.  

 

Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, daß der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, daß der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich. Dieses Wissen hebt natürlich die zeitliche Grenze unseres Daseins nicht auf, aber es nimmt uns das Verlangen, unsterblich zu sein, denn wer eingesehen hat, daß am Nichtleben gar nichts Schreckliches ist, den kann auch am Leben nichts schrecken. Sagt aber einer, er fürchte den Tod ja nicht deshalb, weil er Leid bringt, wenn er da ist, sondern weil sein Bevorstehen schon schmerzlich sei, der ist ein Tor; denn es ist doch Unsinn, daß etwas, dessen Vorhandensein uns nicht beunruhigen kann, uns dennoch Leid bereiten soll, weil und solange es nur erwartet wird!

So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da.

Gibt es in diesem Fall noch einen rationalen Grund zu leben? Die Angst vor dem Tod alleine vergiftet die restliche Lebensqualität, was ja zusammen mit dem bereits vorhandenen Leid zu einer negativen Lebensqualität führt. Schafft man es sich von der Angst zu lösen und durch die Wahrnehmung auch in der Behinderung Lebensfreude zu erfahren, kann man diesen Punkt noch hinauszögern, aber verhindern lassen wird er sich nicht. 

Wie seht ihr das? Habt ihr euch dazu Gedanken gemacht? 

Was hier bei MS in der Gleichung noch fehlt, ist die Wahrscheinlichkeit auf Heilung. Bei MS, anders als bei ALS, besteht die Möglichkeit, dass sich durch Stammzellen die Erkrankung rückwirkend noch heilen lassen würde, wobei man die Fortschritte der Forschung kaum einschätzen können wird. Man sollte ja auch nicht das fehlende Eigeninteresse der Pharmakonzerne bedenken, die lieber mit den Medikamenten Geld scheffeln, wobei es bestimmt Idealisten in Unis gibt. 

lg

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Wie wäre es mit einer Patientenverfügung? Beim Vorhanden sein einer solchen wäre dir und deinen nächsten Angehörigen sehr geholfen! In einer solchen Verfügung kannst du all deine Wünsche in Sachen deiner Krankheit, evtl. Lebensverlängerung, etc., etc. schriftlich festhalten und wäre so, was immer und wann immer von den Ärzten. Angehörigen etc., zu befolgen!

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Wie wäre es mit einer Patientenverfügung? Beim Vorhanden sein einer solchen wäre dir und deinen nächsten Angehörigen sehr geholfen! In einer solchen Verfügung kannst du all deine Wünsche in Sachen deiner Krankheit, evtl. Lebensverlängerung, etc., etc. schriftlich festhalten und wäre so, was immer und wann immer von den Ärzten. Angehörigen etc., zu befolgen!

Hallo Oers,

daran habe ich schon gedacht, nur weiß ich noch nicht, wen ich damit guten Gewissens belasten kann. Ich denke es kann seelisch ganz schön aufreibend sein. 

Hast du eine? Wenn ja, wie hast du es geregelt?

Momentan habe ich öfter an eine Giftkapsel gedacht, die ich versteckt bei mir tragen kann, das wäre eine Alternative. Wovon ich aber auch Angst habe, ist, dass ich diese mal im Affekt einwerfen würde, was denkbar ungünstig wäre. Allerdings haben wir alle eine heftige Sperre, der natürlich dem Affekt entgegen wirkt. Nur gibt es Menschen, die einen Suizid aus Affekt begehen, insofern klappt dieser Schutz auch nicht immer. 

Alles nicht so einfach! Die Patientenverfügung hilft einem beim Freitod ja auch nicht weiter, da geht es doch auch nur um Lebenserhaltende Maßnahmen, oder? Soweit möchte ich es auch nicht kommen lassen. Generell besteht ja immer die Möglichkeit, dass kurz nach dem Freitod ein Mittel gefunden würde, das ist also auch abzuwiegen. 

Eine brauchbare Alternative wäre das künstliche Koma, wenn es nicht mehr erträglich wird. Dann hätte man noch die Chance, länger zu leben, ohne zu leiden und somit könnte man eine brauchbare Therapie erleben. Das wird finanziell aber kaum möglich sein. 

lg

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Lieber Beobachter,

bitte melde dich im Aktiv mit Ms Serviceteam unter der 0800 1970970.

Damit Wir deine derzeitige Situation besprechen können.

Wir warten auf deinen Anruf.

Lieben Gruß Ariane

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Hallo Beobachter,

Kann deine Angst selbstverständlich verstehen ging mir am Anfang genauso.Habe im November 2015 Diagnose Primär progiente chronische MS bekommen,wie du vielleicht weißt ist das der schwer wiegende Verlauf und es leider dafür keine Medikamente gibt ausser alle 3 Monate Stoßtherapie mit Kortison Infusionen was leider bei mir bis zu Besserung geführt hat.Kann inzwischen nur noch wenn überhaupt ca.1km gehen und höchstens 30 min.stehen,aber was soll's ich hab es jetzt akzeptiert und freu mich jeden Tag wenn ich ein wenig gehen kann.Habe noch keine Sekunde verschwendet damit mein Leben weg zu schmeißen wenn es mal gar nichts mehr geht ich denke auch da das Leben noch schön sein.

Lg Maria

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Lieber Beobachte!

Warte doch erst einmal ab, ob und welche Diagnose du bekommst. Bislang sind doch alles nur Spekulationen und "was wäre wenn".

Mir ging es zeitweise schon richtig mies mit der MS + Depessionen und mit der richtigen Therapie (Plasmapherese/Psychotherapie + Medieinstellung), Geduld und Physio etc. habe ich mich immer wieder gut errholt - hatte aber nie solche Gedanken.

Ich arbeite im KH und du glaubst nicht, wie sehr man am Leben hängt, auch wenn es noch so beschissen ist.

Melde dich bitte bei den Moderatoren, nimm das Angebot wahr, such dir einen Therapeuten, warte auf deine Untersuchungsergebnisse und nimm Hilfe an!!!

Anne

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Kann ich nur zustimmen. UNBEDINGT erstmal abwarten ... Und Hilfe sollte UNBEDINGT angenommen werden. Da ist ja auch nichts Schlimmes bei :)

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sehr geehrter herr beobachter !

ich hatte hodenkrebs und hab diesen besiegt!

ferner bin ich mit meinen 40 lenzen "jungfräulich"!

ich habe außerdem eine spätdyskenesie die meinen linken arm

unbrauchbar macht und für die es keine heilung gibt!

...desweiteren mache ich eine gesprächstherapie auf verhaltensbasis.

ich fahre trotzdem fahrrad, roller und auto!

ich habe 2 abgeschlossene berufsausbildungen, eine sogar mit staatspreis

weil ich unter den 10 % der besten war....

warum mache ich hier nen "offenbacher"?

ich dachte genau wie du an oithanasie!

hatte mir schon ein nettes hospiz in der schweiz ausgesucht.

bullshit!

mord ist mord! ...eben auch selbstmord!

ich will kein mörder sein!

...eine höhere gewalt mag das zu entscheiden.

wenn es soweit ist, dann ist das so!

dann hab ich pech gehabt und nie eine partnerin.

oh ja ich habe sehr oft daran gedacht und es kränkt mich heute wie früher.

alles gute!

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Hallo,

@ARIANE -AKTIV MIT MS- Danke, ich werde das im Hinterkopf behalten, sobald ich die genauen Ergebnisse der neurologischen Untersuchung habe, komme ich gerne darauf zurück. 

@MARIA SCHUMACHER Das klingt wirklich hart, ich finde deine Einstellung bewundernswert. Da dürfte ich mich nicht beklagen, nur so leicht ist es mit der Angst nicht, das Kopfkino lässt sich nicht so einfach abschalten. Was ich dir empfehlen würde, lies doch etwas zu Biotin, hier gibt es ganz brauchbare Ergebnisse, vielleicht hilft es dir. :)

@ANNE136 Danke, auch deine Zeilen machen mut. Ich werde jetzt einmal die Diagnose abwarten, wenn sei positiv ausfällt, suche ich mir auf jeden Fall einen Therapeuten, um das Risiko von möglichen Affekthandlungen zu minimieren. 

lg

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Hallo Beobachter,

deine Reaktion auf die Verdachts Diagnosen kann ich voll und ganz verstehen. Ich habe 2005 die gleiche Situation durchgemacht. Auch ich dachte zu erst lieber bringe ich mich um solange ich es noch kann. Aber heute 11 Jahre und 8 Schübe später gucke ich mein Leben an und bin froh das ich es nicht getan habe!Sonst hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt und unsere schöne Hochzeit verpasst. Genau so wie die Geburt meiner beiden zauberhaften Nichten u.v.m

Also das Leben mit MS ist nicht immer leicht. Aber es gibt genug Schöne Dinge im Leben wofür es sich zu Kämpfen lohnt!

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Hallo,

@SHITSTORM Respekt für deine Leistung! Trotz solcher Voraussetzungen sich etwas aufzubauen ist schwer, es tut gut zu lesen, dass es möglich ist und Menschen diesen Weg erfolgreich gehen. In der ethischen Abwertung der Selbsttötung vertrete ich allerdings eine andere Position, da ich nicht religiös bin, komme ich hier in keinen Konflikt mit der Religion. 

@TEELICHT Auch deine Geschichte ist ermutigend und regt zum positiven Denken an. Bei MS gibt es eben völlig verschiedene Abläufe. Gerade stehe ich mit jemanden im Kontakt, der seit seiner Diagnose keinen Schub mehr hatte. Ob das an seiner speziellen Ernährung liegt (die ich bereits übernommen habe) sei dahingestellt, alleine die Tatsache, dass es möglich ist, spendet Hoffnung. 

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend. 

lg

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Hallo,

hast du deine Diagnose schon bekommen?

LG Ped

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