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Antiallergikum repariert die Myelinschicht

In San Francisco konnten Wissenschaftler bei einer kleinen Gruppe von Betroffenen die Myelinschicht von geschädigten Sehnerven durch ein Antiallergikum reparieren.

SAN FRANCISCO (Biermann) – Mit einem Medikament gegen Allergien ist es US-amerikanischen Forschern gelungen, die Myelinschicht von geschädigten Sehnerven infolge einer Multiplen Sklerose (MS) zu reparieren. Allerdings umfasste die Studie nur wenige Teilnehmer.

Wie die Wissenschaftler berichten, war bereits bekannt, dass der Wirkstoff Clemastinfumarat, der bislang zur Linderung allergischer Beschwerden eingesetzt wird, die Entwicklung von Vorläuferzellen in die myelinbildenden OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden. anregt. Dies gelingt sowohl im Tierversuch als auch an menschlichen Zellen in Kultur. Auf Basis dieser Befunde wollten Dr. Jonah R Chan und Kollegen von der Universität Kalifornien in San Francisco die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffes bei Menschen mit Multipler Sklerose testen.

Dazu schlossen sie 50 Personen mit schubförmig remittierender MS in ihre Studie ein, bei denen eine chronische demyelinisierende optische Neuropathie festgestellt worden war und die immunmodulatorisch behandelt wurden.

Die Studienteilnehmer teilten sie in zwei Gruppen ein, von denen die eine 90 Tage lang zweimal täglich je 5,36 Gramm des Wirkstoffes und anschließend 60 Tage lang ein Placebo erhielt. In Gruppe 2 war das Vorgehen genau umgekehrt (90 Tage Placebo, 60 Tage Verum). Primäres Studienziel war der Rückgang der Verzögerung bei der Reizleitung im Sehnerv.

Wie verschiedene Tests am Ende der Studie belegten, hatte sich bei den Teilnehmern die Geschwindigkeit der Reizleitung pro Auge um durchschnittlich 1,7 Millisekunden verbessert. Als Nebenwirkung der Behandlung geben die Wissenschaftler FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. an, schwere unerwünschte Ereignisse traten nicht auf.

„Unseres Wissens nach ist dies die erste randomisierte, klinische Studie, mit der die Wirksamkeit einer remyelinisierenden Substanz zur Behandlung einer chronischen DemyelinisierungUnter Demyelinisierung versteht man die Schädigung sowie den Verlust von MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von Oligodendrozyten, im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. (= Substanz, die Axone und Nervenzellkörper schützt und isoliert). bei MS gezeigt werden konnte. Unsere Ergebnisse belegen, dass eine Reparatur des Myelins auch nach langer Zeit noch möglich ist.“

Quelle: The Lancet, 10. Oktober 2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32346-2



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