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Axonschäden sind umkehrbar

Mit einem Botenstoff lässt sich möglicherweise das Absterben von Nervenzellen bei chronischer MS lindern. Das fanden Forscher der Universität Mainz heraus.

MAINZ (Biermann) – Neurowissenschaftler der Universität Mainz haben herausgefunden, dass der Botenstoff Interleukin-4 (IL-4) die bei der progredienten Multiplen Sklerose (MS) auftretenden Schäden an den Ausläufern von Nervenzellen (Axonen) umkehren kann. Die Forscher glauben deshalb, dass die IL-4-Behandlung eine neue Strategie darstellen könnte, um das Absterben von Nervenzellen (Neurodegeneration) bei der chronischen MS zu lindern.

Die entzündlichen Attacken im Gehirn von MS-Betroffenen verursachen krankhafte Schwellungen beziehungsweise Schädigungen der AxonAxone sind Fortsätze von Nervenzellen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Nervenzellen und den ihnen nachgeschalteten Erfolgszellen, z.B. Muskelzellen, her und dienen der Kommunikation im Nervensystem. Axone werden von Hüllzellen umgeben. Diese bilden MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. und überziehen die Axone mit einer weißlichen MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. (Markscheide). Die Myelinscheide schützt die Axone und beschleunigt die Leitung der Nervenimpulse., die jedoch reversibel sein können. Die Idee der Forscher war deshalb, dass es körpereigene Faktoren geben muss, welche die Schädigungsprozesse in Schach halten oder gar reparieren.

Im Modellversuch konnten Prof. Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz, und ihr Team jetzt zeigen, dass IL-4 direkt in den Nervenzellen einen Signalweg anstoßen und die Neurodegeneration aufhalten kann. Ferner beobachteten sie, dass sich mithilfe von IL-4 sogar Wachstumsprozesse der Nervenfortsätze ankurbeln lassen.

Die Effekte des Botenstoffes stellen sich unabhängig vom ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. ein – so eine weitere Erkenntnis der Forscher. „Gegenwärtig verfolgen die meisten Strategien zur Behandlung von MS zwei Kernziele: Entweder gilt es zu verhindern, dass körpereigene, autoaggressive Immunzellen in das zentrale Nervensystem (ZNS) eindringen. Oder es geht darum, Entzündungsprozesse im ZNS zu hemmen“, erklärte Zipp.

„Um eine neue therapeutische Strategie zu entwickeln, mit der sich die axonalen Schäden bekämpfen lassen, halten wir die neuronale IL-4-Behandlung für einen vielversprechenden Ansatz. Denn die Protektion oder gar Regeneration der Nervenbahnen könnten den chronischen Verlauf der MS erheblich verbessern.“

Nun wollen Zipp und ihr Team der Frage nachgehen, in welcher Form sich eine solche Therapie tatsächlich eignet, um bei MS-Patienten axonale Schäden zu beseitigen.

Quelle: Science Translational Medicine 2018;10(430):eaao2304.



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