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Biomarker für bessere Diagnostik und Therapiekontrolle

Biomarker für bessere Diagnostik und Therapiekontrolle

ISTANBUL (Biermann) – Individualisierte Therapieansätze und die Entwicklung von Biomarkern für die Diagnose und Therapiekontrolle der Multiplen Sklerose (MS) stehen derzeit im Fokus der MS-Forschung. Dies wurde auch auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Neurologenvereinigung (ENS) in Istanbul deutlich.

„Multiple Sklerose ist derzeit nicht heilbar. Die in der jüngsten Zeit erzielten Fortschritte im Bereich der frühzeitigen und präzisen Diagnose und der möglichst frühen Behandlung mit wirksamen Substanzen sind jedoch entscheidend für die Lebensqualität Betroffener“ erklärte der MS-Experte Prof. Aksel Siva von der Universität Istanbul.

Die MS früh erkennen

 Mit der fortschreitenden Identifizierung und Verwendung von Biomarkern werde ein sehr vielversprechendes Kapitel im Management der MS eröffnet, erklärte Siva. „Immer mehr Biomarker unterstützen uns heute dabei, rasch und ohne Eingriff Diagnosen zu bestätigen oder auszuschließen, den weiteren Verlauf der MS abzuschätzen oder den möglichen Erfolg einer Therapie individuell vorherzusagen.“

 Potenzielle Biomarker sind einer auf dem Kongress vorgestellten Studie zufolge Entzündungsmarker in der Rückenmarksflüssigkeit: So waren die Spiegel von Beta2-Mikroglobulin und Interleukin-8 im Liquor"Nervenwasser", Flüssigkeit im Zentralnervensystem, die Gehirn und Rückenmark umspült. Sie schützt das Zentralnervensystem vor mechanischer Verformung und spielt eine Rolle im Stoffwechsel sowie möglicherweise der Informationsvermittlung im Gehirn. von MS-Betroffenen deutlich höher als in einer Kontrollgruppe.

 Als ein weiterer MS-Marker könnte sich auch der Nachweis von Eisen im Gehirn mittels Magnetresonanz-Tomographie erweisen, wie aus einer auf dem Kongress vorgestellten Studie aus Graz hervorging. Sie zeigte, dass der Eisengehalt im Gehirn von MS-Betroffenen vor allem in frühen Krankheitsphasen rasch zunimmt.

Therapieansprechen vorhersagen

 Zunehmend dienen Biomarker auch dazu, das Ansprechen auf die jeweils eingesetzte Therapie zu überwachen oder das Risiko wirksamer Therapien zu verringern. „Das sind wichtige Schritte in Richtung einer Personalisierung von MS-Therapien”, betonte Siva. So lässt sich beispielsweise anhand der Menge von Natalizumab, die an Blutzellen bindet, beurteilen, ob eine Person überhaupt auf den monoklonalen AntikörperAntikörper werden von so genannten B-Lymphozyten gebildet. Sie bilden mit einem Antigen, für das sie spezifisch sind, einen so genannten Antigen-Antikörper-Komplex. Durch diese Komplexierung werden verschiedene Abwehrmechanismen aktiviert. anspricht.

 Im Blut nachweisbare Marker wie CD40L, Eotaxin oder IL-8 können wiederum das Ansprechen auf eine Interferon-beta-Therapie vorhersagen, wie aus einer von der EU-geförderten Studie hervorgeht, die ebenfalls in Istanbul vorgestellt worden war.

„Wenn es uns zunehmend gelingt, Biomarker zu finden, die nicht nur die mögliche Effektivität eines Medikaments vorhersagen können, sondern auch die zu erwartenden Nebenwirkungen, kann man im Einzelfall Risiken und Nutzen viel besser gegen einander abwägen“, erklärte Siva. So gelang es etwa durch die Entdeckung von Antikörpern gegen das JC-Virus und die Einführung eines Antikörper-Index gegen das JC-Virus, die Zahl der PML-Fälle bei MS-Betroffenen, die Natalizumab erhielten, zu reduzieren.


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