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Bloggen: Persönliche Therapie und Motivation für andere

Interview mit Bloggerin Daniela Schmidt
Als Daniela Schmidt 1993 die Diagnose MS erhielt, wusste sie nicht, was das für sie bedeutet. Die Aufklärungsmöglichkeiten waren gering.

Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen und es gab kaum Kontakt zu anderen Betroffenen. Heute schreibt die 44-Jährige ihren eigenen Blog. 

Frau Schmidt, wie war es für Sie als Sie damals die Diagnose erhielten? 

Ich hatte vorher noch nie etwas von Multiple Sklerose gehört. Nach der Diagnose wusste ich zunächst einmal gar nicht, was das heißt. Ich konnte nicht begreifen, was das bedeutet. Immer wenn ich SchübeEin Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn. mit sichtbaren Symptomen hatte, zog ich mich zurück, ging nicht mehr aus dem Haus und versteckte mich. Anfangs habe ich die MS von mir weggeschoben und ignoriert. Heute ist das ganz anders.

Wie gehen Sie heute mit der MS um? 

Mittlerweile habe ich ein offensichtliches Handicap: Ich kann nicht mehr so gut laufen und nehme für lange Strecken einen Rollstuhl. Aber ich gehe mittlerweile ganz offen damit um. Bis ich zu dieser Entscheidung kam, war es ein ganz langer Prozess in meinem Kopf, bei dem mir keiner helfen konnte und dieser Prozess dauert bis heute an. Eine Freundin sagte irgendwann zu mir: Du verpasst dein Leben. Über diesen Satz habe ich nachgedacht. Und heute weiß ich: sie hatte recht!

Wie entstand die Idee, einen Blog zu schreiben? 

Für meine Diplomarbeit  im Jahre 2009 hatte ich schon einmal einen Blog geschrieben. Als ich begann, mich über die MS zu informieren, habe ich viel gelesen, wusste dann später aber nicht mehr, wo ich die Informationen gefunden hatte. Mir kam also die Idee, wieder einen Blog zu schreiben und dort alle Informationen zu sammeln. Am Anfang war der Blog eher eine Art Datenbank. Im Laufe der Jahre wurde er aber immer persönlicher und mein Blog bekam ein Gesicht und einen Namen.

Welche Themen interessieren Sie und Ihre Leser besonders? 

Die meisten Kommentare erhalte ich zu Beiträgen über Ernährung. Ich beschäftige mich schon immer mit gesunder Ernährung. Irgendwann habe ich mir ein Buch zum Thema Autoimmunerkrankungen und Ernährung gekauft. Ich habe einiges ausprobiert und gemerkt: Es funktioniert. Ich fühle mich mit manchen Nahrungsentscheidungen einfach besser. Zum Beispiel geht es mir gesundheitlich immer etwas schlechter, wenn ich viel Zucker esse. Seitdem ich auf Weizen und Milchprodukte verzichte geht es mir auch körperlich besser. Zu verzichten ist natürlich hart, aber ich bin ein kleiner Gourmet und esse einfach unglaublich gerne. Aber ich finde über die Ernährung lässt sich viel machen.

Was bedeutet der Blog für Sie persönlich? 

Er ist wie eine kleine Therapie. Dinge, die ich tue, schreibe ich in Ruhe noch einmal auf und setze mich damit nochmal auseinander. Ich war schon immer ein Schreiber, das hilft mir, Dinge zu verarbeiten. Natürlich freue ich mich, wenn andere meinen Blog lesen und ich sie motivieren kann.

Gibt es etwas, das Sie anderen Betroffenen mit auf den Weg geben möchten? 

Diese Krankheit ist alles andere als einfach – es ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern. Bei jedem ist es anders und keiner kann mit dem Anderen verglichen werden. Jeder kann nur für sich herausfinden, was ihm gut tut und was nicht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man mit einer gesunden Ernährung, mit Sport, mit Achtsamkeit und einer positiven Einstellung zum Leben diese Krankheit gut handhaben kann. Ich kann sportlich nicht mehr alles so machen wie früher, doch ich habe für mich sportliche Alternativen gefunden. Man muss diese Alternativen nur sehen und sich darauf einlassen. Auch der Rollstuhl ist mittlerweile eine Alternative zum Laufen für mich auf langen Strecken. Den hatte ich vorher drei Jahre nur in der Ecke stehen und bin lieber mit meinen Stöcken durch die Gegend gewackelt. Dass ich MS habe ist so seit mehr als 25 Jahren und wenn kein Wunder in der Forschung geschieht, dann habe ich das bis zu meinem Lebensende. Aber kann ich es jetzt ändern? Nein, kann ich nicht, aber ich kann aus allem das Beste machen und genau das rate ich auch immer anderen MS Betroffenen. Steckt nicht den Kopf in den Sand, auch wenn die MS euch ärgert. Solch eine Aufmerksamkeit hat diese Zicke gar nicht verdient ;-)

Ich sage mir immer wieder, Alles wird gut und daran glaube ich auch und lächel dabei und das Leben kann weiterhin schön und aufregend sein auch wenn man Multiple Sklerose hat.

Daniela Schmidt hat noch viele interessante Themen für ihren Blog in der Hinterhand. Alle Beiträge finden Sie unter www.zeitgedanke.org



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