Was ist der Login?

Sie können sich über einen Klick auf das Icon oben rechts,
wie gewohnt, bei Aktiv mit MS anmelden.

Sie können ab sofort für zukünftige Besuche auch direkt angemeldet bleiben.



Corona und MS: Die neue Impfstoffklasse mRNA

Neue Impfstoffklasse bereits im Einsatz gegen COVID-19 – und in der Forschung gegen MS
mRNA Impfstoff: Das klingt kompliziert, ist aber so interessant, dass es sich lohnt, diese neue Impfstoffklasse genauer zu betrachten. Denn nicht nur der erste in Deutschland gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zugelassene Impfstoff beruht auf diesem Prinzip.

Wissenschaftler erforschen derzeit auch, ob sich diese Technologie für einen Impfstoff gegen Multiple Sklerose nutzen lässt.

Bei der Mehrzahl der gängigen Impfungen werden heute sogenannte Totimpfstoffe verabreicht, die abgetötete Krankheitserreger oder deren Bestandteile enthalten. Die seltener eingesetzten Lebendimpfstoffe enthalten winzige Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger – allerdings so abgeschwächt, dass sie ebenfalls nicht die Erkrankung selbst auslösen. In beiden Fällen erkennt das körpereigene Abwehrsystem den Impfstoff als fremd und bildet schützende AntikörperAntikörper werden von so genannten B-Lymphozyten gebildet. Sie bilden mit einem Antigen, für das sie spezifisch sind, einen so genannten Antigen-Antikörper-Komplex. Durch diese Komplexierung werden verschiedene Abwehrmechanismen aktiviert..  Auch bei Menschen mit MS können die meisten Impfungen vorgenommen werden, Ausnahmen betreffen meist Lebendimpfstoffe. Wer mehr zum Thema Impfen und MS wissen möchte, kann hier weiterlesen.

Bauplan für einen Erregerteil: mRNA

Ganz anders funktionieren die sogenannten mRNA-Impfstoffe. Sie enthalten in Form der mRNA (auch messenger-RNA oder Boten-RNA) nur den Bauplan für einen bestimmten Teil eines Erregers. Nach der ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger. wird dieser Erregerteil dann von einigen wenigen Körperzellen hergestellt. Das löst eine Reaktion des menschlichen Abwehrsystems aus. Bei einem späteren Kontakt erkennt das ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. den Erreger wieder und kann diesen gezielt bekämpfen.  Wichtig zu wissen: Die mRNA wird vom Körper abgebaut und nicht in die DNA der menschlichen Zelle eingebaut.  

Mit mRNA-Impfstoff gegen COVID-19

Der erste in Deutschland zugelassene mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 liefert den Bauplan für die Herstellung eines nicht infektiösen Spike-Proteins. Spike-ProteineEiweiße sind Erregerteile, die sich auf der Oberfläche des Coronavirus befinden. Darauf reagiert das körpereigene Abwehrsystem mit der natürlichen Immunantwort. Kommt es später zu einem Kontakt mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, erkennt das körpereigene Abwehrsystem den Erreger wieder und kann das Virus bekämpfen.  

Experten empfehlen Corona-Impfung bei MS

Die DMSG und das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) empfehlen Menschen mit MS in ihrem gemeinsamen Statement vom 29. Januar 2021 die Impfung gegen SARS CoV 2 – wobei diese Empfehlung nicht nur für mRNA-Impfstoffe gilt. Die Experten begründen ihre Empfehlung damit, dass eine Covid-19 Infektion in zehn Prozent der Fälle einen schweren Verlauf nimmt und der Fall-Verstorbenen-Anteil in Deutschland zwischen zwei und drei Prozent liegt. Zudem könnten nach einer Infektion langanhaltende Beschwerden wie Geschmacksstörungen, FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. und Depressionen auftreten. Für Impfungen unter MS-ImmuntherapieEine Immuntherapie ist die Behandlung von Krankheiten durch die Beeinflussung des Immunsystems. Durch die Stärkung von bestimmten körpereigenen Zellen oder das Ausschalten von Immunvorgängen können einige Krankheiten positiv beeinflusst werden. Auch Impfungen zählen zur Immuntherapie, da der Körper durch eigene Leistung (Bildung von Abwehrzellen) bzw. durch fremde Antikörper vor Infektionen geschützt wird. sind gemäß DMSG und KKNMS allerdings einige Hinweise zu beachten, da teilweise ein vermindertes Ansprechen zu vermuten sei.  Die DMSG hat für alle MS-Medikamente die bisherigen Erfahrungen in Bezug auf Impfungen hier aufgelistet. 

Eine Impfung gegen Multiple Sklerose?

Viel Aufmerksamkeit erregten jüngst auch die präklinischen Forschungsergebnisse zu einem mRNA-Impfstoff. In einem Mausmodell konnte die Krankheitsaktivität einer Modellerkrankung für MS unterdrückt werden.  Mehr Informationen zu dem interessanten Forschungsansatz bietet der Artikel Impfung gegen MS in Sicht?