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Depression und MS: Was tun, wenn die Psyche Hilfe braucht?!

Depression und MS Was tun, wenn die Psyche Hilfe braucht!
Anhaltend gedrückte Stimmung, Hemmung von Antrieb und Denken, Verlust der persönlichen Interessen sowie körperliche Symptome von Appetitstörungen über Schlafprobleme bis hin zu Schmerzen: Eine Depression kann sich durch ganz verschiedene Beschwerden bemerkbar machen.

Für Menschen mit MS liegt das Risiko an einer schweren Depression zu erkranken, bei etwa 50 Prozent – ca. dreimal höher als bei der Allgemeinbevölkerung. Anders als leichte depressive Verstimmungen, sollten echte Depressionen unbedingt ärztlich behandelt werden.

Die Diagnose Multiple Sklerose hat einen gravierenden Einfluss auf das gesamte Leben. So ist es auch eine starke psychische Belastung, sich plötzlich mit dieser chronischen Erkrankung konfrontiert zu sehen, die sich womöglich verschlechtert und bleibende Behinderungen mit sich bringen kann. Das kann auch eine Depression auslösen. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer reaktiven Depression, da sie durch äußere Umstände verursacht wird. Davon zu unterscheiden ist die Erschöpfungsdepression, die sich nach einer andauernden Belastung bemerkbar machen kann.

Organische Depression durch Nervenschäden im ZNSZentralnervensystem

Doch bei Menschen mit MS kann auch eine organische Depression auftreten. Denn durch das chronisch-entzündliche Autoimmungeschehen können Nervenfasern im Gehirn geschädigt und langfristig abgebaut werden. Betrifft diese Schädigung Bereiche des Gehirns, von denen Emotionen gesteuert oder beeinflusst werden, kann das eine Vielfalt von psychischen Symptomen und auch eine Depression zur Folge haben. Außerdem können Depressionen als Nebenwirkung verschiedener Medikamente auftreten, wie z. B. Kortison.

Wichtige Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige

Während eine leichte depressive Verstimmung verschwindet, wenn etwas Positives passiert bzw. der Betroffene aktiv gegen seinen negativen Gemütszustand vorgeht, ist eine echte Depression nicht durch die eigene Willenskraft kontrollierbar. Hier ist professionelle Hilfe gefragt. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt bzw. in dringenden Notfällen die nächste psychiatrische Klinik oder der Notruf (112). Weitere Anlaufstellen finden Betroffene und Angehörige unter anderem auf der Webseite der Deutschen Depressionshilfe. Der Weg zum Arzt oder zum Psychotherapeuten ist ein richtiger und wichtiger Schritt, denn Depressionen lassen sich behandeln.

Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie

Die Behandlung einer Depression erfolgt meist durch eine Kombination von Medikamenten (sogenannten Antidepressiva) und einer Psychotherapie. Darüber hinaus können weitere Maßnahmen die Behandlung unterstützen. Studien belegen beispielsweise, dass man Depressionen mitunter durch Sport vorbeugen kann. In vielen Therapiekonzepten spielt daher auch Bewegung eine Rolle, um die medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung zu unterstützen. Ob YogaDer indischen Entspannungstechnik liegt der enge Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele zugrunde. Bestimmte Körperstellungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas) sowie Konzentrations- und Entspannungsübungen verbessern das Körperbewusstsein sowie die Wahrnehmung innerer Prozesse. Yoga soll bei regelmäßiger Anwendung stressbedingten Störungen wie Bluthochdruck, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen entgegenwirken. Yoga fördert zudem die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für innere Ausgeglichenheit., Wassergymnastik oder Walken – die Sportart selbst ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass die Betroffenen sich wohlfühlen und Bewegung regelmäßig in ihren Alltag einbauen.

Auch Meditation kann möglicherweise unterstützen

Es gibt auch Hinweise, dass bestimmte Meditations-Techniken Menschen mit MS bei Depressionen helfen könnten: Von 150 Personen mit einer leichten bis moderaten MS nahmen einige an einem achtwöchigen Meditationskurs teil. Von den Patienten, die an der Meditationsschulung teilnahmen, blieben 92% bis zum Ende dabei. Dadurch verbesserten sie ihre Lebensqualität und milderten Depressionen und Erschöpfungszustände ab. Ihre depressiven Symptome besserten sich um bis zu 30%. Der positive Einfluss des Trainings zeigte sich auch noch sechs Monate nach der Schulung.

Auch Angehörige brauchen Unterstützung

Nicht nur Menschen, die selbst an einer Depression erkrankt sind, brauchen Unterstützung, sondern häufig auch deren Angehörige. Hier können u. a. Selbsthilfegruppen eine große Hilfe sein. Bei der Suche nach einer Gruppe in Wohnortnähe unterstützt die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen auf www.nakos.de. Unter www.familiencoach-depression.de finden Familienmitglieder und Freunde von depressiv Erkrankten ein Online-Programm der AOK mit Übungen und Videos, die zeigen, wie man unterstützen kann, ohne sich selbst zu überfordern.

 

Weitere Anlaufstellen bei Depressionen finden Sie hier:

www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe


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