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Allgemeine Fragen zur Rehabilitation

Grundlagen zum Thema Rehabilitation und Multiple Sklerose.

Ist eine Rehabilitationsmaßnahme bei MS überhaupt angezeigt?

MS ist eine chronische Erkrankung, bei der die Möglichkeit der Entwicklung neurologischer Behinderungen und einer zunehmenden Verschlechterung bestehender Behinderungen besteht. Neben der als sinnvoll anerkannten immunmodulierenden Langzeittherapie können daher Rehabilitationsmaßnahmen grundsätzlich dazu beitragen, solche Verschlechterungen aufzuhalten und den Allgemeinzustand zu verbessern. Durch Training kompensatorischer Fähigkeiten und des richtigen Umgangs mit Hilfsmitteln können auch bei dauerhafter Behinderung Selbstständigkeit und Mobilität verbessert werden. Möglicherweise können auch eventuell im Verlauf der MS auftretende Folgeschäden, wie z. B. Haltungsproblematiken oder psychische Probleme frühzeitig begegnet werden.

Die Beurteilung, ob – und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt eine – bestimmte Therapie für einen Betroffenen angezeigt und geeignet ist, hängt vom individuellen Verlauf und der persönlichen Situation des Betroffenen ab.

Da in jedem Fall individuell über Rehabilitationsmaßnahmen entschieden wird, sind hierzu keine allgemeingültigen Empfehlungen/Aussagen möglich. Wenden Sie sich im konkreten Fall bitte an Ihren Arzt, um mit ihm über Ihre ganz persönliche Situation zu sprechen!

Ambulante oder stationäre Reha?

Rehabilitationsbehandlungen können grundsätzlich ambulant oder stationär durchgeführt werden.

  • Eine ambulante Reha, bei der sich der Betroffene tagsüber in der Reha-Einrichtung aufhält, jedoch die Abende und Nächte zu Hause verbringt, ermöglicht ihm, Rehabilitationsmaßnahmen wahrzunehmen, ohne auf sein gewohntes häusliches und soziales Umfeld verzichten zu müssen. Gegebenenfalls können auch die Anforderungen des Berufslebens berücksichtigt werden.

  • Eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme kann dagegen dann von Vorteil sein, wenn verschiedene Therapieverfahren erforderlich sind, die alle innerhalb einer stationären Einrichtung erreichbar sind. Gerade bei deutlich eingeschränkter Mobilität bietet sich ein vollstationärer Aufenthalt unter Umständen eher an als eine täglich aufs Neue erforderliche anstrengende An- und Abreise zur Therapie.

Ob eine ambulante Reha durchgeführt oder eher ein stationärer Aufenthalt bevorzugt werden sollte, hängt im Einzelfall vom Zustand des Betroffenen und seiner persönlichen und sozialen Situation ab.

Wie beantrage ich eine Rehabilitationsmaßnahme und wer übernimmt die Kosten?

Der erste Schritt auf dem Weg zu einer Rehabilitationsmaßnahme sollte Sie zu Ihrem Arzt führen, um mit ihm die Notwendigkeit und die verschiedenen Möglichkeiten zu besprechen, die für Sie in Frage kommen könnten. Ist Ihr Arzt der Ansicht, dass eine Rehabilitationsbehandlung für Sie sinnvoll ist, so wird er daraufhin einen Befundbericht für den Kostenträger erstellen. Das Antragsformular, das Sie bei Ihrer Krankenkasse, Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger oder den gemeinsamen Service-Stellen für Rehabilitation, die von allen Reha-Trägern gemeinsam unterhalten werden, bekommen können, sollten Sie dann gemeinsam mit Ihrem Arzt ausfüllen.

Wichtig ist, dass darin ausdrücklich die Notwendigkeit der beantragten Maßnahme begründet wird: z. B. um einer drohenden Behinderung vorzubeugen, eine Verschlimmerung zu verhindern, Beschwerden zu lindern, eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und/oder Ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Je genauer dargestellt wird, welche Maßnahme mit welchem Ziel verknüpft wird, desto besser.

Den Antrag stellen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder dem Rentenversicherungsträger. Für Erwerbstätige erbringen in der Regel die Rentenversicherungsträger Leistungen zur Rehabilitation, insbesondere wenn die Rehabilitation zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit dient. Ist die Instanz, bei der Sie die Maßnahme beantragt haben, nicht für die Kostenübernahme zuständig, so leiten die dortigen Mitarbeiter Ihren Antrag an die entsprechende, tatsächlich zuständige Stelle weiter.

Für nicht mehr erwerbstätige Patienten oder privat Versicherte mit entsprechenden Versicherungsbedingungen können Rehabilitationsmaßnahmen auch von der Krankenkasse getragen werden.

Wird der Antrag nach eingehender Prüfung bewilligt, so wird in der Regel die beantragte Maßnahme zunächst pauschal für einen bestimmten Zeitraum, z. B. zwei bis drei Wochen, genehmigt. Dieser Zeitraum kann unter Umständen auf erneuten Antrag verlängert werden, sofern eine ausreichende medizinische Begründung dafür vorliegt.

Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de

Sonderform: Anschlussheilbehandlung (AHB)

Die Anschlussheilbehandlung ist eine direkte Weiterbehandlung nach einem stationären Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus, z. B. nach einem akuten Schub. Dabei ist kein vorheriger Antrag nötig. Der Antrag wird üblicherweise vom Krankenhaus, in dem die Akutbehandlung stattgefunden hat, direkt gestellt. Die AHB muss spätestens 14 Tage im Anschluss an den stationären Aufenthalt angetreten werden.

Kommen für eine Rehabilitationsmaßnahme zusätzliche Kosten auf mich zu?

Die Versicherten müssen sich nur bei einer stationären Leistung zur medizinischen Rehabilitation an den Kosten beteiligen. Dazu gibt es gesetzliche Vorgaben. Die Höhe der Zuzahlung ist abhängig vom Einkommen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich ganz oder teilweise von der Zuzahlung aus eigener Tasche befreien lassen.

(Stand: 02/2011; alle Angaben ohne Gewähr und vorbehaltlich gesetzlicher Änderungen.)

Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de

Sofern bereits für die Medikamente hohe Zuzahlungen zu entrichten sind, empfiehlt es sich für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherungen, die Zuzahlung über die 1%-Regel des jährlichen Bruttoeinkommens zu begrenzen (sog. Belastungsgrenze). Der Antrag hierfür ist bei den Filialen oder Service-Punkten erhältlich. Hierauf bescheinigt der behandelnde Arzt die MS als chronische Erkrankung. Die Zuzahlungsquittungen eines Kalenderjahres werden dann zusammen mit einer Einkommensbescheinigung und dem Antrag bei der Krankenkasse eingereicht. Zahlungen, die über 1 % des Bruttoeinkommens von chronisch Kranken hinausgehen, werden von der Krankenkasse zurückerstattet.

Auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung finden Sie dazu weiterführende Informationen. Wenden Sie sich bei konkreten Rückfragen auch an Ihren zuständigen Sachbearbeiter!

Auch bei Rehabilitationsmaßnahmen, die Ihre Krankenkasse trägt, müssen in der Regel Zuzahlungen geleistet werden. Da diese in Höhe und Dauer variieren und sich die Beträge und Zeiträume ändern können, erkundigen Sie sich am besten im Bedarfsfall direkt bei Ihrer Krankenkasse nach der für Sie fälligen Zuzahlung!

Was kann ich bei Ablehnung einer beantragten Rehamaßnahme durch den Kostenträger tun?

Bei der Ablehnung eines Rehabilitationsantrages sollten Sie die Begründung schriftlich anfordern. Sie haben dann das Recht, gegen diese Ablehnung einen Widerspruch beim ablehnenden Kostenträger einzulegen. Halten Sie dazu bitte am besten mit Ihrem Arzt Rücksprache, der Ihre konkrete Situation genau beurteilen kann, und beachten Sie die Widerspruchsfrist! Innerhalb eines Monats können Sie schriftlich Widerspruch einlegen.


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