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Apfel, Nuss und Mandelkern

Schöne, stimmungsvolle Adventszeit! Dazu gehören Lichterketten, Weihnachtsmärkte und viele kulinarische Verlockungen: Lebkuchen, Marzipan, Glühwein und die knusprige Weihnachtsgans. Menschen mit Multipler Sklerose müssen keineswegs auf all das verzichten.

Aber die Leckereien sollten mit Bedacht gewählt und in Maßen genossen werden.

Die Adventszeit ist die Zeit der süßen Verführungen, ist Schlaraffenland und Spießrutenlauf gleichermaßen. Ohnehin wächst in der dunklen Jahreszeit die Lust auf Zucker und Fett. In der Adventszeit gibt’s davon reichlich. Beides sollte immer nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen. Bei entzündlichen Erkrankungen, zu denen Rheuma, aber auch Multiple Sklerose gehören, raten Ernährungsexperten sogar grundsätzlich zu einer deutlichen Reduktion tierischer Fette. Die "gute Butter", die im Stollen oder im Mürbeteiggebäck verarbeitet wird, gehört deshalb zu den "schlechten" Fetten, weil sie wie alle tierischen Fette Arachidonsäure enthält. Sie wird im Körper zu einer Vorstufe von Entzündungsbotenstoffen abgebaut, was sich bei MS ungünstig auswirken kann.

Die richtigen Fette wählen

Trotzdem sollten Fette aber keineswegs gemieden werden. Denn der Körper benötigt Fett, weil er essenzielle Fettsäuren wie Linolsäure und Linolensäure nicht selbst bilden kann, sondern über die Nahrung aufnimmt. Entscheidend ist die Quelle. Pflanzlichen Fetten beziehungsweise hochwertigen Ölen sollte der Vorzug gegeben werden, weil sie keine Arachidonsäure enthalten. Für die Weihnachtsbäckerei ist Margarine ein akzeptabler Butterersatz. Ausgenommen vom Verbot der tierischen Fette sind Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele oder Hering. Ihre Fischöle sind reich an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die möglicherweise einen positiven Effekt auf den Verlauf der MS haben. Fisch sollte deshalb zwei- bis dreimal pro Woche auf den Tisch kommen. Wer sich immer fettarm ernährt, wird vermutlich auch in der Weihnachtszeit nicht in Versuchung kommen. Und wer normal isst, muss sich den Stollen nicht verkneifen und darf in der Adventszeit ausnahmsweise auch mal ein Stück mehr essen. Aber: Insgesamt sollten Fette nur 25 bis 30 Prozent der gesamten Energiezufuhr ausmachen.

Alternative zur Gans: festliches Fischgericht

Wegen des Arachidonsäuregehalts rät die DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) nicht nur zur Reduktion tierischer Fette, sondern auch zur Zurückhaltung beim Fleischverzehr. Die fette Weihnachtsgans ist deshalb als Festschmaus in mehrerer Hinsicht keine optimale Wahl. Hier kommen wieder die Kaltwasserfische ins Spiel, denn neben ihrem Gehalt an wertvollen Ölen sind sie exzellente Vitamin D-Lieferanten. Vitamin D gilt als der neue Shooting-Star bei MS. Denn die Datenlage legt nahe, dass Vitamin D möglicherweise das Fortschreiten der MS bremsen kann. Niedrige Vitamin D-Spiegel im Blut sind ein Risikofaktor für ihre Entstehung, ebenso scheinen sie auch den Verlauf der MS negativ zu beeinflussen. Ob die Gabe von Vitamin D bei MS nützt, wird zurzeit in großen Studien untersucht. Formal bewiesen ist es nicht, es spricht aber vieles dafür. Weshalb auch einiges dafür spricht, anstelle der fetten Gans an Weihnachten lieber fetten Fisch zu servieren, beispielsweise saftige Lachssteaks.

Weihnachten, das Fest der Kohlenhydrate

Wie bei den Fetten ist bei den Kohlenhydraten die Quelle entscheidend. Kohlenhydrate sind chemisch betrachtet mehr oder weniger lange und komplexe Zuckermoleküle. Je kürzer die Ketten, umso schneller steht die aus ihnen gewonnene Energie dem Körper zur Verfügung. Das hat Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, der entsprechend schnell ansteigt, aber genauso schnell wieder sinkt. Das verführt zum Griff in die Keksdose, auch wenn schon längst genug Kalorien aufgenommen wurden. Besser sind komplexe Zuckerverbindungen, die langsam abgebaut werden und den Blutzuckerspiegel nicht sprunghaft steigern. "Gute" Kohlenhydrate stecken in Getreideprodukten wie Brot und Nudeln, in Kartoffeln, Gemüse und Obst. "Schlechte" liegen auf dem Plätzchenteller – Zucker, Kuchen, Schokolade – und machen Lust auf mehr!

Hinzu kommt, dass die "schlechten" Kohlenhydrate kaum verdauungsfördernde Ballaststoffe enthalten, wie sie in Vollkornprodukten, Gemüse und Obst stecken. Mandarinen, Orangen, Äpfel, Datteln und Feigen sind in der Adventszeit eine bessere Wahl als die Süßigkeiten oder Weißmehlprodukte in der Gebäckschale. Auch deshalb, weil Obst und Gemüse viele Antioxidantien enthalten, die freie Radikale inaktivieren. Nüsse und Mandeln enthalten wertvolle pflanzliche Öle und Spurenelemente, sollten aber ebenfalls in Maßen gegessen werden, denn auch gesunde Fette haben viele Kalorien.

Weniger ist mehr

Nach einer üppigen Mahlzeit macht sich bei vielen Menschen eine gewisse Trägheit und Müdigkeit breit. Bei MS kann das schwere, warme Weihnachtsessen die FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus. verstärken. Gleiches gilt für zu große Portionen. Wer nach dem Essen geschafft ist, hat an der anschließenden Bescherung weniger Freude. Kleinere Portionen und leichtere Kost sind auch im Hinblick auf das Körpergewicht ratsam, denn es ist wesentlich leichter, es zu halten, als überflüssige Pfunde wieder loszuwerden. Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit sollten darum auch in der Adventszeit ihrer Diät treu bleiben beziehungsweise Kalorien zählen.



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