Was ist der Login?

Sie können sich über einen Klick auf das Icon oben rechts,
wie gewohnt, bei Aktiv mit MS anmelden.

Sie können ab sofort für zukünftige Besuche auch direkt angemeldet bleiben.



Barrierefreies Wohnen – welche finanzielle Unterstützung gibt es für Umbauten an Haus oder Wohnung?

Menschen mit MS möchten möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Um dies auch zu erreichen, sind bei vielen MS Betroffenen Umbaumaßnahmen in der Wohnung oder dem Haus notwendig. Im Bad sind vielleicht Griffe hilfreich, um sich festzuhalten, oder es müssen Türen verbreitet werden, damit ein Rollstuhl gut durchpasst. Der Monat November, der in der Regel trist und grau ist und in dem man nur ungern das Haus verlässt, ist da genau richtig, um sich mit Baumaßnahmen und der Finanzierung auseinanderzusetzten. Denn bauliche Maßnahmen sind meist mit hohen Kosten verbunden. Hier ist es hilfreich sich im Vorfeld zu informieren, ob es finanzielle Unterstützung, günstige Kreditmöglichkeiten oder Steuererleichterungen gibt.

Unterstützung der Pflegeversicherung

Gemäß dem Sozialgesetzbuch (SGB XI § 4 Abs. 4) können Pflegekassen finanzielle Zuschüsse zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes gewähren, wenn dadurch ein möglichst selbstständiges Leben wiederhergestellt oder beibehalten wird, zum Beispiel breitere Türen oder ein stufenloser Eingang.

Der Zuschuss der Pflegekasse pro Maßnahme beträgt 2557 Euro. Betroffene müssen einen Eigenanteil von zehn Prozent der Umbaukosten tragen, aber höchstens 50 Prozent von den monatlichen Bruttoeinnahmen. Beispiel: Betragen die Umbaukosten 2000 Euro, so müssen MS Betroffene 200 Euro zahlen und die Pflegekasse bezuschusst 1800 Euro. Wenn es kein Einkommen gibt, dann entfällt der Eigenanteil.

Voraussetzung für den Zuschuss ist die Einstufung in eine Pflegestufe. Der Zuschuss gilt einmalig, es werden alle Umbaumaßnahmen in der Wohnung als eine Maßnahme betrachtet, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten erfolgen. Ein erneuter Zuschuss kann nur nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und Einstufung in eine höhere Pflegestufe beantragt werden.

Wichtig: Es erfolgt keine Übernahme der Kosten im Nachhinein, deshalb sollten Menschen mit MS erst mit dem Umbau beginnen, wenn die Leistungen bewilligt wurden.

Was wird bezuschusst?

Zuschüsse gibt es unter anderem für:

 

  • Vergrößerung von Türen,

  • ebenerdiger Zugang zum Haus,

  • Haltestangen,

  • neuer Bodenbelag, um Rutsch- und Sturzgefahr zu beseitigen,

  • Hausnotruf,

  • Einstiegshilfe für die Badewanne,

  • neue Dusche, wenn die Badewanne nicht mehr benutzt werden kann,

  • höhenverstellbares WC oder

  • Treppenlift. 

Daneben gibt es noch einiges mehr, deshalb sollten MS Betroffene sich auf jeden Fall bei der Pflegekasse informieren, wenn sie Umbaumaßnahmen planen.

Auch bezuschusst werden können Umzugskosten, etwa wenn aus einem Obergeschoss ins Erdgeschoss umgezogen wird.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Für notwendige Baumaßnahmen können Menschen mit MS auch sogenannte öffentliche Gelder beantragen. Die Fördermittel werden im Rahmen einer Wohnungsbauförderung gewährt – zuständig sind meist die Wohnungsämter der Bundesländer. Allerdings sind die Förderprogramme der einzelnen Länder unterschiedlich.

Eine Möglichkeit für MS Betroffene ist ein Förderkredit der KfW aus dem Programm „Altersgerechtes Umbauen“ – diese fördert Maßnahmen zur Barrierereduzierung in bestehenden Wohngebäuden. Dabei fördert die KfW Menschen mit eingeschränkter Mobilität unabhängig vom Alter. Die Kreditsumme beträgt 50.000 Euro, bei einer Laufzeit von 30 Jahren. Die Förderung bekommen Eigentümer oder Vermieter.

Rentenversicherung und Integrationsämter

Finanzierungsmöglichkeiten gibt es auch durch die Rentenversicherung oder Integrationsämter. Menschen mit Behinderung, die berufstätig sind, haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Kostenübernahme für die behindertengerechte Gestaltung ihrer Wohnung. Hat der MS Betroffene als Arbeitnehmer bereits mehr als 15 Jahre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet, ist die zuständige Rentenversicherung, etwa die Deutsche Rentenversicherung Bund, der Ansprechpartner. Die Leistung heißt „Leistungen zur Teilhabe am Berufsleben“ und dazu zählt unter anderem die Wohnungshilfe.

Wohnungshilfen sind Förderbeträge, die Menschen mit MS für den behindertengerechten Um- und Ausbau Ihres Wohnbereichs erhalten können. Die Baumaßnahmen müssen dazu beitragen, den Arbeitsplatz möglichst barrierefrei und selbständig zu erreichen. Sie dürfen nicht in erster Linie einer besseren Lebensqualität dienen, heißt es bei der Deutschen Rentenversicherung.

Leistungen der Integrationsämter

In Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und den Rehabilitationsträgern gibt es auch bei den Integrationsämtern Unterstützung. Die Integrationsämter übernehmen allerdings nur Leistungen zur Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung von barrierefreiem Wohnraum, für die der Rehabilitationsträger nicht zuständig ist. Dies ist etwa der Fall bei Auszubildenden, Arbeitnehmern die weniger als 15 Jahre beitragspflichtig berufstätig sind, Freiberuflern oder Selbstständigen.

Steuererleichterung

Menschen mit MS können auch unter bestimmten Voraussetzungen die behindertengerechte Umbaumaßnahmen bei der Einkommenssteuererklärung teilweise als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Dafür muss die Schwerbehinderung nachgewiesen werden und vor Beginn der Baumaßnahmen ein ärztliches Attest, manchmal sogar ein amtsärztliches Attest vorgelegt werden. Auch hier gilt: Informationen und Anerkennungen immer vor dem Baubeginn einholen.

 

 



Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf aktiv-mit-ms.de surfen möchten, stimmen Sie bitte der Verwendung von Cookies einmalig zu. Mehr erfahren
Okay
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf aktiv-mit-ms.de surfen möchten, stimmen Sie bitte der Verwendung von Cookies einmalig zu.
Mehr erfahren
Okay