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Blutdrucksenkende Medikamente könnten auch bei Multipler Sklerose helfen

HEIDELBERG (BIERMANN) - Ein weitverbreiteter Wirkstoff, der als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt wird, könnte eventuell auch Patienten mit Multipler Sklerose helfen. Im Tiermodell bewirkt das Medikament, dass die Entzündungsreaktionen im Gehirn schwächer werden und die Lähmungserscheinungen zurückgehen.

Angiotensin II ist ein Hormon des Körpers, das den Blutdruck reguliert. Medikamente, die seinen Bindungspartner, den Angiotensin-Rezeptor, blockieren, werden häufig verschrieben, wenn Patienten einen zu hohen Blutdruck haben. Denn wenn der Rezeptor blockiert wird, kann Angiotensin nicht mehr seine Wirkung entfalten.

Mittlerweile ist bekannt, dass dieser Rezeptor in zahlreichen Geweben und auf sehr unterschiedlichen Zellen vorkommt – unter anderem auch auf den T-Zellen des ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern..

Die Wissenschaftler aus Heidelberg konnten nachweisen, dass das Hormon Angiotensin II im Tiermodell die Entzündungen im Gehirn, die charakteristisch für eine Multiple Sklerose-Erkrankung sind, fördert. Blockierten sie allerdings den zu dem Hormon gehörenden Rezeptor durch das blutdrucksenkende Mittel, so konnte das Hormon auch hier nicht mehr wirken. Das führte dazu, dass sich die Entzündungen zurückbildeten und die Lähmungserscheinungen der Mäuse nachließen.

Da der Wirkstoff häufig zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt werde, sei das Verträglichkeitsprofil bereits bekannt. Es biete sich demnach nach Ansicht der Wissenschaftler an, das Mittel zukünftig auch für die Behandlung von MS zu testen. "Natürlich ist es wichtig, in der Forschung nach zielgerichteten Medikamenten mit neuen molekularen Zielen zu suchen. Wir zeigen mit unserer Arbeit aber, dass man auch herkömmliche Medikamente erfolgreich auf ihren Nutzen bei anderen Erkrankungen untersuchen kann", erläuterte Professor Michael Platten, der maßgeblich an den Untersuchungen beteiligt war.

Quelle: Mitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg und des deutschen Krebsforschungszentrums vom 23. Juli 2010


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