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Buntes Laub und rote Nasen

Wenn Herbststürme das Laub von den Bäumen wirbeln, wenn Nebel und Nieselregen die kurzen Tage grau färben, beginnt alljährlich die Erkältungssaison. Die Nase läuft, der Hals kratzt und die Stimme versagt. Was lässt sich gegen eine Erkältung tun? Und worauf sollten Menschen mit MS achten?

In der feucht-kühlen Jahreszeit haben Erkältungserreger leichtes Spiel. Die Aufenthalte im Freien fallen kürzer aus, die Wechsel zwischen kalter Außentemperatur und geheizten Innenräumen belasten die Schleimhäute. Kälte und trockene Luft schränken die Reinigungsfähigkeit des Flimmerepithels ein, das die Atemwege auskleidet. Dass sich die Menschen nun wieder vorzugsweise in geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen aufhalten, verschafft den Mikroben optimale Fortpflanzungsmöglichkeiten. Sie werden von Erkälteten weggeschnäuzt, ausgeniest, abgehustet und dann von potenziellen neuen Opfern eingesammelt – von Haltegriffen im Bus, von der Computertastatur des Kollegen oder mit dem Wechselgeld. Bei einer Berührung im Gesicht, beim Augenreiben oder Nasekratzen haben sie ihre Eintrittspforten erreicht. Die geschwächte Schleimhaut hat ihnen wenig entgegenzusetzen.

Sieben Tage kommt sie, sieben Tage geht sie

Meist beginnt eine Erkältung mit Fließschnupfen und Niesreiz, weil die Schleimhäute versuchen, die Erreger loszuwerden. Das ist zunächst kaum mit Krankheitssymptomen verbunden, allenfalls mit leichtem Frösteln. Häufig ist zu lesen, dass eine Schwitzkur zu diesem Zeitpunkt die Erkältung möglicherweise noch verhindern kann. Für Menschen mit MS, die empfindlich auf einen Anstieg der Körpertemperatur reagieren und zum Uhthoff-Phänomen neigen, ist dieses Hausmittel allerdings ungeeignet. Ist die Erkältung auf ihrem Höhepunkt, treten die typischen Erkältungssymptome auf: verstopfte Nase, Hals- und Kopfschmerzen, Heiserkeit, Schnupfen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Letzteres tritt bei MS-Betroffenen verstärkt auf, da sie auch ohne Erkältung häufig schneller erschöpft sind. Jetzt braucht der Körper Ruhe und ausreichend Flüssigkeit, um die Funktion der Schleimhäute zu unterstützen und die Erkältung zu überwinden.

Antibiotika nur bei Bakterieninfektionen sinnvoll

Viele Ärzte sind der Meinung, dass es für die Dauer einer durch Viren ausgelösten Erkältung keine Rolle spielt, wie sie behandelt wird – sie braucht immer ihre Zeit. Alle Medikamente dienen lediglich der Symptomlinderung, denn sind Erkältungsviren die Auslöser, hängt es vom ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. ab, wie schnell der Körper mit ihnen fertig wird. Da Antibiotika bei einer Vireninfektion wirkungslos sind, wird ihre Einnahme erst dann nötig, wenn eine Bakterieninfektion hinzukommt, die etwa im Falle einer Erkältung zu einer Lungenentzündung führen kann. In diesem Fall sind Antibiotika wichtig und sinnvoll. Müssen sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, kann die Darmflora mit dem gleichzeitigen Verzehr probiotischer Joghurts unterstützt werden. So lässt sich das Risiko durch Antibiotika eventuell ausgelöster Durchfälle verringern.

Symptome kurieren und ungesellig werden

Warme Getränke, Lutschbonbons und Gurgelflüssigkeiten lindern Halsschmerzen und Heiserkeit, halten die Schleimhäute feucht und helfen, ihre Funktion zu unterstützen. Verstopfte Nasen lassen sich durch Inhalation und Nasenspülung befreien und befeuchten. In der Nacht erleichtern abschwellende Nasentropfen das Atmen. Sie dürfen nicht zu lange angewendet werden, weil sie die Schleimhautfunktion auf Dauer beeinträchtigen. Je nachdem, ob ein Husten produktiv oder trocken ist, verordnet der Arzt schleimlösende oder Hustenreiz stillende Medikamente. Produktiver Husten sollte allerdings nur in der Nacht unterdrückt werden, denn er befreit die Atemwege, die mit dem Schleim die Erreger abtransportieren. Nach zwei bis drei Tagen mit Ruhe und ausreichend Schlaf hat die Erkältung in der Regel ihren Höhepunkt überschritten und der Betroffene ist auf dem Weg der Besserung.

Da Mikroben sehr "gesellig" sind, sollten Erkältete zu Hause bleiben – einmal, um sich selbst die benötigte Ruhe zu gönnen, aber auch um anderen ihre Erreger zu ersparen. Hygienefachleute raten, während der Erkältungszeit häufig und stoßweise zu lüften, die eigenen Hände öfter zu waschen und andere seltener zu schütteln. Sind Wasser und Seife nicht greifbar, sind feuchte Tücher eine Alternative.

Vorsicht bei der Selbstmedikation

Viele Medikamente gegen Erkältung sind in der Apotheke freiverkäuflich. Besonders die "sanften" Pflanzenmedikamente werden gerne selbst gekauft. Menschen mit MS sollten allerdings vorher mit ihrem Arzt besprechen, welche Arzneien für sie geeignet sind und welche eventuell nicht. Vorsicht ist etwa bei Pflanzenextrakten geboten, die das Immunsystem stimulieren sollen. Da bei Multipler Sklerose keine Schwäche, sondern eine Fehlsteuerung des Immunsystems vorliegt, könnte dadurch ein Schub angeregt werden – könnte, muss aber nicht. Trotzdem sollte man vorsichtshalber die Einnahme vermeiden. Vorsicht ist auch bei der gleichzeitigen Einnahme von Kortison und Aspirin angezeigt. Ob bei Menschen mit MS die Schubgefahr durch Erkältungsinfektionen steigt oder ob sie seltener von Erkältungen betroffen sind, ist durch objektive Daten nicht belegt. Auch hier zeigt die Multiple Sklerose ihre 1.000 Gesichter und verhält sich immer wieder anders.


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