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Darmbakterien sorgen für gesundes Gehirn

darmbakterien sorgen fuer gesundes gehirn

FREIBURG (Biermann) – Die Darmflora beeinflusst lebenslang die Immunabwehr des Gehirns und damit möglicherweise auch den Verlauf von neurologischen Störungen wie Alzheimer und Multiple Sklerose. Dies haben Forscher des Universitätsklinikums Freiburg erstmals an Mäusen festgestellt.

Im Gehirn beseitigen Fresszellen (Mikroglia) eingedrungene Keime und abgestorbene Nervenzellen und sind an der lebenslangen Formbarkeit des Gehirns beteiligt. Umgekehrt spielen fehlgesteuerte Mikroglia-Zellen bei krankhaften Gehirnprozessen eine wichtige Rolle. Wie die Reifung und Aktivierung dieser Zellen gesteuert wird, war bislang jedoch unklar.

Ohne Darmbakterien verkümmern die Immunzellen des Gehirns

Wissenschaftler aus Freiburg, Rehovot (Israel), München, Mainz, Köln, und Bern (Schweiz) konnten nun erstmals im Tierversuch zeigen, dass ein intaktes ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. des Gehirns von einer gesunden bakteriellen Darmflora abhängt. Dafür untersuchten sie Tiere, die in einer komplett sterilen Umgebung aufgewachsen waren, und fanden verkümmerte und unreife Mikroglia, die auf Entzündungsreize im Hirn kaum reagierten. „Unsere Ergebnisse weisen auf einen ständigen Informationsfluss zwischen Darmbakterien und Hirnmakrophagen hin“, erklärte Prof. Marco Prinz, Neuropathologe am Universitätsklinikum Freiburg.

Auch Tiere, deren Darmbakterien durch eine vierwöchige Antibiotika-Therapie abgetötet worden waren, wiesen eine gestörte Immunantwort auf. Im Kontakt mit gesunden Tieren etablierte sich bei den zuvor steril gehaltenen Tieren schnell eine Darmflora. Dies hatte einen positiven Einfluss auf die Immunabwehr. Dabei galt: „Je größer die Vielfalt der Darmbakterien war, desto besser entwickelten sich auch die Mikroglia“, fasst Prinz zusammen.

Kurzkettige Fettsäuren als Botenstoff

Die Forscher zeigten, dass kurzkettige Fettsäuren als Botenstoff zwischen Darmflora und Mikroglia dienen. Diese werden bei der bakteriellen Verwertung von Ballaststoffen, Milchprodukten und weiteren Nahrungsmitteln produziert. Über das Blut könnten sie ins Gehirn gelangen und dort Mikrogliazellen helfen, Entzündungsreaktionen schnell und effizient zu bekämpfen. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, wie wichtig für die geistige Gesundheit eine ausgewogene Ernährung ist, die zur bakteriellen Bildung von kurzkettigen Fettsäuren beiträgt“, sagt Prinz.

Wie groß der Einfluss der Darmflora auf Funktion und Entwicklung des Gehirns beim Menschen genau ist, müssen zukünftige Studien prüfen. Die Forscher sind jedoch optimistisch, dass die Studie auch für den Menschen eine hohe Relevanz haben dürfte.



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