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Den eigenen Weg finden und gehen

Den eigenen Weg finden und gehen
Kurz vor dem Bachelor in Bau- und Immobilienmanagement erhielt Olivia Kramer die Diagnose MS. Was sich seit dem in ihrem Leben verändert hat, beschreibt die 28-Jährige in ihrem Blog skurile-melrose.de. Zuletzt ist sie 150 Kilometer über den Jakobsweg gewandert.

Frau Kramer, wie war es, als Sie von der Diagnose erfahren haben? 

Ich hatte über mehrere Tage hinweg ein Taubheitsgefühl in den Fingern, das einfach nicht nachließ. Täglich kamen neue Symptome hinzu, die ich einfach nicht zuordnen konnte, also begann ich im Internet zu recherchieren. Als ich dann 2014 die Diagnose erhielt, hatte ich ehrlich gesagt schon ein bisschen damit gerechnet.

Wie kamen Sie darauf, einen Blog zu schreiben?

Ungefähr zwei Jahre nach der Diagnose kam ich durch einen Poetry-Slam auf die Idee, meine Gedanken aufzuschreiben und auszuformulieren. Ich fand es total genial zu sehen, wie Menschen bei einem Poetry-Slam davon erzählen, was sie so umtreibt und fand es sehr mutig, dass sie auf der Bühne ihre Gedanken und Gefühle offenbaren.

Die MS ist für mich nicht nur negativ. Sie hat auch vieles bewirkt, wodurch es mir heute besser geht. Ich nehme Dinge bewusster wahr und achte mehr auf mich selbst. Ich habe mir überlegt, dass das bestimmt auch für andere Betroffene interessant ist. So wie Menschen mir Mut gemacht haben, kann ich vielleicht anderen mit meinen Texten Mut machen.

Über welche Themen schreiben Sie besonders gerne? 

Es gibt keine bestimmten Themen. Auf meinem Blog erzähle ich vor allem meine persönliche Geschichte. Außerdem teile ich Inspirationen. Also Dinge, aus denen ich Kraft ziehe, wie Bücher oder Gedichte. Ich versuche mit meinen Beiträgen die Sichtweise auf die MS etwas zu drehen.

Wie entstand die Idee auf dem Jakobsweg zu laufen?  

Ich wandere gerne und mag es, spazieren zu gehen. Auch mit dem Hintergedanken, dass ich das vielleicht irgendwann nicht mehr so kann wie gerade jetzt. Jobmäßig muss ich mich in Zukunft neu orientieren, weil ich nicht so lange am PC arbeiten kann. Ich brauchte einfach etwas Abstand zum Alltag und da lag der Jakobsweg nahe: Laufen und dabei den Kopf freibekommen, sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Gab es besondere Erlebnisse?

Ich habe eigentlich täglich etwas Neues erlebt, die ganze Reise war ein Abenteuer. An einem Tag bin ich an der Küste über einen Berg gewandert. Es hat geregnet und der Weg war nass und rutschig. Das war eine Art Grenzerfahrung, bei der ich wirklich Angst hatte. Ich musste mich voll auf meine Schritte konzentrieren, aber in diesen Momenten war ich komplett bei mir. Im Nachhinein habe ich mich so lebendig und stolz gefühlt, dass ich das geschafft habe.

Der Jakobsweg hat mir gezeigt, dass man seinen eigenen Weg gehen sollte. Sich nicht an anderen orientieren, sondern auf das Bauchgefühl hören. Außerdem sollte man sich immer wieder Herausforderungen und den Grenzen, die in unserem Kopf entstehen, stellen. Wie das im Einzelnen aussieht, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Mehr über Olivia Kramers Reise auf dem Jakobsweg und ihr Leben mit MS erfahren Sie unter www.skurile-melrose.de. 



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