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Diabetes-Medikament kann Nervenzellen schützen

CHICAGO (MedCon) – Ein Diabetesmedikament scheint auch das Gehirn von Patienten mit schubförmig remittierender MS vor Läsionen und Atrophie zu schützen. Dies geht aus einem Beitrag im Journal of Neuroimmunology hervor.

Der Artikel fasst die Ergebnisse einer kleinen klinischen Studie zusammen, in der 21 MS-Patienten mit schubförmig remittierendem Krankheitsverlauf neben ihrer MS-Standardtherapie mit IFNβ-1α entweder das Diabetesmedikament Pioglitazon oder ein Placebo erhielten.

Zu Studienbeginn unterzogen sich die Studienteilnehmer neurologischen Standardtests sowie einer MRT. Während der Studie wurden die Patienten alle zwei Monate untersucht und Blutproben genommen. Weitere MRT-Aufnahmen wurden nach fünf und zwölf Monaten angefertigt.

Dabei zeigte sich, dass Patienten, die Pioglitazon einnahmen, im Studienverlauf deutlich weniger Verlust der grauen Substanz erlitten als Patienten unter Placebo. Außerdem berichteten die Teilnehmer des Pioglitazon-Arms über keine nennenswerten Nebenwirkungen und über eine einfache, da orale Einnahme des Medikaments.

„Das ist sehr ermutigend“, sagte Douglas Feinstein, Professor für Anästhesiologie an der University of Illinois. „Die graue Substanz ist der Bereich des Gehirns, der reich an Neuronen ist. Diese vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Medikament bedeutende Auswirkungen auf das Überleben von Nervenzellen hat.“

Ausgangspunkt für die klinische Studie waren Forschungsarbeiten, bei denen der Wirkstoff im Tiermodell der MS antientzündlich und neuroprotektiv gewirkt, die Aktivierung von Glia- und T-Zellen vermindert und Symptome gelindert hatte. Außerdem hatte Pioglitazon in Kulturen von Gehirnzellen die Produktion von toxischen Substanzen wie Zytokinen oder reaktiven Sauerstoffverbindungen reduziert, die als wichtige Faktoren bei der Entwicklung einer MS gelten.

„Wir wollen nun den genauen Wirkmechanismus identifizieren, um den neuroprotektiven Effekt, den wir in unseren Studien beobachtet haben, auch erklären zu können“, sagte Feinstein. „Wir sind voller Hoffnung, diese vorläufigen Ergebnisse in einer größeren Studie bestätigen zu können.“

Quelle:

Kaiser C. C. et al., Journal of Neuroimmunology 2009, 211, 124-130


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