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Die unsichtbare Phase der MS

Schäden an den Nervenzellen treten bei MS bereits auf bevor die ersten Symptome einsetzen. Diese sogenannte Prodromalphase lässt sich wahrscheinlich durch vermehrte Kontakte mit dem Gesundheitssystem frühzeitig erkennen. Das fanden kanadische Wissenschaftler nun heraus.

VANCOUVER (Biermann) – Bei neurodegenerativen Störungen wie der Multiplen Sklerose (MS) kann die Schädigung von Nervenzellen schon Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome einsetzen. Diese sogenannte Prodromalphase zu erkennen, ist Voraussetzung, um dem Verlust von Nervenzellen frühzeitig entgegenzusteuern. Kanadische Wissenschaftler haben nun versucht, die Prodromalphase der MS an der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu identifizieren.

Dazu werteten sie die Krankenversicherungsdaten vier kanadischer Provinzen aus und verglichen die Daten zur Inanspruchnahme von Kliniken, Ärzten und Medikamenten von mehr als 14.000 Menschen mit MS in den fünf Jahren vor ihrer Diagnose mit den Daten einer vergleichbaren Gruppe aus der Allgemeinbevölkerung (n < 72.000). Dabei berücksichtigten sie Kontakte mit dem medizinischen System aus jeglichem Grund.

Und tatsächlich zeigte die Auswertung der Daten bei den MS-Betroffenen fünf bis ein Jahr, bevor die ersten Symptome der DemyelinisierungUnter Demyelinisierung versteht man die Schädigung sowie den Verlust von MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. (= Substanz, die Axone und Nervenzellkörper schützt und isoliert). sichtbar wurden, eine stetige Zunahme von Kontakten mit dem Gesundheitssystem – seien es Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche oder Verschreibungen von Medikamenten. Im Jahr vor den ersten neurologischen Symptomen, die schließlich zur Diagnose führten, lag die Rate von Klinikaufenthalten in der MS-Gruppe um 78 Prozent, von Arztbesuchen um 88 Prozent und von Rezepten um 49 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe.

Die Wissenschaftler folgern daraus, dass es – gemessen an der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen – tatsächlich eine messbare Prodromalphase der MS von etwa fünf Jahren gibt. Diese Ergebnisse hätten klinische und wissenschaftliche Relevanz, da daraus ein Zeitfenster abgeleitet werden könne, um die MS frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, schlussfolgern die Autoren.

Die National Multiple Sclerosis Society, die die Studie finanziell unterstützt hat, betonte, dass die Ergebnisse darauf hindeuteten, dass auch Studien zu den Faktoren, die MS triggern, in früheren Phasen stattfinden müssten. Zusätzlich könnten, aufbauend auf den Befunden der kanadischen Forscher, Symptome identifiziert werden, die bislang nicht mit der MS in Zusammenhang gebracht wurden.

Quelle: Lancet Neurology, 20 April 2017; dx.doi.org/10.1016/S1474-4422(17)30076-5


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