Was ist der Login?

Sie können sich über einen Klick auf das Icon oben rechts,
wie gewohnt, bei Aktiv mit MS anmelden.

Sie können ab sofort für zukünftige Besuche auch direkt angemeldet bleiben.



Erythropoietin (EPO) schützt Nervenzellen

HEIDELBERG (Biermann) – Heidelberger Neurologen haben im Rahmen einer Pilotstudie gezeigt, dass das Hormon Erythropoietin, auch bekannt als Dopingmittel EPO, bei einer Entzündung des Sehnervs das Absterben von Nervenzellen verhindern kann. Eine Entzündung des Sehnervs mit Schädigung der Netzhaut im Auge ist häufig das erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose.

"Bei zahlreichen Betroffenen bleibt es aber nicht bei einer Entzündung des Sehnervs, nach Wochen oder Monaten gibt es oft einen weiteren Schub", erklärte Prof. Ricarda Diem, Oberärztin an der Abteilung Neuroonkologie der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. "Jedes Mal schrumpft die Anzahl der Nervenzellen weiter, bis es schließlich zu einer dauerhaften Verschlechterung des Sehvermögens oder sogar zur Erblindung kommt."

Bereits im Jahr 2005 hatten Diem und ihre Forschungsgruppe entdeckt, dass EPO das Überleben der Zellen in Netzhaut und Sehnerv während einer Entzündung fördert. Schaffen es die Nervenzellen auf diese Weise, den Angriff des ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. zu überstehen, können sich Netzhaut und Sehnerv wieder erholen, wenn die Entzündung abgeklungen ist. 

Die Pilotstudie mit 40 MS-Betroffenen zeigte nun: Bei Personen, die zusätzlich zur Standardtherapie mit Cortison drei Tage lang EPO erhielten, starben deutlich weniger Nervenzellen ab als bei der Kontrollgruppe mit alleiniger Cortison-Behandlung. Nervenfasern in Netzhaut und Sehnerv nahmen unter dem Einfluss von EPO kaum Schaden, Sinneseindrücke wurden besser ans Gehirn weitergeleitet. 

"Indem wir die Nervenzellen mit EPO stärken und durch die Entzündung retten, könnten wir in Zukunft dauerhafte Schäden am Nervengewebe zumindest hinauszögern und mildern", erklärte Diem. 

Bestätigen sich die bisherigen Ergebnisse in einer Folgestudie mit 100 Teilnehmern, die ab Herbst dieses Jahres an den Universitäten Heidelberg und Freiburg läuft, gäbe es erstmals einen Therapieansatz, der Nervengewebe vor den Angriffen des Immunsystems und den Entzündungsreaktionen bei MS schützt. 

Die Forscher planen auch, den neuen Therapieansatz in weiter fortgeschrittenen Stadien einer MS zu untersuchen.


Quelle: Universitätsklinik Heidelberg, 06.05.2013; Annals of Neurology 2012, 72(2):199-210

 

 

 



Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf aktiv-mit-ms.de surfen möchten, stimmen Sie bitte der Verwendung von Cookies einmalig zu. Mehr erfahren
Okay
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf aktiv-mit-ms.de surfen möchten, stimmen Sie bitte der Verwendung von Cookies einmalig zu.
Mehr erfahren
Okay