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Fisch statt Sonne

Hat Vitamin D einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Multiplen Sklerose? Einige Studienergebnisse deuten darauf hin. In fetthaltigen Kaltwasserfischen steckt besonders viel Vitamin D. Das spricht dafür, statt einer fetten Weihnachtsgans mal ein festliches Fischgericht auszuprobieren.

Anders als viele Tiere kann der Mensch Vitamine nicht selbst produzieren, sondern muss sie über die Nahrung zu sich nehmen. Eine Ausnahme ist Vitamin D, dessen Vorstufen unter Einfluss des Sonnenlichtes in der Haut zu Vitamin D umgewandelt werden. Das fettlösliche Vitamin ist in aktivierter Form für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel unverzichtbar. Es sorgt beispielsweise dafür, dass diese wichtigen Bausteine aus dem Darm aufgenommen und in den Knochen und Zähnen eingelagert werden können. Und es wird für den Nerven- und Energiestoffwechsel benötigt. Schon seit längerer Zeit wird Vitamin D auch im Zusammenhang mit Multipler Sklerose genannt. Wissenschaftler spekulieren darüber, ob das Sonnenvitamin im Frühstadium der MS einen günstigen Einfluss auf ihren Verlauf nehmen kann.

Viele Indizien, viele offene Fragen 
Ein Indiz könnte die Tatsache sein, dass Multiple Sklerose in den sonnenärmeren Regionen Europas häufiger auftritt als in Ländern, die näher am Äquator liegen. In einem Mausmodell konnten amerikanische Wissenschaftler zeigen, dass Vitamin D fehlprogrammierte Immunzellen daran hindert, in das Gehirn einzudringen und Nervenzellen zu schädigen. Doch inwieweit lässt sich das auf den Menschen übertragen? In verschiedenen klinischen Studien gehen Forscher der Frage nach, ob mehr Vitamin D im Blut die Entwicklung von MS verzögern kann und ob Betroffene von einer zusätzlichen Aufnahme des Vitamins profitieren würden. Denn Studien zeigten, dass die Erkrankung bei Patienten mit einem erniedrigten Vitamin D Spiegel schneller fortschreitet. Waren die Vitamin-D Blutspiegel dagegen höher, hatten die Testpersonen weniger aktive Läsionen, eine niedrigere Schubrate und eine geringere Progression. Ob eine ergänzende Vitamin D Gabe allerdings sinnvoll ist, konnte bislang nicht eindeutig beantwortet werden. Denn noch ist die Frage offen, ob ein Vitamin D Mangel für die Entstehung der MS verantwortlich ist oder ob das Vitamin in Folge der Erkrankung fehlt.

Fehlt die Sonne, muss Fisch auf den Tisch
Es macht also Sinn dafür zu sorgen, dass der Körper genügend Vitamin D bilden kann. Das ist in der warmen Jahreszeit natürlich einfacher als im Winter, denn schon allein leichte Sommerkleidung sorgt dafür, dass mehr UV-Licht an den Körper kommt und damit die Vitamin D-Produktion angekurbelt wird. Und im Sommer lässt die Wolkendecke auch bei trübem Himmel genügend UV-Licht durch. Aber im Winter, insbesondere im Dezember und Januar ist es in unseren Breitengraden fast unmöglich über die Sonne genügend Vitamin D zu bilden: die Tage sind kurz, der Sonnenwinkel ist flach, es kostet mehr Überwindung sich im Freien aufzuhalten und wenn wir an die Luft gehen, sind wir wegen der Kälte meistens dick eingepackt. Deshalb sollten im Winter häufiger Vitamin D haltige Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, um auf diesem Weg den Körper mit Vitamin D zu versorgen. Wie hoch der idealerweise sein sollte, ist unter Experten ein Streitpunkt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat den optimalen Wert bei 30 Nanogramm pro Milliliter Blut angesetzt. Diesen Wert erreichen laut Robert-Koch-Institut aber etwa 60 Prozent der Bevölkerung im Winter nicht.

Vitamin D Gehalt in fettem Fisch am höchsten
Als tägliche Aufnahmemenge werden 5 µg (Mikrogramm) Vitamin D empfohlen. Die stecken beispielsweise in vier Eiern, 250 g Rinderleber oder in 150 g Avocado. Als bester Vitamin D Lieferant gilt Lebertran. Die wenigsten werden ihn mögen, doch mit einem Vitamin D Gehalt von circa 45 µg pro Teelöffel – das sind etwa 15 g - ist er unter den Vitamin D Trägern unschlagbar. Zudem enthält er viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren, vor allem EPA (Eikosapentaensäure) und DHA (Dokosahexaensäure), die unter anderem auch eine entzündungshemmende Wirkung haben. Eine gute Alternative zu dem zugegebenermaßen recht scheußlich schmeckenden Fischöl ist Lachs. Ein 200-Gramm-Steak enthält circa 34 µg Vitamin-D und ein Matjesfilet von etwa 80 Gramm immerhin noch 25 µg. Weitere Fische mit hohem Vitamin D-Gehalt sind Heilbutt, Aal, Sardine und Hering. Da Vitamin D fettlöslich ist, ist sein Gehalt in fetthaltigen Fisch am höchsten.

Fisch ist nicht nur wegen seines Vitamin D Gehalts ein wertvolles Nahrungsmittel, sondern auch weil sein Eiweiß leicht verdaulich ist. Als Alternative zu den schweren weihnachtlichen Fleischgerichten kann ein edles Fischgericht deshalb nicht nur eine schmackhafte Abwechslung bieten sondern auch eine gesundheitliche Bereicherung sein. Wie wäre es beispielsweise mit Lachs im Blätterteigmantel und Spinat, Gebratenem Kabeljau mit Kakaobohnensplittern auf Wirsing-Pastinaken-Püree oder Lachsschnitzel mit Vanillebutter? Unter www.essen-und-trinken.de/weihnachten/weihnachten-festliche-rezepte-mit-fisch-1009321.html finden Sie so viele leckere Festtagsgerichte mit Fisch, dass niemand die Weihnachtsgans vermissen wird. Und zum Jahreswechsel passt Fisch ebenfalls. Eine Karpfenschuppe, an Sylvester in die Geldbörse gelegt, soll übrigens dafür sorgen, dass sie niemals leer wird…

(Zur Erläuterung: Ein Gramm = 1000 Milligramm = 1000.000 Mikrogramm (µg) = 1000.000.000 Nanogramm)


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