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Flexibel gegen Nervenschäden

MARTINSRIED (MedCon) – Bislang galt es als sicher, dass Verletzungen des erwachsenen Gehirns oder Rückenmarks nicht geheilt werden können. Ein Dogma, das zunehmend hinterfragt werden muss, denn Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie haben nun gezeigt, dass auch erwachsene Nervenzellen nachträglich noch Nervenbahnen ausbilden können.

Eine "typische" Nervenzelle hat zwei Arten von Fortsätzen an ihrem Zellkörper: Mehrere Dendriten und ein AxonAxone sind Fortsätze von Nervenzellen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Nervenzellen und den ihnen nachgeschalteten Erfolgszellen, z.B. Muskelzellen, her und dienen der Kommunikation im Nervensystem. Axone werden von Hüllzellen umgeben. Diese bilden MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. und überziehen die Axone mit einer weißlichen MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. (Markscheide). Die Myelinscheide schützt die Axone und beschleunigt die Leitung der Nervenimpulse.. Dendriten empfangen die Informationen von anderen Nervenzellen. Diese Informationen leitet dann das Axon wie ein langes Kabel an andere Zellen weiter. Wird das Axon im Gehirn oder Rückenmark zerstört, sind Lähmungen oder Funktionsstörungen häufig die Folge. Denn Axone wachsen hier nicht nach.

Wie die Wissenschaftler des Max- Planck-Instituts für Neurobiologie in der Zeitschrift Current Biology nun aber berichten, ist es ihnen gelungen, ausgereifte Dendriten in der Zellkultur dazu bringen, ihre Identität zu ändern. Nach nur fünf Tagen gaben die neu gewachsenen Dendriten-Axone bereits Informationen an andere Nervenzellen weiter.

"Es scheint denkbar, dass auch beim erwachsenen Menschen Nervenzellen durch Dendriten-Axone nach einer Verletzung funktionstüchtige Verbindungen zu anderen Zellen aufbauen können", kommentierte Susana Gomis- Rüth ihre Forschungsergebnisse.

Als nächstes wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, ob Dendriten-Axone auch im lebenden Organismus entstehen können und ob dies durch bestimmte Wirkstoffe unterstützt werden kann. Falls diese und spätere Untersuchungen erfolgreich sind, könnten die Ergebnisse langfristig zu einem neuen Therapieansatz bei Verletzungen des zentralen Nervensystems führen.

Quelle: Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie vom 10. Juli 2008



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