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Früher Therapiebeginn zahlt sich aus

Wie eine Studie aus der Schweiz belegt, kann der möglichst frühe Behandlungsbeginn den Ausbruch von MS deutlich verzögern oder gar verhindern.

BASEL (Biermann) – Eine frühe medikamentöse Therapie kann den Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) langfristig günstig beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Langzeitstudie unter Federführung von Forschern der Universität Basel. Danach kann eine möglichst früh einsetzende Behandlung den Ausbruch der Störung deutlich verzögern oder gar verhindern.

An der Studie hatten 468 Personen mit ersten verdächtigen MS-Symptomen teilgenommen. Bei ihnen war zwar noch keine definitive Diagnose einer MS gestellt worden, doch konnten andere Ursachen ausgeschlossen und in der Magnetresonanztomographie (MRT) mindestens zwei asymptomatische Herde nachgewiesen werden.

Nach erfolgter Information und Einwilligung erhielten die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip innerhalb von maximal 60 Tagen ab Beginn der Symptome entweder immunmodulierendes Interferon beta oder ein Placebo. Teilnehmer der Placebo-Gruppe konnten spätestens nach zwei Jahren oder wenn nach einem zweiten Schub die MS klinisch diagnostiziert wurde, ebenfalls auf die Anwendung von Interferon beta oder eines vergleichbaren Medikamentes umsteigen.

Elf Jahre nach Studienstart untersuchten die Forscher 278 Studienteilnehmer erneut. Davon gehörten 167 Personen zur Gruppe mit früher Therapie und 111 Personen zur Gruppe mit verzögerter Therapie. Dabei zeigte sich, dass die Personen aus der Gruppe mit früher Therapie eine um 33 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit hatten, an MS zu erkranken als jene aus der Gruppe mit späterer Therapie. Außerdem verging bei der frühen Gruppe deutlich mehr Zeit bis zum nächsten Schub, nämlich 1888 Tage im Vergleich zu 931 Tagen bei der späteren Gruppe.

In der Gruppe mit früher Therapie traten über den gesamten Zeitraum von elf Jahren 19 Prozent weniger SchübeEin Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn. auf. Dies galt auch für den Zeitraum, in dem beide Gruppen vergleichbaren Zugang zur Therapie hatten. Insgesamt hatten beide Gruppen nach elf Jahren nur wenig dauerhafte Beeinträchtigungen. Die mediane Änderung im EDSSDie EDSS (Expanded Disability Status Scale), auch als Kurtzke-Skalasiehe EDSS bekannt, ist eine Skala zur Erfassung von neurologischen Ausfällen. Dabei werden die Stufen 0-10 unterschieden: Die Stufe 0 entspricht keiner Behinderung. Es werden insbesondere die Gehfähigkeit sowie acht weitere Funktionssysteme bewertet, z.B. bedeutet EDSS 2.0 leichte Behinderung in einem funktionellen System, EDSS 4.0 gehfähig ohne  Hilfe und Ruhepause für mindestens 500m und während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung. EDSS 6.0 bedeutet gehfähig für etwa 100m mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe). Auf Stufe 9 ist der Betroffene hingegen vollständig pflegebedürftig. 10 bedeutet Tod durch MS. Eine detaillierte Übersicht zum EDSS finden Sie auf der Seite der DMSG. betrug 0,5 Punkte, und nur rund acht Prozent der Teilnehmer waren nach elf Jahren vorzeitig berentet.

Quelle: Neurology, 10. August 2016; pii: 10.1212/WNL.0000000000003078; Universität Basel, 10. August 2016


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