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Gemeinsam gut gestimmt

"Gut gestimmt" heißt der MS-Chor aus Berlin, der vor drei Jahren von Sängerin Bettina Kühnl gegründet wurde. Kein Chormitglied möchte auf die wöchentlichen, gemeinsamen Chorstunden verzichten. Stunden, in denen die vielfältigen MS-Einschränkungen so überhaupt keine Rolle mehr spielen.

Frau Kühnl, Sie gründeten den Chor „Gut gestimmt“. Wie sind Sie auf diesen Namen gekommen?

Mein Anliegen ist nicht, wie bei anderen Chören, perfekt zu singen, musikalisch top zu sein oder Noten zu lesen. Wichtig ist, dass die Stimmung einfach gut ist. Mit Musik, Teamgeist und positiver Atmosphäre sind alle gut gelaunt und beschwingt.

Hinzukommt, dass das Singen uns in Takt bringt und der Körper durch die tiefe Atmung vitalisiert wird. Das schafft seelische Balance. Aufgestautes und Unangenehmes kann man beim Singen gut loswerden. Es belebt und macht fröhlich.

Wie sieht das Repertoire des Chores aus?

Wir singen alle Stile: von Klassik über Pop, Volksmusik, Ethno bis hin zu heilsamen Liedern. Die meisten Lieder begleite ich mit dem Akkordeon.

Wie sehen die gemeinsamen wöchentlichen Chorstunden aus?

Wir wärmen den Körper mit Atem- und leichten Stimmübungen auf. Danach singen wir mehrstimmig in kleinen Phrasen und Kanons. Auch einstimmige Volkslieder finden großen Anklang. Aber wir wagen uns auch an vierstimmige Chorsätze.

Nach der Probe bleiben wir dann immer zu einer genüsslichen Kaffeerunde beisammen. Diese Zeit nutzen wir, um uns gegenseitig auszutauschen. Mir ist wichtig, dass jeder von sich erzählen kann, was gerade bei einem so los ist, was einen eventuell bedrückt oder was einen erfreut.

Was bewirkt das gemeinschaftliche Singen bei den einzelnen Chor-Mitgliedern?

Über das Singen lernen wir die Selbstwahrnehmung zu verfeinern. Man hört, lauscht, spürt sich und die anderen. Die Stimme versetzt die anderen und mich in eine lebensfrohe Lebenshaltung. Wir lachen gemeinsam. Im Vordergrund steht hier nicht Perfektionismus, sondern einfach das Singen.

Sicherlich sind manche ermüdet nach dem Singen, je nach körperlicher Verfassung. Ich sage den Mitgliedern dann auch, dass sie die Chorstunden nicht `durchziehen‘ müssen. Denn sogar das bloße Zuhören hat eine vitalisierende Wirkung.

Welche Auftritte hatten Sie schon mit Ihrem Chor?

Wir treten regelmäßig beim Welt MS Tag oder Berliner Selbsthilfetag auf. Und Konzertauftritte, wie beispielsweise beim diesjährigen Berliner Selbsthilfetag an der Jannowitzbrücke, sind für alle Beteiligen enorm bereichernd und heilend. Besonderen Applaus und Jubelrufe gab es für einen mehrstimmig gesungenen französischen Liedbeitrag mit Klavier.

Was würden Sie anderen MS-Betroffenen mit auf dem Weg geben wollen?

Ich empfehle eigentlich immer allen, gleich am frühen Morgen ein paar Stimmübungen unter der Dusche zu machen. Damit die Stimme aufgewärmt und vitalisiert wird. Oder einfach mit der Stimme `rumzublödeln` – die Zunge rauszustrecken, den Kiefer zu lockern oder in hohe und tiefe Stimmbereiche zu gehen. Denn das Sprechen ist meist monoton – beim Singen ist das Spektrum der Töne viel größer. Ich bin der Meinung, dass diese Stimmübungen vitalisieren und man damit beschwingter in den Tag geht. So geht es mir jedenfalls und deshalb empfehle ich es auch allen anderen.


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