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Genetisch bedingter Vitamin-D-Mangel erhöht das Multiple-Sklerose-Risiko

genetisch bedingter vitamin d mangel erhoeht das multiple sklerose risiko

MONTREAL (Biermann) – Ein Vitamin-D-Mangel gilt als potenzieller Risikofaktor für Multiple Sklerose. Nun haben kanadische Wissenschaftler einen genetisch bedingten Mangel des Vitamins als tatsächliche Ursache für ein größeres MS-Risiko nachgewiesen und raten Familienangehörigen von MS-Betroffenen zur prophylaktischen Einnahme von Vitamin D.

„Das Ergebnis unserer Studie ist insofern wichtig, als ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet ist – vor allem in Ländern der nördlichen Hemisphäre wie Kanada, wo die Menschen während der Wintermonate nur wenig Sonnenlicht tanken können und die MS-Raten überproportional hoch sind“, sagte Dr. Brent Richards vom Lady Davis Institut des Jewish General Hospitals in Montreal. Sonnenlicht ist die natürliche Quelle von Vitamin D.

Vier Genvarianten sorgen für Vitamin-D-Mangel

„Wir empfehlen, dass vor allem Angehörige von Familien, in denen MS aufgetreten ist, für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D sorgen sollten. Dies ist angesichts der Tatsache, dass die Vitamin-D-Supplementierung sicher und preisgünstig ist, eine naheliegende Vorsichtsmaßnahme.“

Für ihre Studie hatten die Forscher in einer genetischen Untersuchung von fast 34.000 Proben zunächst vier genetische Varianten identifiziert, die mit einer eingeschränkten Bildung von 25-Hydroxyvitamin D (25OHD) verbunden sind. Dass zwischen dem Vorliegen der Allele und einem Vitamin-D-Mangel tatsächlich ein Zusammenhang besteht, konnten die Wissenschaftler an mehr als 2300 Personen mit Osteoporose bestätigen

In einem nächsten Schritt untersuchten sie den Zusammenhang zwischen dem Vorliegen der vier Vitamin-D-Mangel-Allele und dem Auftreten von MS. An dieser Studie nahmen knapp 14.500 Menschen mit MS und 24.000 Kontrollpersonen teil. Dabei zeigte sich, dass die genetische bedingte Abnahme des 25OHD-Spiegels um eine Standardabweichung zu einer Verdopplung des MS-Risikos führte.

Die Forscher glauben, dass Risikopersonen durch die vorbeugende Einhaltung normaler Vitamin-D-Spiegel ihr MS-Risiko deutlich senken können. „Auch wenn ein niedriger Vitamin-D-Spiegel keinesfalls der einzige Risikofaktor für MS ist, haben wir doch einen Parameter identifiziert, der aus der Gleichung gestrichen werden kann, und der bei der Vorbeugung der Störung eine wichtige Rolle spielen könnte“, sagte Lauren Mokry, Erstautorin der Studie in „PLOS Medicine“.

Schlechtere Aufnahme von Vitamin D bei MS

Allerdings haben Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität in Baltimore auch nachgewiesen, dass MS-Betroffene durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführtes Vitamin D deutlich schlechter aufzunehmen scheinen als Nichtbetroffene.

Sie hatten in einer kleinen Studie 24 MS-Betroffenen und 29 Kontrollpersonen über 90 Tage hinweg 5000 IE Vitamin D/Tag (≙ 125 µg Vitamin D3/Tag) verabreicht.

Blutuntersuchungen zeigten schließlich, dass der 25OHD-Spiegel bei den Studienteilnehmern mit MS nach Ende der Einnahmephase um 16,7 nmol/l niedriger war als bei den Kontrollpersonen, obwohl zu Studienbeginn keine Unterschiede zwischen den Gruppen bestanden hatten. Bei der Auswertung hatten die Forscher den Body-Mass-Index der Teilnehmer, die Therapietreue und eine mögliche hormonelle Verhütung als Störfaktoren, die den 25OHD-Spiegel beeinflussen, berücksichtigt.



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