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Haut zu Hirn: Wissenschaftler programmieren Hautzellen zu Gehirnzellen um

Wissenschaftler aus Münster haben ein Verfahren entwickelt, um Myelin bildende Zellen selbst herzustellen. Damit können die Mechanismen der MS und mögliche Wirkstoffe besser erforscht werden.

MÜNSTER (Biermann) – Bei der Multiplen Sklerose zerstören entzündliche Prozesse die Myelinschicht von Nervenzellen. Um die zugrundeliegenden Mechanismen und mögliche Wirkstoffe intensiver untersuchen zu können, müssten Forscher eigentlich Zellproben aus Gehirn und Rückenmark entnehmen. Da dies nicht möglich ist, haben Wissenschaftler aus Münster nun ein Verfahren entwickelt, das es ihnen erlaubt, in kurzer Zeit große Mengen MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. bildender Zellen, sogenannter Oligodendrozyten, selbst herzustellen.

Dazu entnehmen die Forscher MS-Betroffenen Hautzellen und reprogrammieren diese zunächst zu pluripotenten Stammzellen. Anschließend wandeln die Forscher diese Stammzellen mit Hilfe von Proteinen in Oligodendrozyten um. „Die drei Proteine, die wir benutzen, regeln Prozesse in der Zelle und starten sozusagen ein Programm, damit die Zellen zu Oligodendrozyten ausreifen“, erklärte die Neuropathologin Prof. Tanja Kuhlmann den Ablauf des Verfahrens.

In weniger als einem Monat entstehen auf diese Weise Zellen, die eine große Ähnlichkeit mit denen im menschlichen Gehirn aufweisen und anfangen, eine neue Myelinschicht zu bilden. Ähnliche Verfahren benötigten bislang zwischen 70 und 150 Tage für den Reifungsprozess. Dadurch ist die neue Methode so effizient, dass es erstmals möglich ist, große Mengen der Oligodendrozyten zu gewinnen und umfangreiche Wirkstoffsammlungen an ihnen zu testen.

Durch das neue Verfahren „können wir die zugrundeliegenden Mechanismen der Multiplen Sklerose besser untersuchen und hoffentlich in der Zukunft neue Medikamente identifizieren“, wies Dr. Marc Ehrlich auf die Bedeutung der Technik für die Forschung hin.

 

Quelle: PNAS, 27. Februar 2017; doi: 10.1073/pnas.1614412114 



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