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„Ich tanze so lange ich kann“

Spricht man mit Sylvia Sassonov (44 Jahre), wird eines sofort klar: Sie verkörpert Lebenslust pur. Die Stimme klingt fröhlich, zuversichtlich und ein Lachen schwingt immer mit. Sie bezeichnet sich selbst als eine leidenschaftliche Tänzerin und drückt so aus, was ihren Geist ausmacht: Freiheit, Stärke und viel Optimismus – und das, obwohl sie seit 1994 von Multipler Sklerose betroffen ist.

Tanzen: Ein Lebensgefühl

„Tanzen war für mich schon immer wie atmen. Wenn ich tanze, spüre ich meinen Körper intensiv. Ich vergesse Raum und Zeit, tauche ein in leichtere Gefilde“, beschreibt Sassonov ihr Lebensgefühl. Schon in ihrer Jugend verbrachte sie die meiste Zeit auf dem Parkett. Als 1994 die MS in ihr Leben trat, war der Schock groß und die Tanzkarriere schien erst einmal beendet. „Ich litt unter zwei Sehnerventzündungen, Drehschwindel, Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen und mich lähmte eine schwere FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus.“, erinnert sich Sassonov. Dank ihrer erfahrenen Neurologin Frau Dr. M. und der entsprechenden Basistherapie kam sie buchstäblich wieder auf die Beine: „Die Fatigue hat nachgelassen, ich kann wieder längere Strecken zu Fuß gehen, doch das Allerbeste ist: Ich kann tanzen“, freut sich die 44-Jährige.

Die medikamentöse Behandlung hat sie fest in ihren Tagesablauf integriert: „Zuerst hatte ich Angst vor dem Spritzen. Aber ich hatte eine sehr nette MS-Fachberaterin, die mich einfühlsam unterstützt hat. Die Therapie hat mir bis heute sehr geholfen“, betont sie.

Noch heute gilt: Ich tanze jeden Morgen dem Tag entgegen

Die Diagnose MS hat ihr seinerzeit den Boden unter den Füßen weggerissen: „Ich war schon immer eine sportliche Frau und liebte es seit jeher, mich zu bewegen und zu tanzen. Mit der Diagnose kam die Angst, ich müsse eines Tages im Rollstuhl sitzen“, erinnert sich Sassonov. Mut gefasst hat sie erst wieder durch die gute Betreuung ihrer Neurologin. „Der offene Umgang und das Gespräch über meine Ängste haben mir sehr gutgetan“, betont sie. Die Tipps, die sie damals erhalten hat, beherzigt sie heute noch: „Ich ernähre mich gesund und bewege mich viel. Außerdem vermeide ich Stress, denn das ist Gift für meinen Körper.“ Mit Zuversicht blickt sie jedem neuen Tag entgegen und erfüllt ihn mit positiven Gedanken. „Wenn ich morgens in den Tag hineintanze, habe ich das Gefühl, mich selbst wieder voller Energie zu laden.“

Umsichtig: Auf die innere Stimme hören

Die MS hat ihr Leben entscheidend verändert. Mit 31 Jahren wurde sie zur Frührentnerin und auch ihr privates Umfeld ist nicht mehr so wie früher. „Mein damaliger Freund hat mich knapp ein halbes Jahr nach der Diagnose verlassen. Ich habe nicht mehr so viel unternommen und von meinen Freunden schon mal den Vorwurf gehört, ich sei langweilig geworden“, erinnert sich die gebürtige Dresdnerin. Doch das hat sie stark gemacht und sie hat einiges gelernt. Vor allem über sich: „Ich war früher eine Perfektionistin, heute lasse ich auch gerne mal alle fünfe gerade sein.“ Und: „Ich habe einen neuen Freundeskreis. Wir halten eng zusammen und unterstützen uns gegenseitig.“ Die MS hat sie außerdem gelehrt, auf ihren Körper und die innere Stimme zu hören – sowie das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. „Dieser Lernprozess hört für mich nie auf“, betont Sylvia Sassonov und verdeutlicht: „Ich lasse mich von der MS nicht unterkriegen.“ Allerdings ist sie umsichtiger mit sich geworden. In Phasen, in denen es ihr nicht so gut geht, erzwingt sie nichts. „Bei Erschöpfung brauche ich eine Ruhepause und verzichte zum Munterwerden auf den Kaffee“, sagt sie. Auf die letzten 20 Jahre mit MS blickt sie versöhnlich: „Ich führe ein aktives und erfülltes Leben. Ich brauche weder einen Stock noch einen Rollstuhl – die Krankheit ist nicht mein Feind.“

Zum Lesen

Neben dem Tanzen hat Sylvia Sassonov noch eine Leidenschaft: Das Schreiben. „Das Tanzen hält meinen Körper geschmeidig, das Schreiben meinen Geist“, sagt sie. Ihre Gedanken und Erfahrungen hat sie autobiografisch in ihrem Buch „Ich tanze so lange ich kann“ zusammengetragen – damit möchte sie anderen Betroffenen Mut machen und Zuversicht schenken. Erschienen ist das Buch bei Bastei-Lübbe, seit 2013 ist es auch als E-Book unter www.amazon.de erhältlich. Gewidmet hat sie es ihrer Neurologin, der sie sich erstmals anvertrauen und mit ihr offen über die MS sprechen konnte: „Ich werde ihr immer dankbar bleiben“, sagt sie.


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