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Impfung schützt vor dem eigenen Immunsystem

HEIDELBERG (MedCon) – Neue Hoffnung auf einen Impfstoff gegen MS: Deutschen Wissenschaftlern ist es gelungen, Mäuse mit speziell präparierten, körpereigenen Immunzellen zu impfen und die Erkrankung an einer MS-ähnlichen Nervenentzündung zu verhindern.

Die Entdeckung gelang den Wissenschaftlern im Rahmen ihrer Forschung, die Abstoßung des Spenderorgans nach einer Transplantation zu verhindern, ohne dabei das ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. zu beeinträchtigen.

"Die ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger. gegen die Multiple Sklerose folgt dem selben Prinzip", erklärt Professor Peter Terness von der Abteilung für Transplantationsimmunologie des Instituts für ImmunologieImmunologie bezeichnet die Wissenschaft vom Abwehrsystem der Lebewesen gegen fremde Substanzen und Krankheitserreger. am Universitätsklinikum Heidelberg. "Wir müssen dem Immunsystem beibringen, das Spenderorgan – oder in diesem Fall die eigenen Nervenzellen – nicht als Fremdkörper zu bekämpfen."

Dafür beluden die Forscher die Immunzellen von Mäusen mit einem markanten Eiweiß aus dem Nervensystem, behandelten sie mit einem Chemotherapeutikum und injizierten sie wieder den Spendertieren. Daraufhin ließ sich bei diesen Mäusen die Experimentelle Autoimmune Enzephalitis – die "Multiple Sklerose" bei Tieren – nicht mehr auslösen, sie waren resistent. "Die behandelten Zellen präsentieren das Zieleiweiß und unterdrücken gleichzeitig die Immunantwort. Dadurch gewöhnen sich die Immunzellen an das Protein und attackieren es später auch ohne Hemmstoff nicht mehr", erklärte Terness.

Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob diese Methode auch bei bereits bestehender Multipler Sklerose greift. Im Tierversuch soll getestet werden, ob die Impfung mit behandelten, körpereigenen Zellen nicht nur eine vorbeugende, sondern auch eine therapeutische Wirkung besitzt.

Quelle: Terness P et al., PNAS 2008. 105: 18442 - 18447


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