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Ionenkanal lässt Immunzellen ins Gehirn wandern

MÜNSTER (Biermann) – Neuroimmunologen der Universität Münster haben einen bislang unbekannten Ionenkanal auf Immunzellen entdeckt, der dafür verantwortlich zu sein scheint, dass die Zellen die Blut-Hirn-SchrankeDie Blut-Hirn-Schranke ist eine selektiv durchlässige Barriere zwischen dem Blutgefäßsystem und dem Zentralen Nervensystem durch die der Stoffaustausch kontrolliert wird. Diese "Schranke" soll das Gehirn vor toxischen (giftigen) Substanzen schützen. Der wesentliche Bestandteil dieser Schranke oder Barriere sind Endothelzellen, die die kapillaren Blutgefäße im Gehirn auskleiden. durchdringen und das Gehirn von MS-Betroffenen schädigen. Die weitere Erforschung des Kanals unterstützt die Daimler und Benz Stiftung mit 40.000 Euro.

Dr. Stefan Bittner, Neuroimmunologe an der Uni-Klinik für Allgemeine Neurologie in Münster, und seine Arbeitsgruppe wollen mit Hilfe der Fördermittel vor allem untersuchen, ob sich der Ionenkanal – TREK1 genannt – wie erhofft als Hebel für neue Therapien eignet.

"Sollte dies der Fall sein, könnte unsere Entdeckung der Schlüssel für eine völlig neue Generation von Medikamenten zu Behandlung der Multiplen Sklerose sein", erklärte der 31-jährige Wissenschaftler.

Im Zentrum seiner Forschungsarbeit steht dabei, wie schädliche Immunzellen die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, die für sie normalerweise undurchdringbar ist, um anschließend im Gehirn eine krankhafte Entzündungsreaktion auszulösen.

Bei ihren Untersuchungen stießen die Wissenschaftler auf fehlgeleitete Entzündungszellen, die in sämtlichen Phasen der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen. "Diese sind durch bestimmte Ionenkanäle gekennzeichnet, also ProteineEiweiße in der Außenmembran der Zelle, die geladenen Teilchen das Durchqueren der Membran ermöglichen", erläutert Bittner.

Derzeit beschäftigt sich Bittner mit der Bedeutung des Kaliumkanals TREK1 für die Immunzellwanderung durch die Blut-Hirn-Schranke. "TREK1 reguliert die Wanderung von Immunzellen", schildert Bittner seine Erkenntnisse, "und eine Aktivierung dieses Kanals verhindert die Migration." Die Entzündungszellen gelangten so nicht mehr ins Gehirn und richteten keinen Schaden an. "Wir nehmen uns nun speziell die Signalwege in Wandzellen der zerebralen Blutgefäße vor", so Bittner.

Dieses Vorgehen erscheint besonders vielversprechend, da es bereits jetzt Medikamente gibt, die die Immunzellwanderung über die Blut-Hirn-Schranke blockieren und so zeigen, dass sich der Prozess der Migration von schädlichen Immunzellen im Grundsatz therapeutisch nutzen lässt.



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