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Kinder mit MS sind oft auch geistig eingeschränkt

NEW YORK (Reuters Health) – Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose haben häufig niedrigere IQ-Werte und Probleme beim Denken und Urteilen. Dies geht aus einer Studie italienischer Wissenschaftler in der Zeitschrift Neurology hervor.

Fast fünf Prozent aller MS-Erkrankungen träten vor dem 18. Lebensjahr auf, schreiben Dr. Maria Pia Amato von der Universität in Florenz und ihre Kollegen. "Die erste Diagnose einer MS ist schwierig – bei Kindern wie Erwachsenen", sagte Amato gegenüber Reuters Health. Vor allem bei Kindern unter zehn Jahren könnten "die Symptome denen einer akuten Gehirnhautentzündung ähneln", mit Symptomen wie Fieber sowie Veränderungen des psychischen Zustands und des Bewusstseins. Teilweise würde eine künstliche Beatmung notwendig, ebenso könnten bei Kindern häufig Anfälle und andere Anzeichen für eine Beteiligung des Gehirns auftreten, die bei Erwachsenen selten vorkommen.

Bei Jugendlichen hingegen ähnele das erste Auftreten einer MS eher dem bei jungen Erwachsenen, fügte die Wissenschaftlerin hinzu – mit Symptomen wie einer Entzündung des Sehnervs, Symptomen des Hirnstamms und des Kleinhirns und sensorischen Störungen, üblicherweise aber ohne eine Veränderung des psychischen Zustands.

In jedem Fall herrsche Einigkeit darüber, dass ein frühes Auftreten der MS einen größeren Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten haben könnte, wenn die normale Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigt ist.

In der vorgestellten Studie hatten die Wissenschaftler 63 MS-Patienten und 57 gesunde Kontrollpersonen unter 18 einer neuropsychologischen Testbatterie unterzogen. Bei 15 Studienteilnehmern war die MS bereits vor dem zehnten Lebensjahr ausgebrochen.

In der MS-Gruppe waren die IQ-Werte niedriger als in der Kontrollgruppe, fünf MS-Kinder hatten einen IQ-Wert unter 70, während dies bei keinem Kind der Kontrollgruppe der Fall war. Einen IQ-Wert zwischen 70 und 89 zeigten in der MS-Gruppe 15 Kinder gegenüber zwei Kindern in der Kontrollgruppe. Der einzig statistisch bedeutsame Faktor, der einen IQ unter 70 vorhersagte, war ein jüngeres Alter bei Erstmanifestation der Krankheit.

Im Gespräch mit den Eltern "konnten wir bestätigen, dass die Krankheit große funktionale Auswirkungen hat und – jenseits der körperlichen Behinderung – kognitive Probleme eine große Rolle spielen, die die schulischen, alltäglichen und sozialen Aktivitäten der Kinder beeinträchtigen", berichten die Autoren.

Bei der Behandlung dieser Patienten sollten Ärzte deshalb immer auch die geistigen und psychosozialen Probleme berücksichtigen, die mit der MS verbunden sind, betonte Amato. Vor allem müssten die allgemeinen intellektuellen Fähigkeiten und die sprachlichen Probleme erkannt und behandelt werden – vor allem bei Kindern, bei denen die MS schon vor dem zehnten Geburtstag diagnostiziert wird.

"Ich möchte betonen, dass die Behandlung und Unterstützung den Patienten und ihren Familien hilft, mit den psychosozialen Problemen zurecht zu kommen", fügte sie hinzu.

Es könnte auch sein, dass die Behandlung sehr junger Kinder wirksamer sei. "Deshalb könnten das frühe Erkennen von Problemen sowie Interventionsstrategien, rehabilitiver und medikamentöser Art, zu besseren Ergebnissen führen."

Quelle: Neurology, Online-Vorabveröffentlichung vom 13. Mai 2008


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