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Knochenmarkbehandlung kann Nerven wieder herstellen

BETHESDA, Md. (Reuters) – Aus einem fehlgeschlagenen Experiment schöpfen kanadische Wissenschaftler nun Hoffnung auf einen neuen Behandlungsweg für Multiple Sklerose-Patienten: Die Forscher hatten bei MS-Patienten, die Stammzellen aus dem Knochenmark erhalten hatten – ähnlich jenen, die Leukämie-Patienten transplantiert werden –, einen rätselhaften Rückgang der Erkrankung beobachtet.

Warum das passierte, ist den Wissenschaftlern bislang nicht klar. "Nicht ein einziger Patient hat bislang einen weiteren Schub erlebt – und die Behandlung liegt fast sieben Jahre zurück", erklärte Dr. Mark Freedman von der University of Ottawa.

Ursprünglich wollte der MS-Spezialist untersuchen, wie sich die Krankheit entwickelt. Er hatte dazu einen Versuch angesetzt, bei dem sie das Knochenmark und damit das ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. von MS-Patienten zerstörten.

Danach erhielten die Studienteilnehmer wieder so genannte hämatopoetische Stammzellen, also Blut bildende Zellen, die ihnen vor der Behandlung aus dem Knochenmark entnommen worden waren.

"Eigentlich hatten wir keine Besserung erwartet", sagte Freedman auf einem Stammzell-Symposium des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums. "Das Studienziel war ein Neustart des Immunsystems. Wir wollten eigentlich das Immunsystem neu starten und dann beobachten, wie sich die Krankheit entwickelt. Das hat nicht funktioniert".

Statt dessen setzte bei den 17 MS-Patienten, die an Freedmans Studie teilgenommen hatten, zwei Jahre nach der Behandlung die Besserung ein. Kein Patient hätte bislang weitere der charakteristischen Gehirnläsionen entwickelt, statt dessen "konnten wir deren Reparatur beobachten", erklärte der Forscher. Sie müssten die Studienteilnehmer aber noch länger beobachten, bevor sie genau sagen könnten, was in diesen vorginge, so Freedman.

Allerdings konnte er bereits einige Hinweise finden, die bei der Behandlung von MS-Patienten mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, helfen könnten.

"Die Patienten, die hohe Entzündungswerte zeigen, profitieren am ehesten von der Behandlung", sagte er. "Wir benötigen einen bestimmten Entzündungsgrad." Auch wenn eine Entzündung der Prozess sein könnte, der das MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. zerstöre, könnte es sein, dass der Körper eine Entzündung brauche, um Schäden zu reparieren, erklärte der Wissenschaftler.

Der Hintergrund seiner Vermutung ist, dass Immunzellen Stoffe produzieren, die als Cytokine bezeichnet wird. Da diese mit Entzündungen in Zusammenhang stehen, könnten sie auch Zellen – möglicherweise auch Stammzellen – dazu bringen, sich zu regenerieren.

Allerdings ist die geschilderte Behandlungsmethode selbst sehr gefährlich: Ein Patient verstarb, als die Medikamente, die sein Knochenmark zerstören sollten, seine Leber irreparabel schädigten.


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