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Liponsäure: Hoffnung auf Therapie bei sekundär progredienter MS

Die Verabreichung von Alpha-Liponsäure könnte das Voranschreiten von Behinderungen bei MS verlangsamen. Eine englische Studie bestätigt das langsamere Schrumpfen des Hirnvolumens unter Liponsäure.

LONDON (Biermann) – Alpha-Liponsäure, ein natürlich vorkommendes Coenzym in menschlichen Zellen, könnte den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) günstig beeinflussen und vor dem Voranschreiten einer Behinderung schützen. Dies ist das Ergebnis einer frühen klinischen Studie, die jüngst auf dem Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) in London vorgestellt worden war.

Die meisten Menschen mit MS zeigen einen schubförmig-remittierenden Verlauf der Störung, bei dem sich die bei einem Schub auftretenden neurologischen Symptome wieder zurückbilden. Allerdings entwickeln viele Betroffene im Lauf der Zeit auch körperliche Defizite, die sich immer weiter verschlechtern. Die MS ist dann in die sekundär progrediente Phase übergegangen. 

Als Ursache für die voranschreitende Behinderung wird ein Verlust an Nervenzellen und -fasern angenommen. Interventionen, die diesen Verlust verhindern oder bremsen, könnten das Entstehen dauerhafter und voranschreitender Defizite verhindern. Als möglichen Wirkstoff testeten britische Wissenschaftler die Alpha-Liponsäure, die seit mehreren Jahrzehnten bereits bei peripheren Neuropathien Anwendung findet.

Die Forscher verabreichten in einer doppelt-verblindeten Pilotstudie 27 Personen mit bestätigter sekundär progredienter MS über 96 Wochen hinweg 1200 mg Liponsäure pro Tag, 24 Teilnehmer erhielten ein Placebo. Die Wirkung der Therapie auf das zentrale Nervensystem überprüften die Wissenschaftler mithilfe von Magnetresonanztomographie, indem sie die Atrophie des gesamten Gehirns, bestimmter Hirnstrukturen, des Rückenmarks sowie der Netzhaut im Auge bestimmten. Zusätzlich befragten sie die Teilnehmer zu Symptomen und Lebensqualität.

Dabei zeigte sich am Ende der Studie, dass das Hirnvolumen der Studienteilnehmer unter Liponsäure mit 0,22 Prozent pro Jahr deutlich langsamer geschrumpft war als unter Placebo (0,65 %/Jahr). Die Rate an unerwünschten Nebenwirkungen war in beiden Studiengruppen vergleichbar, allerdings gaben Teilnehmer unter Liponsäure häufiger Magenverstimmungen zu Protokoll. Positiv entwickelte sich unter der Therapie hingegen die Sturzrate.

ECTRIMS-Präsident Prof. Xavier Montalban zeigte sich optimistisch, dass mit den positiven Studienergebnissen zur Liponsäure sowie zu zwei weiteren Substanzen (Simvastatin und Siponimod) möglicherweise in absehbarer Zeit dringend benötigte Behandlungsmöglichkeiten für die sekundär progrediente MS zur Verfügung stehen könnten.

Quelle: ECTRIMS, 17. September 2016


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