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MS-Forscher auf der Spur eines möglicherweise nützlichen Parasiten

MADISON (MedCon) – Neue Möglichkeiten für die Therapie der Multiplen Sklerose erhoffen sich amerikanische Forscher von der Untersuchung der Eier eines Darmwurms, eines harmlosen Parasiten.

Das Konzept der geplanten Studie basiert auf der so genannten „Hygiene-Hypothese“, laut der in unterentwickelten Ländern mit niedrigen Hygienestandards deshalb weniger Menschen an MS erkranken, weil bei ihnen durch den frühen Kontakt mit Infektionsauslösern das ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. „trainiert“ wird, was auch bei der Abwehr von Attacken auf das Gehirn und das Rückenmark bei MS helfen soll.

Andersherum wird spekuliert, dass in hochentwickelten Ländern mit guter oder gar übertriebener Hygiene das Immunsystem zu Überreaktionen neigt und unter anderem auch MS auslösen kann. Die Richtigkeit dieser Hypothese ist aber bislang nicht bewiesen.

Für die an der University of Wisconsin, Madison, geplante Studie sollen rund 20 Patienten rekrutiert werden. Die Untersuchung wird von der National MS Society unterstützt, die auch Forschungsgelder zur Verfügung stellt.

Nach Angaben der Wissenschaftler haben Studienmodelle mit MS-ähnlichen Erkrankungen bei Nagern und vorläufige klinische Studien zu Morbus Crohn gezeigt, dass ein Gebräu mit den Eiern des Darmwurms Angriffe des Immunsystems in andere Bahnen lenkt und zu einer Besserung dieser Erkrankungen führt.

Deshalb soll nun untersucht werden, ob die Darmwurmeier sich auch bei der schubförmig remittierenden MS positiv auswirken. Für die erste Phase der Studie ist geplant, dass fünf Patienten, die für MS zugelassene Medikamente nicht einnehmen wollen und weitere Kriterien erfüllen, das Gebräu mit den winzigen Eiern des Parasiten erhalten.

Diese reifen dann im Körper der Patienten bis zur Größe einer Wimper heran. Wenn sie den Dickdarm erreichen, interagieren die Larven mit dem Immunsystem und sterben ab. Verdauungsprobleme durch das Trinken der Lösung mit den darin enthaltenen Darmwurmeiern erwarten die Wissenschaftler nicht.

Die Studienteilnehmer sollen dann sieben Monate nachbeobachtet werden. Dabei wird vor allem darauf geachtet, wie viele neue, aktive Bereiche mit Myelinschädigungen in der Magnetresonanztomographie zu sehen sind.

Wenn sich das Vorgehen in dieser ersten Phase als sicher und wirksam erweist, werden 15 weitere Patienten in eine sich dann über Jahre hinziehende Studie aufgenommen. Sofern das Verfahren auch dann noch als effektiv eingeschätzt wird, besteht das langfristige Ziel darin, seinen genauen Mechanismus zu bestimmen, so dass möglicherweise eine angenehmere Darreichungsform etwa in Form einer Tablette entwickelt werden kann.

Quelle: National MS Society, 11. April 2008


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