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MS-Patienten haben geringeres Krebsrisiko

STOCKHOLM (MedCon) – Schwedische Wissenschaftler haben in der Zeitschrift Neurology eine gute und eine schlechte Nachricht für MS-Patienten veröffentlicht. Die Gute: Menschen mit Multipler Sklerose haben ein insgesamt geringeres Krebsrisiko. Die schlechte Nachricht: Bestimmte Krebsformen werden bei MS-Patienten häufiger gefunden, darunter Hirntumore und Blasenkrebs.

Die Wissenschaftler hatten die Krankenakten von 20.000 MS-Patienten und 204.000 Menschen ohne die Diagnose ausgewertet. Fünfunddreißig Beobachtungsjahre ergaben schließlich, dass die MS-Patienten ein um zehn Prozent geringeres Gesamtrisiko für eine Krebserkrankung hatten als die Kontrollpersonen. Das galt vor allem für Frauen.

Allerdings war das Risiko der MS-Patienten, an Tumoren des Gehirns, der Blase und anderen Organen des Harntrakts zu erkranken, um bis zu 44 Prozent im Vergleich zu den Kontrollpersonen erhöht. Eine genetische Veranlagung, die das beobachtete Muster erklären könnten, schlossen die Forscher nach Auswertung der Elterndaten aller Studienteilnehmer aus.

"Wir vermuten, dass das insgesamt geringere Krebsrisiko von MS-Patienten auf Veränderungen des Lebensstils oder der Behandlung nach der Diagnose beruht", sagte Studienleiter Shahram Bahmanyar vom Karolinska Institut in Schweden. "Die Zunahme an Hirntumordiagnosen könnte auf Entzündungen des Gehirns zurückzuführen sein, allerdings spiegelt unser Ergebnis nicht unbedingt eine tatsächliche Zunahme des Krebsrisikos wider. Vielmehr gibt es Hinweise darauf, dass bei den häufigen neurologischen Untersuchungen dieser Patienten Hirntumore einfach früher entdeckt werden", erklärt der Forscher weiter.

Die höhere Rate an Tumoren des Harntrakts führen die Forscher hingegen auf die chronische Irritation dieser Organe infolge der MS zurück. "Dennoch ist das individuelle Risiko, eine Tumorerkrankung an Organen des Harntrakts zu entwickeln, relativ gering – weniger als 0,2 Prozent aller MS-Patienten entwickelten diese Krebsart pro zehn Jahre unserer Beobachtungszeit", beruhigt der Forscher.

Bahmanyar fügte noch hinzu, dass MS-Patienten im Durchschnitt einen geringeren Body Mass Index (BMI) hätten als die Allgemeinbevölkerung, der ja auch einen Risikofaktor für bestimmte Krebsarten darstellt. Dieser niedrigere BMI könnte demnach das insgesamt niedrigere Krebsrisiko erklären. Allerdings sei es auch möglich, dass es aus der Reaktion des Körpers auf die MS resultiere.

Quelle: Bahmanyar S. et al.,Neurology 2009, 72: 1170 - 1177


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