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MS und Kunst

Die Diagnose einer chronischen Erkrankung wie MS ist ein tiefer Einschnitt im Leben des Betroffenen. Jeder Betroffene reagiert darauf anders. Die Angst vor einer körperlichen Behinderung hängt wie ein Damoklesschwert über dem Betroffenen. Tagesablauf, Arbeit oder Hobby, vieles ändert sich oder wird sich irgendwann ändern – ob man will oder nicht. Auf der Suche nach Strategien zur Krankheitsbewältigung entdecken viele ihre Kreativität. „Sich alles von der Seele malen“ Künstlerische Hobbys, wie z. B. Schreiben, Musizieren oder Malen, können helfen, die Psyche zu stärken. Der künstlerische Ausdruck kann helfen, Traumata besser zu verarbeiten. Krankheiten können auf diese Weise besser bewältigt werden. Betrachtet man die Werke großer Künstler, die an einer Krankheit litten oder leiden, erkennt man inhaltliche und auch formale Veränderungen aufgrund dessen. Viele konnten ihre künstlerischen Fähigkeiten trotz ihrer Erkrankung erhalten. Einige Künstler haben in Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit sogar ihr Lebenswerk gekrönt.

Henri Matisse war nach einer schweren Operation im Jahre 1941 ans Bett und später an den Rollstuhl gefesselt. Er litt an einem Zwölffingerdarmkrebs. Seine Werke der vierziger und fünfziger Jahre entstanden vor dem Hintergrund seines Reflektierens über die Krankheit. Frida Kahlo litt seit dem Alter von sechs Jahren an Kinderlähmung, wodurch sie ein kürzeres und dünneres Bein hatte. Durch einen schweren Unfall musste sie ungefähr zwei Jahre entweder liegend und in einem Ganzkörpergips oder Stahlkorsett verbringen. Ihr Leiden, das ihr ganzes Leben lang andauern sollte, begann sie in Bildern aufzuarbeiten. Zu ihrer Mutter sagte sie: „Ich bin nicht gestorben, und außerdem habe ich etwas, wofür es sich zu leben lohnt: die Malerei.“ Chronische Arthritis fesselte Auguste Renoir in seinen letzten Lebensjahren an den Rollstuhl. Das Malen gab er deswegen nicht auf - er ließ sich einen Pinsel an das Handgelenk schnüren, um weiter malen zu können. Paul Klee, schon zu Lebzeiten einer der einflussreichsten und bedeutendsten Künstler, litt in den letzten Jahren seines Lebens an einer fortschreitenden Bindegewebserkrankung (Sklerodermie), die Inhalt und Form seines Spätwerks stark beeinflusste. Klee stellte sein eigenes Leiden und seine Empfindungen bildhaft dar, sprach jedoch so gut wie nie zu Außenstehenden über seine Erkrankung. An welcher neurologisch degenerativen Erkrankung Heinrich Heine tatsächlich litt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Fakt ist, dass viele von ihm beschriebenen Krankheitsepisoden denen einer Multiple Sklerose ähnelten. In seinen letzten Jahren konnte er das Haus nicht mehr verlassen (Heine selbst sprach ironisch von „Matratzengruft“), doch hatte dies keinen Einfluss auf sein Schaffen und schien ihn eher zu motivieren. „Ich leide noch immer an einer paralysierten Hand. Koreff ist mein Arzt. War sehr krank. Dennoch bleibe ich tätig. Ich gebe das Schwert nicht aus Händen, bis ich hinsinke. Solange bleib ich auch.“

Kunsttherapie - eine anerkannte Therapieform Diese Beispiele bekannter Künstler zeigen, dass durch künstlerische Aktivitäten neue Lebensinhalte entdeckt, das Leiden gelindert und verarbeitet werden kann, oder auch darüber triumphiert werden kann. Was damals Matisse oder Kahlo intuitiv gemacht haben, wird bei chronischen Erkrankungen wie MS als begleitende Therapie angeboten. Ziel dieser Therapie ist es, Gefühle und Empfindungen nonverbal auszudrücken. Probleme, die bisher im Unbewussten schlummerten, lassen sich auf diese Weise vergegenwärtigen. Patienten benötigen dazu keinerlei Vorkenntnisse oder besondere Begabungen.

Vorteile der Kunsttherapie:

  • Die Kunsttherapie hilft dem Patienten dabei, seine Gefühle zu identifizieren und zu bewältigen.

  • MS bedingt nicht selten ein geringes Selbstwertgefühl. Unsicherheit insbesondere gegenüber seinen Mitmenschen kann zu Isolation bis hin zur Depression führen. Künstlerische Tätigkeiten fördern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und steigern somit das Selbstbewusstsein.

  • Mit Hilfe der Kunsttherapie können Gefühle und Ängste, die nicht in Worte gefasst werden können, ausgedrückt werden. Patienten lernen so, ihre Gefühle zu deuten und zu kontrollieren.

  • Stress ist ein großer Feind von MS-Betroffenen. Kunst in welcher Form auch immer kann zur Entspannung beitragen.

 

Mehr Lebensqualität durch Malen, Tanzen & Co


Die Kunsttherapie ist eine anerkannte Therapieform, die von speziell ausgebildeten Therapeuten angeboten wird. Doch auch im Alltag wirkt Kunst auf viele Menschen inspirierend. Egal, ob jung oder alt, krank oder gesund - durch Malen, Musizieren oder Tanzen drücken Menschen ihre Gefühle aus.

Unter Umständen kann es für MS-Betroffene sinnvoll sein, die künstlerische Betätigung nicht in Verbindung mit der MS-Therapie zu sehen. Abgesehen von der Symptomatik ist die Erkrankung durch Arzttermine, Medikamente und begleitende Therapien allgegenwärtig. Sich künstlerisch unter normalen Bedingungen zu betätigen bringt Entspannung und Befriedigung. Der Besuch eines professionellen Malkurses oder, sofern es körperlich möglich ist, von Tanz- oder Musikstunden, stärkt zudem das Selbstvertrauen. Vielleicht entdeckt man tatsächlich unerkannte Talente und neben dem Stolz und der Freude über das Geleistete kommt dann noch der Triumph: „Trotz MS habe ich das geschafft!“

Quellen:

Zu den einzelnen Künstlern:
de.wikipedia.org
www.arttherapy.org
www.werkstattfuerkunstundtherapie.de

 

 


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