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Neue Nervenzellen aus Haut

CAMBRIDGE (MedCon) – US-amerikanischen Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, aus umprogrammierten Hautzellen einer Patientin mit der neurodegenerativen Krankheit ALS funktionsfähige Nervenzellen herzustellen.

Für eine Therapie sind die Zellen allerdings bislang nicht verwendbar, weil das Risiko für Folgeerkrankungen noch zu groß ist.

Eine solche Umwandlung von Hautzellen erwachsener Menschen in unspezialisierte Zellen, die embryonalen Stammzellen ähneln, ist Forschern bereits mehrfach gelungen. Kevin Eggan von der Harvard-Universität in Cambridge und sein Team demonstrierten in ihrem Versuch nun, dass sich diese Zellen genau wie embryonale Stammzellen zu anderen Zellarten weiterentwickeln können und dass dieses Verfahren auch bei alten und kranken Menschen funktioniert.

So erzeugten sie aus den Hautzellen einer 82-jährigen ALS-Patientin sogenannte motorische Nervenzellen – genau die Art von Neuronen, die bei ALS-Patienten besonders stark geschädigt sind, was zu den bekannten Lähmungssymptomen führt.

Mit ihren Forschungsergebnissen wollen Eggan und sein Team vor allem das komplexe Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen bei der Entstehung von ALS aufklären. Auch die Wirkung von Medikamenten kann so bereits im Vorfeld an lebenden Zellen getestet werden.

Quelle: Science, Online-Vorabveröffentlichung vom 31. Juli 2008



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