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Neuer Blick auf das Immunsystem

Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass sogenannte gespleißte Epitope häufiger vorkommen als bisher vermutet. Epitope lösen die Abwehrreaktion des Immunsystems auf fremde Substanzen aus.

Die Erkenntnis über ihre Beschaffenheit ermöglicht eine neue Sicht auf die Funktion des ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen

 

BERLIN (Biermann) – Berliner Wissenschaftler haben jüngst neue Einsichten in die Funktion des Immunsystems und damit möglicherweise auch in die Entstehung von Autoimmunstörungen wie der Multiplen Sklerose (MS) gewonnen: Gemeinsam mit Kollegen aus Großbritannien, den USA und den Niederlanden haben sie entdeckt, dass sogenannte gespleißte Epitope deutlich häufiger vorkommen als bisher angenommen.

Körpereigene und körperfremde Eiweiße, beispielsweise von Bakterien oder Viren, werden im Inneren von Zellen zerlegt. Bruchstücke davon, sogenannte Epitope, präsentieren die verdauenden Zellen dann auf ihrer Oberfläche und lösen so die Abwehrreaktion des Immunsystems auf körperfremde Substanzen aus.

Wie die Forscher nun herausgefunden haben, ist fast ein Drittel aller existierenden Epitope aus zwei verschiedenen Bruchstücken der zerlegten ProteineEiweiße zusammengesetzt. Diese sogenannten gespleißten Epitope (engl. Spliced Epitopes) wurden lange für eine Rarität gehalten. Ihr häufiges Vorkommen könnte nach Ansicht der Forscher jedoch die große Flexibilität des Immunsystems erklären.

„Zwar war uns die Existenz dieser zusammengesetzten Epitope durchaus bekannt, allerdings haben wir sie für sehr selten gehalten“, erklärte Dr. Michele Mishto. Dass sie jedoch so häufig sind, halten die Forscher für einen Hinweis auf ihre große Bedeutung für die Immunreaktion.

„Durch ihre hohe Vielfalt erhöhen Spliced Epitopes die Möglichkeiten des Immunsystems, Erreger zu identifizieren und zu bekämpfen. Allerdings könnte auch eine erhöhte Fehlerquote die Folge sein, und zwar in den Fällen, wenn die von Erregern abstammenden Epitope identisch zu körpereigenen Epitopen sind“, erklärte Juliane Liepe, Wissenschaftlerin am Imperial College in London. Diese Interpretation könnte nach Ansicht der Forscher das Verständnis von Autoimmunstörungen wie MS oder Diabetes verbessern.

Quellen: Science 2016;354(6310):354-358.
Gemeinsame Pressemitteilung von Charité und Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), 21.10.2016

 

 


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