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Niedrige Testosteronspiegel beeinflussen bei Männern den Verlauf der MS

BOSTON (Biermann) – Männer mit Multipler Sklerose (MS) können aktuellen Erkenntnissen zufolge eine Unterfunktion der Keimdrüsen entwickeln, die zu einem niedrigen Testosteronspiegel führt und so den Verlauf der MS negativ beeinflussen kann.

Wie Wissenschaftler der Universität Boston, USA, in der Zeitschrift "Multiple Sclerosis" berichten, hatten sie 96 Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren mit schubförmig remittierender MS oder einem klinisch isolierten Syndrom für die Studie ausgewählt. Die ersten Symptome der Betroffenen lagen weniger als zehn Jahre zurück. Von den Studienteilnehmern bestimmten die Forscher die morgendlichen Testosteronspiegel und erfassten alle sechs Monate deren EDSSDie EDSS (Expanded Disability Status Scale), auch als Kurtzke-Skalasiehe EDSS bekannt, ist eine Skala zur Erfassung von neurologischen Ausfällen. Dabei werden die Stufen 0-10 unterschieden: Die Stufe 0 entspricht keiner Behinderung. Es werden insbesondere die Gehfähigkeit sowie acht weitere Funktionssysteme bewertet, z.B. bedeutet EDSS 2.0 leichte Behinderung in einem funktionellen System, EDSS 4.0 gehfähig ohne  Hilfe und Ruhepause für mindestens 500m und während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung. EDSS 6.0 bedeutet gehfähig für etwa 100m mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe). Auf Stufe 9 ist der Betroffene hingegen vollständig pflegebedürftig. 10 bedeutet Tod durch MS. Eine detaillierte Übersicht zum EDSS finden Sie auf der Seite der DMSG.-Werte sowie jährlich deren kognitive Leistung.

Dabei zeigte sich, dass 39 Prozent der Probanden eine Unterfunktion der Keimdrüsen mit einem Gesamttestosteronspiegel von weniger als 288 ng/dl entwickelt hatten. Keiner der Betroffenen zeigte einen kompensierenden Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH), das die Bildung des Testosterons im Hoden stimuliert.

Zudem fanden die Forscher einen negativen Zusammenhang zwischen dem Gesamttestosteronwert und dem Behinderungsgrad der Studienteilnehmer. Das heißt, je niedriger der Testosteronspiegel ausfiel, desto höher war der EDSS-Wert der Betroffenen. In Langzeitanalysen ließen die kognitiven Fähigkeiten von Studienteilnehmern, die zu Studienbeginn höhere Testosteronspiegel aufwiesen, außerdem weniger stark nach.

Angesichts dieser Ergebnisse sollten die möglicherweise neuroprotektiven Eigenschaften des Testosterons weiter untersucht werden, appellieren die Wissenschaftler.

Anfang vergangenen Jahres hatten bereits französische Forscher eine Studie veröffentlicht, in der es ihnen gelungen war, Myelinschäden bei Mäusen mit Testosteronpräparaten wieder rückgängig zu machen.


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