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Nikotin nicht für erhöhtes MS-Risiko von Rauchern verantwortlich

STOCKHOLM (Biermann) – Rauchen erhöht das MS-Risiko. Allerdings scheint hierfür nicht das süchtig machende Nikotin verantwortlich zu sein, wie schwedische Wissenschaftler in der Zeitschrift Neurology berichten.

Während Raucher 1,8-mal häufiger an MS erkranken als Nichtraucher und das MS-Risiko für Raucherinnen 1,4-fach erhöht ist, scheinen Freunde des schwedischen Kautabaks seltener an Multipler Sklerose zu erkranken, fanden Dr. Anna K. Hedström vom Karolinska-Institut und Kollegen heraus.

Sie hatten den Nikotinkonsum von 902 MS-Patienten und 1855 gesunden Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen. Dabei nahmen die Studienteilnehmer das Nikotin entweder über Zigarettenrauch oder in Form von Kautabak auf.

Dabei gaben 75 Prozent der MS-Patienten zu Protokoll, im Jahr vor der Diagnose aktuelle oder ehemalige Raucher gewesen zu sein, verglichen mit 48 Prozent der Kontrollen. Insgesamt hatten Raucher ein 1,5-fach höheres MS-Risiko al Nichtraucher, das Risiko aktueller Raucher war 1,6-fach erhöht, Ex-Raucher hatten ein 1,4-fach höheres MS-Risiko als Nichtraucher.

Im Gegensatz dazu war das MS-Risiko von Kautabaknutzern 20 Prozent niedriger als das von Personen, die nie irgendeine Form von Tabak konsumiert hatten. Je länger der Kautabakkonsum anhielt, desto geringer wurde das Risiko. Für Raucher galt: Je länger die Sucht währte, desto höher wurde das MS-Risiko.

Bislang sei nicht klar, warum Zigarettenrauch das MS-Risiko erhöht, auch wenn es dazu viele Theorien gebe, sagte Hedström. Zyanide seien ein gefährlicher Bestandteil des Zigarettenrauchs und schädigten bekanntlich Nervenzellen, fügte sie hinzu. Aber auch die größere Anfälligkeit von Rauchern für Infektionen, die mit dem MS-Risiko in Verbindung gebracht wurde, könnte ein Faktor sein.

Sollte Nikotin irgendeinen positiven Effekt haben, könnte die Chemikalie möglicherweise neuroprotektiv wirken; schließlich hätten einige Studien Nikotinkonsum mit einem verminderten Parkinson-Risiko in Zusammenhang gebracht, sagte Hedström.

Zum jetzigen Zeitpunkt sollten die Ergebnisse Raucher allerdings dazu beflügeln aufzuhören, so Hedström. Dies gelte vor allem für Personen mit einem erhöhten MS-Risiko, beispielsweise aufgrund naher Verwandter, die an der Krankheit leiden. Schließlich sinke das MS-Risiko von Ex-Rauchern innerhalb der ersten fünf rauchfreien Jahre deutlich.

Quelle: Hedström A.K. et al.: Neurology 2009, 73: 696-701.


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