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Panik während der MRT?!

Die Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das mittels eines Magnetfeldes ohne Strahlenbelastung Strukturen des Gehirns und Rückenmarks darstellen kann. Nicht nur in der Diagnostik der MS ist dies ein wichtiges Verfahren, auch im Krankheitsverlauf wird es zur Kontrolle eingesetzt. Mit Hilfe eines Kontrastmittels kann der Neurologe frische Entzündungen und Vernarbungen im Gehirn und im Rückenmark erkennen und unterscheiden.

Viele MS-Betroffene empfinden diese schmerzlose Untersuchung als sehr unangenehm. Je nach Gerätetyp, Art der Aufnahme und evtl. Notwendigkeit einer Kontrastmittelgabe muss der Patient 20 bis 40 Minuten in der Röhre "ausharren". Gerade Menschen mit Platzangst (Klaustrophobie) haben große Probleme diese Prozedur ohne Panikattacken zu überstehen.

MS und Ängste


Dazu kommt, dass MS-Patienten überdurchschnittlich häufig an einer Angst-Störung leiden. US-amerikanische Forscher von der Universität Missouri konnten nun im Rahmen einer Studie feststellen, dass ein Zusammenhang zwischen starken Angstgefühlen und MS-Symptomen sowie dem körperlichen und psychischen Allgemeinzustand besteht. Die MS-Patienten zeigten in der Studie im Gegensatz zur Kontrollgruppe im erhöhten Maße Angstgefühle. Diese standen u. a. im Zusammenhang mit dem Auftreten einer FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus., dem Behinderungsgrad und Schmerzen.

Kernspin und Angstgefühle


Ängste im Zusammenhang mit der MRT haben verschiedene Ursachen. Zum einen ruft die enge Röhre des MRT-Geräts häufig klaustrophobische Ängste hervor. Außerdem werden die auftretenden Geräusche, die relativ lange Dauer der Untersuchung sowie die Temperatur als belastend empfunden. Zum Anderen haben viele Angst vor dem Ergebnis der KernspintomographieDie Kernspintomographie (= Magnetresonanztomographie, MRT) ist ein Bild gebendes Diagnoseverfahren, das durch die Einbringung des Betroffenen in Magnetfelder verschiedene Strukturen des Körpers sehr konstrastintensiv und differenziert darstellen kann. Die Methode macht sich den unterschiedlichen Wassergehalt der verschiedenen Gewebe zu Nutze. Durch die MRT ist der Betroffene keiner Strahlenbelastung ausgesetzt., das unter Umständen neue MS-Herde nachweist. Eine wissenschaftliche Studie konnte zeigen, dass vor allem Patienten, die schon einmal eine MRT-Untersuchung erlebt haben, vermehrt Ängste zeigen. Da MS-Patienten in der Regel schon Erfahrung mit der Untersuchung haben, treten hier auch aus diesem Grund gehäuft Ängste auf.

Das offene MRT


Seit einigen Jahren gibt es sogenannte offene MRT-Geräte. Die Bauart ist nicht länger röhrenförmig, sondern der Untersuchungsbereich ist wesentlich breiter angelegt. Viele Geräte sind außerdem seitlich offen, so dass ein freier Blick möglich ist. Dies ermöglicht nicht nur eine angenehmere Untersuchung für die Patienten, ein weiterer Vorteil ist auch der bessere Zugang während der Untersuchung. Die ersten offenen Geräte lieferten qualitativ schlechtere Aufnahmen als die älteren "Röhren"-MRTs. Seit einiger Zeit gibt es jedoch offene Systeme, die in der Qualität der Bildgebung den Tunnelsystemen nicht nachstehen. Ein Vorteil der neuen Generation der MRT-Geräte sind die kürzeren Untersuchungszeiten.

Eine weitere Alternative zum klassischen MRT-Gerät sind sogenannte Kurz-MRTs, die breiter und kürzer als die herkömmlichen Geräte sind. Bei einer Länge von 125 cm Länge und 70 cm Röhrendurchmesser ist die Untersuchung für viele Patienten aufgrund der größeren Bewegungsfreiheit wesentlich angenehmer. Es besteht über dem Kopf noch eine Kopffreiheit von circa 30 cm.

Tipps für eine angstfreie MRT


Fragen Sie im Vorfeld, ob Sie Ihren MP3-Player mitbringen können oder vor Ort Kopfhörer mit beruhigender Musik zur Verfügung stehen. Außerdem haben einige Kliniken eine sogenannte Winkel-Brille, mit der Sie aus dem Tomographen herausschauen können. Auch die Projektion von Farben kann beruhigend wirken. Bei Bedarf kann Ihnen der behandelnde Arzt zudem ein leichtes Beruhigungsmittel verabreichen. Nehmen Sie zur Unterstützung eine Vertrauensperson mit zur MRT-Untersuchung.

Wenn Sie unter sehr starken Ängsten bei MRT-Untersuchungen leiden, sollten Sie Ihren behandelnden Neurologen nach einem offenen MRT-Gerät in ihrer Nähe fragen. Eine Studie der Charité Berlin belegte jetzt, dass Patienten in den moderneren Geräten deutlich weniger Angstzustände haben.


Sie sollten jedoch im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse klären, ob bzw. in welcher Höhe die Kosten übernommen werden. Wenn durch klaustrophobische Ängste, die Untersuchung in einem herkömmlichen MRT nicht möglich ist, ist eine Übernahme durch die Krankenkasse unter Umständen möglich.

Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass Sie vor der MRT jegliches Metall vom Körper, wie Schmuck, Kleidung mit Reißverschlüssen, Haarspangen, metallenen Zahnersatz etc entfernen. Auch große Tattoos mit metallhaltigen Farben können heiß werden. Wenn sich im Körper Metall befindet, beispielsweise von Prothesen, Clips nach Bypass-Operationen oder Herzschrittmachern, sollte auf die Untersuchung verzichtet werden.

wiki.medpedia.com/Multiple_Sclerosis
wiki.medpedia.com/Magnetic_Resonance_Imaging_
(MRI)Dewey, Marc; Dewey, Charles F.; Schink, Tania (2007). Claustrophobia During Magnetic Resonance Imaging: Cohort Study in over 55000 patients. Journal of Magnetic Resonance Imaging. Gemeinsame Studie des Instituts für Radiologie der Charité und der Radiologie Löbau.
Hessisches Ärzteblatt 4/2004
Neuronal 1/2009

 

 


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