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Partnerschaft – Schuldgefühle

Schuldgefühle und MS passen thematisch leider wunderbar zusammen. Schon bei der Diagnosestellung fragen sich viele Betroffene, ob sie schuld an der Erkrankung sind. Was haben sie in der Vergangenheit falsch gemacht?

Auch in der Partnerschaft treten bei MS-Betroffenen und ihren Partnern Schuldgefühle auf und werden zum ungewollten Begleiter, wenn die MS beginnt, alltägliche Aktivitäten zu behindern.

Betroffene fühlen sich zuweilen schuldig, weil sie sich selbst als Belastung für den Partner sehen. Anlass können alltägliche Dinge im Haushalt sein, wie der Abwasch, die Wäsche oder das Kochen, die vom Partner übernommen werden müssen. Aufgrund von typischen MS-Symptomen wie FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus., Koordinationsstörungen oder Kraftlosigkeit können Betroffene oft nur tatenlos zuschauen und fühlen sich nutzlos.

Auch müssen – abhängig vom Verlauf der Erkrankung – der Lebensstil der Krankheit angepasst und besondere Anschaffungen getätigt werden, die so nicht geplant waren. So können sich Menschen mit MS beispielsweise schuldig fühlen, wenn die geliebte Maisonettewohnung gegen eine leichter begehbare Wohnung eingetauscht werden muss, eine Reise nach dem Zustand des Betroffenen geplant und der geliebte Sportwagen gegen einen Minivan eingetauscht wird. Auch kann die MS immer wieder kurzfristig dazwischenfunken, so dass Abende mit Freunden kurzfristig abgesagt oder frühzeitig verlassen werden müssen.

Auch die emotionale Beziehung zum Partner wird von Schuldgefühlen unterwandert. Erkrankte fühlen sich schuldig, weil sich die MS-Erkrankung auch auf das Sexualleben auswirkt. Die unsichtbaren Symptome wie Schmerzen, Gefühlsstörungen oder kognitive Probleme können zu Missverständnissen führen. Vieles ist anders als vor der MS-Diagnose. Dabei kann ein ständiger Erklärungsbedarf mit der Zeit zu Verbitterung und Gereiztheit bei MS-Betroffenen führen. Im weiteren Verlauf mag es dann so weit kommen, dass Betroffene glauben, selbst schuld an der Erkrankung zu sein. "Hätte ich mehr getan oder mich anders verhalten, wäre alles anders gekommen….."

Zugleich unterliegt aber auch der gesunde Partner einer großen emotionalen Last. Stolpert und fällt der geliebte Partner und er war nicht zur Stelle, meldet sich das schlechte Gewissen: "Wenn ich da gewesen wäre, hätte ich es verhindern können." Auch mit kognitiven Defiziten ist schwer umzugehen. Es erfordert viel Feingefühl und Kraft vom Partner, solche Situationen geschickt und einfühlsam zu regeln.

Ferner kann es beim gesunden Partner zu Schuldgefühlen kommen, wenn er selbst einmal seinem eigenen Zeitvertreib nachkommt. Dies ist in Partnerschaften durchaus normal und wichtig. Jeder braucht mal Zeit für sich. Aber es ist etwas anderes, wenn ein Partner sich mit Freunden in einer Bar amüsiert und der andere zu Hause auf dem Sofa bleiben muss, weil die MS ihn fest im Griff hat.

Wie sollten Partner mit ihren Schuldgefühlen umgehen?


MS scheint mitunter wie ein unerwünschter Dritter in einer Beziehung zu stehen. Die Erkrankung zerrt auf beiden Seiten an den Gefühlen und Nerven. Schuldgefühle sind ein Ergebnis. Dem Erkrankten rauben sie Vertrauen und Selbstachtung, was ein fruchtbarer Nährboden für Depressionen sein kann.

Ganz klar, MS geht an die Substanz. Über seine Gefühle zu sprechen, ist ein guter Weg, um den beschriebenen Problemen vorzubeugen. Als Grundlage einer gefestigten Beziehung kann der Partner diese Offenheit erwarten. Denn nur in Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt und Toleranz basieren, hat die Erkrankung keine Chance, sich einzumischen.

Partner sollten nicht versuchen, die Existenz der Erkrankung zu verschleiern und die Probleme unter den Tisch zu kehren. Sie sind da. Sehen Sie sich eher als Team, das gemeinsam gegen die MS arbeitet. Viele Ursachen für Selbstvorwürfe können leicht vermieden werden. Jeder Partner sollte seine Freiheiten haben und für eine glückliche Zweisamkeit gibt es viele kreative neue Wege, die Sie gemeinsam gehen können.

Trotzdem fällt das Reden nicht jedem leicht, insbesondere wenn Schuldgefühle schon da sind. In diesem Falle sollte man versuchen, sich über einen Dritten Hilfe zu suchen. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt an. Vielleicht kann er Ihnen weiterhelfen oder Sie weiter vermitteln.


Quellen:
www.nationalmssociety.org


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