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Pille erhöht das Schubrisiko bei MS nicht

Die Einnahme von Antibabypillen verursacht kein höheres  Schubrisiko bei Multipler Sklerose.
Eine US-Studie konnte belegen, dass die Einnahme der Pille nicht mit einem höheren Schubrisiko verbunden ist.

BROOKLINE (Biermann) – Die Multiple Sklerose (MS) betrifft vor allem junge Frauen, und für viele von ihnen spielt das Thema Verhütung eine wichtige Rolle – sei es, weil sie noch keine Kinder wollen oder weil manche Therapien eine sichere Verhütung notwendig machen. Viele Nutzerinnen oraler Hormonpräparate zur Verhütung sind allerdings unsicher, ob „die Pille“ den Verlauf der MS beeinflusst. US-amerikanische Wissenschaftler haben nun jedoch weitere Belege dafür gefunden, dass die Einnahme oraler Kontrazeptiva nicht mit einem höheren Schubrisiko verbunden ist.

In ihre Studie hatten die Forscher 162 Frauen eingeschlossen, die aufgrund einer MS oder eines klinisch isolierten Syndroms (CIS) innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnose eine Therapie mit einem injizierbaren immunmodulierenden Medikament (Interferon beta oder GlatirameracetatSubstanz, die zur immunmodulierenden Dauertherapie bei Multipler Sklerose eingesetzt wird und Ähnlichkeit mit einem Bestandteil der MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. hat.) aufgenommen hatten. Abhängig davon, ob und wann die Studienteilnehmerinnen die Pille genommen hatten, bildeten die Wissenschaftler drei Gruppen: frühere Nutzerinnen, aktuelle Nutzerinnen und Nicht-Nutzerinnen. Endpunkt der Untersuchung war die jährliche Schubrate in den drei Studiengruppen, die sich zwar im durchschnittlichen Alter der Frauen, nicht jedoch in der MS-Dauer (1 Jahr) und dem durchschnittlichen EDSSDie EDSS (Expanded Disability Status Scale), auch als Kurtzke-Skalasiehe EDSS bekannt, ist eine Skala zur Erfassung von neurologischen Ausfällen. Dabei werden die Stufen 0-10 unterschieden: Die Stufe 0 entspricht keiner Behinderung. Es werden insbesondere die Gehfähigkeit sowie acht weitere Funktionssysteme bewertet, z.B. bedeutet EDSS 2.0 leichte Behinderung in einem funktionellen System, EDSS 4.0 gehfähig ohne  Hilfe und Ruhepause für mindestens 500m und während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung. EDSS 6.0 bedeutet gehfähig für etwa 100m mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe). Auf Stufe 9 ist der Betroffene hingegen vollständig pflegebedürftig. 10 bedeutet Tod durch MS. Eine detaillierte Übersicht zum EDSS finden Sie auf der Seite der DMSG.-Wert (1,0) unterschieden.

Die statistische Auswertung der Gesamtdaten ergab zunächst keinen Unterschied zwischen den drei Gruppen, verglichen die Forscher jedoch frühere Pillen-Nutzerinnen mit Nicht-Nutzerinnen, hatten Frauen, die in der Vergangenheit hormonell verhütet hatten, eine deutlich niedrigere Schubrate als Nicht-Nutzerinnen. Auch Frauen, die während der MS-Behandlung hormonell verhüteten, hatten eine niedrigere jährliche Schubrate als Nicht-Nutzerinnen, allerdings erwies sich der Unterschied als nicht signifikant.

Die Wissenschaftler folgern daraus, dass eine frühere oder aktuelle Nutzung oraler Kontrazeptiva bei Frauen mit neu diagnostizierter und behandelter MS nicht mit einem erhöhten Schubrisiko verbunden ist.

Quelle: Mult Scler, 1. Februar 2017; doi: 10.1177/1352458517692420


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