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Rauchen beschleunigt den Krankheitsverlauf

BOSTON (MedCon) – Rauchen ist ungesund und kann zu Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Nun haben Wissenschaftler der Harvard University auch Belege dafür gefunden, dass rauchende MS-Patienten mit einem beschleunigten Krankheitsfortschritt rechnen müssen.

Außerdem fanden Dr. Alberto Ascherio von der Harvard School of Public Health in Boston und Kollegen heraus, dass Raucher mit MS eher unter der progressiven Form der Krankheit leiden, bei der sich die Symptome laufend verschlimmern.

"Die meisten negativen Auswirkungen beobachteten wir bei aktuellen Rauchern, was in so weit eine gute Nachricht ist, als dies darauf hindeutet, dass Aufhören helfen kann", sagte Ascherio gegenüber Reuters Health.

Der Forscher und seine Kollegen hatten 891 MS-Patienten über durchschnittlich drei Jahre beobachtet, von denen 17,5 Prozent zum Studienzeitpunkt rauchten. Bei 72 Studienteilnehmern wechselte die Erkrankung von der schubförmig remittierenden Form zum progressiven Verlauf: bei 20 von 154 Rauchern (13 %), bei 20 von 237 Ex-Rauchern (8,4 %) und 32 von 500 Nichtrauchern (6,4 %).

Dies bedeutete, dass Raucher 2,4-mal eher eine primär progrediente MS hatten als Nichtraucher und dass der Krankheitsverlauf von Rauchern während der Studie 2,5-mal eher vom schubförmig remittierenden Verlauf zum progressiven Verlauf wechselte.

Am Studienende zeigten die Raucher außerdem stärkere Behinderungen, einen schwereren Krankheitsverlauf und eine stärkere Gehirnatrophie. Außerdem nahm bei ihnen die Menge des von Läsionen betroffenen Hirngewebes und das Ausmaß der Gehirnatrophie schneller zu.

Der Mechanismus, über den das Rauchen die MS verschlimmere, sei hingegen unklar, sagte Ascherio. Zwar seien negative Auswirkungen der Sucht auf andere Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis bekannt, andere Autoimmunkrankheiten seien hingegen nicht betroffen. Möglicherweise greife das Rauchen also in das ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. ein. Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass Zigarettenrauch toxisch auf das Nervensystem wirkt, erklärte Ascherio.

"Auch wenn die Kausalität des Zusammenhang noch erforscht werden muss", schreiben die Autoren, "zeigen unsere Ergebnisse doch, dass MS-Patienten, die mit dem Rauchen aufhören, nicht nur ihr Risiko für bekannte Raucherkrankheiten reduzieren, sondern auch die Progression ihrer MS hinauszögern."

Quelle: Healy B. C. et al., Arch Neurol. 2009; 66: 858-864.


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