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Retroviren als Ursache?

RENO (Biermann) – Ist das chronische Erschöpfungssyndrom Folge einer Infektion mit einem Retrovirus? US-amerikanische Wissenschaftler haben zumindest Gene eines kürzlich entdeckten Virus in LeukozytenLeukozyten sind weiße Blutkörperchen. Sie übernehmen vielfältige Funktionen in der Abwehr von körperfremdem Material (Viren und Bakterien) sowie bei der Entstehung von Allergien. bei zwei Drittel der untersuchten FatigueTypisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Betroffenen aus.-Patienten nachgewiesen. Andere, noch nicht publizierte Studien fanden bei fast allen Proben AntikörperAntikörper werden von so genannten B-Lymphozyten gebildet. Sie bilden mit einem Antigen, für das sie spezifisch sind, einen so genannten Antigen-Antikörper-Komplex. Durch diese Komplexierung werden verschiedene Abwehrmechanismen aktiviert. gegen das Virus.

Erstmals entdeckt wurde das Xenotropic murine leukaemia virus (XMRV) vor drei Jahren in Prostatakrebszellen. Es gehört zu den Gammaretroviren, die bei einigen Tierarten Leukämien und Lymphome auslösen.

Jetzt berichtet Judy Mikovits vom Whittemore Peterson Institute in Reno im US-Bundesstaat Nevada, dass zwei Drittel aller Patienten mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom aktiv mit dem Virus infiziert seien. Die Forscher wiesen die Virusgene im Blut von 68 von 101 Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom nach. In einer Kontrollgruppe waren nur 8 von 218 Probanden (3,7 Prozent) infiziert.

Dies beweise allerdings nur einen Zusammenhang zwischen dem Virus und dem chronischen Erschöpfungssyndrom und belege nicht, dass der Erreger die Erkrankung tatsächlich hervorrufe, betonen die Wissenschaftler. Deshalb seien viel mehr Studien notwendig, um einen direkten Zusammenhang nachzuweisen.

Dennoch biete die Studie Anlass zu Hoffnung, dass Fatigue-Betroffene von einer Behandlung mit einem Medikamentencocktail behandelt werden können, der zur Bekämpfung von AIDS, Krebs und Entzündungen entwickelt wurde. „Es gibt eine Reihe von Kombinationstherapien, die wirksam sein könnten und die wenigstens in klinischen Studien getestet werden sollten“, sagte Mikovits in einem Telefoninterview mit Reuters Health.

Quelle: Lombardi V. C. et al.: Science 2009, 8. Oktober 2009 [DOI: 10.1126/science.1179052]; www.sciencemag.org


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