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Soll ich mich gegen Grippe impfen lassen?

Die Grippeimpfung bei Menschen mit Multipler Sklerose wird immer wieder diskutiert. Heute wird davon ausgegangen, dass eine Grippeimpfung kein höheres Risiko für Betroffene als für andere Menschen darstellt – ganz im Gegensatz zu der Grippe selbst. Impfungen mit Lebendimpfstoffen können dagegen gefährlich für Menschen mit MS sein. Infektionen mit Viren, insbesondere mit Grippeviren, werden schon lange als auslösende Faktoren für einen MS-Schub angesehen. Daher kommt Impfungen zur Vorbeugung solcher Viruserkrankungen bei MS eine große Bedeutung zu. Lange stand man dem jedoch unsicher gegenüber. Schließlich greifen Impfstoffe nicht unerheblich in Mechanismen des menschlichen ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. ein, so dass man sich nicht sicher war, ob von Impfungen bei MS nicht auch Gefahren ausgehen können.

 

Grippeimpfung bei MS: ja oder nein?

Forschungsergebnisse aufwendiger Untersuchungen aus jüngster Zeit konnten die Bedenken, dass durch Impfungen Risiken für Menschen mit MS entstehen, jedoch ausräumen. Dies gilt besonders für die Grippeimpfung. Von modernen sog. Spalt- oder Totimpfstoffen gegen Grippe geht für MS-Betroffene in der Regel nicht die Gefahr einer Verschlechterung der Multiplen Sklerose oder Schubauslösung aus. Eine Grippeerkrankung selbst hingegen verursacht sehr wohl eine Verstärkung MS-typischer Immunprozesse, so dass es dabei zur Auslösung eines Schubes und/oder einer Verschlechterung bereits bestehender MS-Symptome kommen kann.

Daher wird heute empfohlen, eine Grippeschutzimpfung in Betracht zu ziehen, besonders vor Beginn einer Behandlung mit Immunsuppressiva. Dies ist zum einen damit zu begründen, dass Immunsuppressiva anfälliger für Infektionen machen. Zum anderen kann eine laufende Behandlung mit diesen Medikamenten den Erfolg einer ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger., nämlich die Bildung von Abwehrkräften gegen die Zielkrankheit, in Frage stellen.

 

Wie wirksam ist die Grippeimpfung bei MS?

Wie der Erfolg von Impfungen unter Langzeittherapie mit Immunmodulatoren einzuschätzen ist, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Da die Wirkung dieser Medikamente jedoch nicht generell die Abwehrkraft beeinträchtigt, ist eine Unterdrückung des Impferfolges unwahrscheinlich. Möglicherweise wird darunter jedoch nur ein schwächerer Impfschutz aufgebaut.

 

Impfung und Schub

Während eines akuten Schubes oder einer starken immunsuppressiven Therapie sollte auf das Impfen verzichtet werden. Wichtig ist, dass man sich nach einer Impfung etwas schont. Die Körpertemperatur kann nach einer Impfung ansteigen. Zudem können sehr abgeschwächt Erkältungssymptome auftreten. Man sollte außerdem beachten, dass der Aufbau des Impfschutzes etwa zwei Wochen dauert. Deshalb sollten große Menschenmengen in dieser Zeit eher gemieden werden.

 

Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten

Ähnlich gute Erfahrungen wie mit der Grippeimpfung wurden bei MS mit Impfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Leberentzündung (Hepatitis B) und die durch Zeckenbiss ausgelöste FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, Hirnhautentzündung) gesammelt. Da alle drei Krankheiten sehr gefährlich sind, sollten auch MS-Betroffene auf einen ausreichenden Impfschutz achten. Dies gilt bei Tetanus für alle, bei FSME insbesondere für in Risikogebieten lebende Personen. Gegen Hepatitis B sollten Personen geimpft werden, die entweder gehäuft auf Bluttransfusionen angewiesen sind oder häufig wechselnde Sexualpartner haben.

 

Impfen: Hier ist Vorsicht geboten

Andere Impfungen mit so genannten Lebendimpfstoffen (z. B. gegen Masern) könnten für Menschen mit MS eine gewisse Gefahr darstellen, weshalb man hiermit zurückhaltender ist und solche Impfungen nur in Fällen besonderer Infektionsgefährdung in Betracht zieht. Weil jedoch die meisten dieser Impfungen bereits in Kindheit und Jugend vorgenommen werden, ergibt sich nur selten ein Problem hieraus. In einem solchen Fall sollten dann Experten einbezogen werden, die mit der Handhabung solcher Problemstellungen vertraut sind.


Fazit:
Impfungen gegen Infektionskrankheiten sind für Menschen mit MS sinnvoll. Bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen ist Vorsicht geboten. Eine Grippeimpfung ist für Menschen mit MS sinnvoll und wird in der Regel gut vertragen. Weitere Informationen zu Impfungen finden Sie unter www.dmsg.de und www.rki.de.



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