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Soziale Kontakte stärken die Myelinbildung

NEW YORK (Biermann) – Die soziale Isolation von Mäusen hat in Tierversuchen zu einer verringerten Produktion von MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. geführt. Damit glauben Forscher einen Beweis dafür gefunden zu haben, dass die Myelinbildung auch von Umweltfaktoren abhängig ist. "Wir wussten bereits, dass das Fehlen von sozialer Interaktion im frühen Leben die Myelinisierung bei jungen Mäusen beeinträchtigt. Was wir bislang nicht wussten, ist, ob dieser Zusammenhang bis ins Erwachsenenalter fortbesteht", erklärte Prof. Patrizia Casaccia vom Mount Sinai Medical Center. "Soziale Isolation adulter Mäuse führt zu Verhaltensänderungen und strukturellen Veränderungen in Nervenzellen. Nun zeigt unsere Studie erstmalig, dass sie auch die Funktion des Myelins beeinträchtigt."

Casaccia und ihr Team hatten erwachsene Mäuse für acht Wochen von ihren Artgenossen isoliert und danach festgestellt, die Tiere deutlich weniger Myelin bildende Oligodendrozyten im präfrontalen CortexRindenbereich, d. h. äußerste Schicht des Groß- und Kleinhirns, in der sich die Nervenzellen befinden. hatten als normal. Dieser Bereich des Gehirns steuert das emotionale und kognitive Verhalten. Andere Bereiche des Gehirns waren nicht betroffen.

Wurden die isolierten Mäuse wieder zu ihren Artgenossen gelassen, bildeten sich innerhalb von vier Wochen wieder alle Veränderungen zurück.

"Unsere Studie zeigt, dass Oligodendrozyten neues Myelin in Reaktion auf Umweltfaktoren bilden und dass die Myelinproduktion bei sozialer Isolation deutlich eingeschränkt ist", erklärte Casaccia. Eine veränderte Myelinbildung sei bei Menschen mit psychischen Störungen bekannt, die mit sozialem Rückzug einhergehen. Umgekehrt seien Störungen wie die MS, die durch einen Myelinverlust charakterisiert sind, oft mit Depressionen assoziiert, erklärte die Wissenschaftlerin. In beiden Fällen sei eine sozial stimulierende Umwelt besonders wichtig.


Quelle: Nat Neurosci. 2012; 15(12):1621-3; Mount Sinai Medical Center, 28. November 2012





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