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Stammzelltransplantation bei aggressiver MS: Positive Langzeitergebnisse

DNA
Durch die Transplantation körpereigener Stammzellen kann die Aktivität von aggressiv verlaufender MS gestoppt werden. Eine Studie belegt die Wirksamkeit des Verfahrens. Die Methode ist jedoch auch mit einem hohen Risiko für die Betroffenen verbunden.

OTTAWA (Biermann) – Kanadische Wissenschaftler haben die Ergebnisse einer Langzeitstudie zur Transplantation körpereigener, Blutzellen produzierender Stammzellen bei aggressiver Multipler Sklerose (MS) veröffentlicht.

Danach waren 70 Prozent der 24 Studienteilnehmer drei Jahre nach dem Eingriff frei von MS-Aktivität, es traten also keine SchübeEin Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn., neuen Gehirnläsionen oder Zeichen von Progression auf. Keiner der überlebenden Studienteilnehmer (1 Teilnehmer starb) benötigte während der vier bis 13 Jahre dauernden Nachbeobachtungsphase modulierende Therapien, bei 40 Prozent der Teilnehmer konnte sogar ein Rückgang der Behinderung beobachtet werden.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die aggressiv verlaufende MS bei bestimmten Patienten mit einem wirksamen, aber riskanten Verfahren gestoppt werden kann“, kommentierte Dr. Bruce Bebo, Vizepräsident der National MS Society die Studienergebnisse.

Die hämatopoietische Stammzell-Therapie (HSCT), bei der aus dem körpereigenen Knochenmark blutbildende Stammzellen extrahiert werden, ist ein bislang noch experimentelles Verfahren, mit dem versucht wird, das ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern. „neu zu starten“, um die MS-typischen Angriffe auf Gehirn und Rückenmark zu stoppen.

Dazu wird das Immunsystem nach der Entnahme der Stammzellen durch eine Chemotherapie komplett zerstört und von den anschließend übertragenen Stammzellen wieder neu aufgebaut. Aufgrund der Gefahr, während der Prozedur an Infektionen zu versterben, wird die HSCT nur dann angewendet, wenn die MS sehr schnell voranschreitet und sich nicht durch etablierte Therapien kontrollieren lässt. 

 

Quellen: The Lancet, 9. Juni 2016; DOI: dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)30169-6


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