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Stillen verzögert postpartale Schübe

stillen verzögert postpartale schübe

BOCHUM (Biermann) – Frauen mit Multipler Sklerose (MS), die ihr Kind zumindest in den ersten beiden Lebensmonaten ausschließlich stillen, haben ein geringeres Risiko für SchübeEin Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn. nach der Geburt als Frauen, die nicht voll stillen. Dies geht aus einer aktuellen Studie in „JAMA Neurology“ hervor.

„Zwischen 20 und 30 Prozent der Frauen mit MS erleiden in den ersten drei bis vier Monaten nach der Geburt ihres Kindes einen Schub, und es gibt bislang keine Möglichkeit, diesen postpartalen Schüben wirksam vorzubeugen“, schreiben Dr. Kerstin Hellwig von der Ruhr-Universität Bochum und Kollegen.

Da bisherige Studien zu den Auswirkungen von Stillen auf das Risiko für Schübe nach der Geburt kontroverse Ergebnisse erbracht hatten, hatten die Wissenschaftler die Daten von 201 schwangeren Frauen mit MS ausgewertet, die zwischen 2008 und 2012 im Rahmen des deutschen Registers für MS und Schwangerschaft erhoben worden waren. Die Nachbeobachtungszeit erstreckte sich auf ein Jahr nach der Geburt. Als ausschließliches Stillen definierten die Forscher, dass die Kinder über mindestens zwei Monate hinweg außer Muttermilch keinerlei zusätzliche Babynahrung erhielten.

Von den 201 Studienteilnehmerinnen stillten 120 (59,7 %) für mindestens zwei Monate voll, 42 (20,9%) fütterten zu und 39 Frauen (19,4%) stillten gar nicht. Fast alle Frauen (178; 88,6 5) waren vor der Schwangerschaft mit Immunmodulatoren behandelt worden.

Wie die Forscher berichten, trat bei 31 Frauen (38,3 %), die nicht ausschließlich stillten, in den ersten sechs Monaten nach der Geburt ein Schub auf, während in der Gruppe der voll stillenden Frauen 29 (24,2 %) davon betroffen waren.

Die Autoren betonen, der beobachtete Effekt des ausschließlichen Stillens „scheine plausibel”, da die Aktivität der Multiplen Sklerose bei den voll stillenden Frauen in der zweiten Hälfte des postpartalen Jahres parallel zum Beginn der Zufütterung und dem Wiedereinsetzen der Menstruation zurückgekehrt sei. Das Ersetzen von Stillmahlzeiten durch Flaschennahrung oder Breimahlzeiten führe bei Müttern zu Veränderungen im hormonalen Status und zur Rückkehr des regelmäßigen Eisprunges.

„Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass Frauen mit MS ermutigt werden sollten, ihre Kinder voll zu stillen, da es das Risiko für postpartale Schübe nachweislich nicht erhöht. Möglicherweise kann ausschließliches Stillen das Schubrisiko in den ersten sechs Monaten nach der Geburt sogar verringern. Sobald aber zugefüttert wird, scheint die Aktivität der MS zurückzukehren“, schlussfolgern die Autoren.

Einschränkungen der Studie bestehen nach Ansicht der Autoren vor allem in der freiwilligen Teilnahme der Frauen und dem hohen Anteil von Teilnehmerinnen mit immunmodulierender Therapie.



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