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T-Zellen helfen bei der Reparatur von Nervenzellen

t-zellen helfen bei der reparatur von nervenzellen

MAINZ (Biermann) – Wissenschaftler der Universität Mainz haben gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen einen Mechanismus identifiziert, der die Reparatur von Nervenzellen nach einer Schädigung des Zentralen Nervensystems vermittelt. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem sogenannten Interleukin 4 (IL-4) zu, einem Botenstoff des ImmunsystemDas Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern., der von T-Zellen produziert wird.

„Bekannt war, dass T-Zellen nach Läsionen im Nervensystem verstärkt auftreten – allerdings schreiben einige Studien ihnen eine schädigende, andere hingegen eine schützende Funktion zu“, erklärte Prof. Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz. „Unklar ist bisher, in welchem Fall T-Zellen eine schädigende und wann sie eine schützende Funktion haben und wie diese schützende Funktion auf molekularer Ebene vermittelt wird.“

Diesen Mechanismus konnten die Wissenschaftler nun klären: In Zellkultur- und Tiermodellen konnten sie zeigen, dass bestimmte Moleküle nach einer Verletzung im ZNSZentralnervensystem das vermehrte Auftreten von T-Zellen auslösen. Außerdem gelang es ihnen zu entschlüsseln, wie diese T-Zellen die Reparatur des geschädigten Nervengewebes vermitteln: Sie produzieren den Botenstoff Interleukin 4 (IL-4), der an bestimmte Andock-Stellen auf den geschädigten Nervenzellen, sogenannte IL-4-Rezeptoren, bindet und so die Reparatur der geschädigten Nervenzellen einleitet.

Nach den neuen Erkenntnissen fördert IL-4 gemeinsam mit „Nervennährstoffen“ das Neuauswachsen von Nervenzellfortsätzen und ermöglicht so eine Reparatur.

„Dies ist der erste Nachweis einer solchen Interleukin-vermittelten Immunantwort zum Schutz beziehungsweise zur Reparatur von geschädigtem Nervengewebe ohne Antigenerkennung. Somit können T-Zellen im Gehirn unter bestimmten Umständen nicht die Rolle des Angreifers, sondern die des Retters übernehmen“, erklärte Zipp.

Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Erkenntnisse bei der Entwicklung wirksamer ImmuntherapieEine Immuntherapie ist die Behandlung von Krankheiten durch die Beeinflussung des Immunsystems. Durch die Stärkung von bestimmten körpereigenen Zellen oder das Ausschalten von Immunvorgängen können einige Krankheiten positiv beeinflusst werden. Auch Impfungen zählen zur Immuntherapie, da der Körper durch eigene Leistung (Bildung von Abwehrzellen) bzw. durch fremde Antikörper vor Infektionen geschützt wird. zur Reparatur von Nervenschädigungen, die im Rahmen eines Unfalls oder bei Neurodegeneration im Verlauf der Multiplen Sklerose auftreten, eine Rolle spielen können.



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