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Testosteron gegen Myelinschäden?

STRASBOURG (Biermann) – Das Männlichkeitshormon Testosteron könnte dabei helfen, Schäden an der MyelinscheideNervenfaserhülle, die das Axon umgibt und aus Myelin gebildet wird. von Nervenzellen zu reparieren. Das haben französische Wissenschaftler in Tierversuchen nachgewiesen. "Männer haben ein geringeres Multiple-Sklerose-Risiko als Frauen, allerdings zeigen sie häufiger einen schwereren Verlauf der MS und ein schnelleres Voranschreiten der Behinderung. Dies hat uns dazu veranlasst, die potenziell schützenden Effekte männlicher Hormone zu untersuchen", schreiben die Autoren in der Zeitschrift "Brain".

Für ihre Studie behandelten sie Mäuse mit Testosteron, bei denen sie durch Verabreichung toxischer Stoffe Schäden an der Myelinschicht verursacht hatten. Diese Behandlung regte bei den Tieren die Bildung neuen MyelinAls Myelin bezeichnet man die Hüll- und Isoliersubstanz der Nervenfasern, die aus Lipiden und ProteineEiweiße besteht. Sie umgibt Nervenzellkörper und Axone und fördert die schnellere Weiterleitung einer Information. Im Zentralen Nervensystem wird es von OligodendrozytenGliazellen im ZNSZentralnervensystem, die Myelin im zentralen Nervensystem bilden., im peripheren Nervensystem von den Schwann-Zellen gebildet. an und heilte die chronischen Demyelinisierungen im Gehirn. Zugleich nahm die Zahl aktivierter AstrozytenAstrozyten sind sternförmige Zellen des zentralen Nervensystems, die für den Transport von Nährstoffen und Abbauprodukten zwischen den Neuronen und dem Blut zuständig sind und eine generelle strukturgebende Stützfunktion haben. Außerdem sind sie entscheidend an der Bildung der Blut-Hirn-SchrankeDie Blut-Hirn-Schranke ist eine selektiv durchlässige Barriere zwischen dem Blutgefäßsystem und dem Zentralen Nervensystem durch die der Stoffaustausch kontrolliert wird. Diese "Schranke" soll das Gehirn vor toxischen (giftigen) Substanzen schützen. Der wesentliche Bestandteil dieser Schranke oder Barriere sind Endothelzellen, die die kapillaren Blutgefäße im Gehirn auskleiden. beteiligt. und Mikrogliazellen ab, was nach Ansicht der Forscher für einen Rückgang entzündlicher Prozesse im zentralen Nervensystem spricht. Bei Mäusen, deren Testosteronrezeptoren funktionsunfähig waren, konnten die Forscher keine RemyelinisierungWiederaufbau von Myelin um das Axon bzw. um die Nerven. beobachten.

Und noch eine Besonderheit fanden die Forscher, die für Testosteron als potenziellen Wirkstoff gegen Myelinschäden bei MS spricht: Alle beobachteten Prozesse der Remyelinisierung traten nur auf, wenn das Testosteron an die entsprechenden Rezeptoren von Nervenzellen gebunden wurde.


Quelle: Brain 2013, 136:132-46. doi: 10.1093/brain/aws284.




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